Die Auswahl für 1974 fiel
mir nicht schwer.
Nur wenige Scheiben aus dem Jahr habe ich unentwegt
durchgehört. Vieles finde ich eher belanglos.
So kann ich etwa mit der
Band Argent wenig anfangen, die gleich zwei Alben in
'74 veröffentlicht haben. Diamond dogs von David
Bowie ist ok, aber kein Favorit von mir. Der Rainbow-Vorläufer
Elf hat eine LP rausgebracht, ebenso Eloy
und Gong und Jefferson Starship und Kayak.
Alles Bands, die ich nicht schlecht finde, aber an die Top-Platten
des Jahres reichen sie lange nicht ran. Und es geht noch weiter:
auch ganz nett sind Remember the future von Nektar,
die erste Pilot, die erste
Rush, die zweite der Scorpions und Wakemans
Rockoper über die Reise zum Mittelpunkt der Erde.
Wirklich gut dagegen finde
ich die Restecompilation Odds & sods von The
Who, die aber nicht mit in die Liste aufgenommen werden
konnte, weil es eben eine Compilation ist.
Meine Lieblingssongs, abgesehen
von solchen, die auf den Alben oben enthalten sind:
Blue
Öyster Cult: Astronomy (von Secret treaties) John Cale: Fear is a man's best friend (von Fear) Jethro Tull: Skating away
(von Warchild) Supertramp: School
(von Crime of the century) Yes: Soon
(von Relayer, als Single erst ein Jahr später
erschienen)
Ich freue mich ja immer,
wenn es irgendwo einen CD-Ausverkauf gibt. Z.B. weil der Laden
umzieht oder zumacht oder so.
Wenn die dann aber Schilder aufstellen: "alles für
50%" und ich trotzdem nichts kaufen will, dann läuft
irgendwas falsch. Möglicherweise ist es genau das, was
auch schon vorher falsch lief. Und weswegen der Laden jetzt
zumacht.
So geschehen vor ein paar Wochen. Ich wusste schon vorher:
die CD-Auswahl war noch nie besonders gut. Ich sah sogleich:
neuere CDs und viele Einzelstücke wurden bereits vor
dem Ausverkauf beiseite gepackt. Im Wühltisch waren vor
allem Scheiben, die in überreichlicher Anzahl vorhanden
waren. Also Kalkulationsfehler. Nur: wenn die schon vorher
niemand zuhauf kaufen wollte, ist es eher unwahrscheinlich,
die jetzt alle im Ausverkauf loszuwerden. Und so war es natürlich
auch.
Vor Jahren gab es mal bei Karstadt eine Aktion "CDs für
1, 2 und 3 Euro". Die Tische waren innerhalb von zwei
Tagen leergeräumt. Aber das war natürlich auch noch
etwas billiger und die dort verkauften CDs waren auch zu 80%
besser. Diesmal war kaum etwas außerhalb des Mainstreams
dabei. Im Gegenteil, viel Volksmusik.
Naja, is ja alles ok und nicht meine Verkaufspolitik. Aber
wenn man dann noch deutlich erkennt, dass viele der CDs vor
dem Ausverkauf extra höher ausgezeichnet wurden, dann
finde ich das eine Frechheit.
So habe ich zum Beispiel
dann doch etwas aus dem Bereich Indie Rock gesehen: Cavalera
Conspiracy. Jetzt zwei Jahre alt, gibt's bei Amazon für
9 Euro über externe Anbieter (inkl. Porto). Gibt's second
hand mit etwas Glück sogar ein bisschen darunter. Soll
hier satte 20 Euro kosten! Ähnlich die letzte Depeche
Mode, die damals - gerade erst erschienen - überall für
11, 12 Euro rausgehauen wurde. Der alte Preis ist mit Edding
durchgestrichen und ein neuer mit "17,99" drüber
gehauen. Verarschung!
Sowas ist echt Nepp und eigentlich müsste man da vorher
Fotos von den Preisen machen und beim Ausverkauf dann auch
und die Verbraucherzentrale anspitzen, dass sie prozessieren.
Aber wusste man ja vorher nicht, also konnte man auch keine
Fotos machen.
Zusätzlich wollen die mit ihren Schildern die Leute in
die Irre führen. An einem anderen Tisch mit Büchern
stand "75% Nachlass". Ok, dumme Leute gehören
bestraft, aber muss das sein? Da steht dann eine Tussi mit
einem Buch in der Hand und sagt zu ihrem Freund: "8,99.
Wie viel ist das denn jetzt mit 75 Euro weniger?" Er
guckt sie ratlos, aber nicht peinlich berührt, an und
sagt: "Weiß nich'." Sie überlegt: "Das
sind bestimmt noch unter 3 Euro!" Er zuckt mit den Schultern.
Da wurde mir allerdings auch zum ersten Mal klar, dass die
Anzahl der Leute, die das so wie ich mal eben fix im Kopf
ausrechnet, möglicherweise deutlich kleiner ist, als
ich dachte. Was aber auch keinerlei Jugendliche dazu bewegt,
sich bei der Prozentrechnung mehr reinzuhängen. Denn
die vertrauen einfach den Angaben und fragen dann nach. Das
ist denen nicht zu blöd. So geschehen im gerade berichteten
Beispiel, da geht die Tussi nämlich dann zur Kasse und
sagt dabei zu ihrem Freund: "Also wenn das jetzt 3 Euro
oder mehr kostet, nehm ich das nich'."
... zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:
If I could see something,
you can see anything you want boy.
If I could be someone,
you can be anyone, celebrate boy.
Hitlist: [hit-list]
engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list
Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.;
Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall
m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz)
Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein
muss, aber sehr populär ist.
List:
List:
[list] engl.-amerik.; Liste f, Ver-
zeichnis n; Auflistung: besonders Männer
neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt
es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen
Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich
darüber diskutieren.
Anspieltipp:
Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen
Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen-
erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der
statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen
Gesetzen.