harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Camel: s.t.
(1973, 61:49)


Camel: Camel
 

Der erste Longplayer von Camel - meiner Meinung nach eine ihrer besten Platten.
Für heutige Ohren sehr retro!

Diese Scheibe ist nicht wie andere Camel-Platten. Nachdem Latimer, Ferguson und Ward als Trio schon eine Weile zusammen gespielt hatten, war Bardens erst kurz vorher dazu gekommen. Trotzdem konnte er gleich der ersten Veröffentlichung mehr als deutlich seinen Stempel aufdrücken. Latimers elegische Gitarrensoli sucht man hier dagegen vergebens. Das ist aber auch nicht so verwunderlich, denn Bardens war von den vieren der erfahrenste, der auch bereits zwei Soloplatten und Gastspiele bei bekannten Bands in seinem Backkatalog verzeichnen konnte.
Ja, dies ist eine Orgel-Platte und damit gar nicht so weit weg vom Zeitgeist im Jahr 1973.
Latimer ist trotzdem in allen Songs gut zu vernehmen, spielt jedoch sehr oft Rhytmusgitarre oder auch die Akustische. Bei Separation ist mal ein cooles Solo von ihm dabei, ansonsten soliert eher Bardens.
Dieses und das jazzige Spiel der Rhythmusfraktion lassen die Scheibe sehr "laid back" wirken. Nur an wenigen Stellen wird mal richtig gerockt. Selbst der Klassiker Never let go, klingt hier sehr zurückhaltend, mehr wie ein Schmuse-, denn ein Rocksong. Das kann man dann alles auch Canterbury Sound nennen, wobei ich finde, dass sie gegenüber Soft Machine oder Caravan eben doch noch mehr rocken und auch spannendere Arrangements haben.

Der Gesang wird auf dieser Platte zwischen den drei stehenden Männern aufgeteilt. Er ist spärlich - was die Anzahl der Textzeilen angeht - und zudem meistens recht weit im Hintergrund. Damit betonen Camel zusätzlich, dass es ihnen auf die Arrangements und die Atmosphäre ankommt und nicht auf eine Message. Geschrieben wurden drei Songs von Bardens, drei von Latimer und einer von Latimer und Ward.
Die oben angegebene Spielzeit bezieht sich auf den remastered CD, bei der man noch zwei Bonustracks erhält: die Singleversion von Never let go und Homage to the god of light live. Ein Song, den Bardens mitgebracht hatte und der nur in frühen Konzerten gespielt wurde. Es ist der längste Camel-Song überhaupt (19 Minuten). Hier handelt es sich allerdings nicht um die auf der Greasy Truckers Live at Dingwalls Dance Hall Compilation veröffentlichte Version, sondern um eine ein Jahr später im Marquee (London) gemachte Aufnahme. Trotzdem natürlich ein Bonbon.

Diese erste Camel-LP war damals nicht sehr erfolgreich und in späteren Jahren fanden sich meist kaum noch Songs von der Platte im Liveset wieder (außer Never let go). Schade, denn sowohl die beruhigende und trotzdem jazzige Atmosphäre als auch die wilden Orgelläufe haben etwas. Auf dem Nachfolger Mirage räumten Camel den Gitarren dann schon etwas mehr Platz ein und bewegten sich insgesamt deutlich in Richtung Progressive Rock.

Meine musikalischen Vorlieben bilden sich auch ganz gut auf meiner Amazon-Wunschlist ab, fällt mir mal so auf. Ist ja auch nicht verwunderlich. Außerdem sind auch sämtliche Bestellungen dort gespeichert. Und natürlich stehen auf der Wunschliste nicht nur CDs, sondern auch Bücher, DVDs und anderer Kram. Somit kann man schon einen Einblick in den Menschen bekommen durch so eine Wunschliste - so sie denn ordentlich geführt wird. Wobei ich das ja eigentlich gar nicht will. Dass Fremde Daten über mich speichern, finde ich nicht gut. Aber bei solchen Listen kann ich einfach nicht widerstehen. Schon als Kind habe ich immer wenn ein neuer Quelle-Katalog reinkam, das ganz Ding durchforstet und alles angekreuzt, was mich interessierte. Ich habe es - soweit ich mich erinnere - NICHT noch in eine Liste übertragen. Aber trotzdem war das so ähnlich. Heute fliegen hier bei mir zu zig Bands kleine Zettel rum, auf denen ich mir aufgeschrieben habe, welche Platten ich nochmal antesten oder welche Singles/Maxis ich noch finden will.
Aber wenn man stattdessen Bücher aus der Bücherei ausleiht oder den Krempel im Laden bestellt, dann kann auch jemand diese Daten sammeln. Aber momentan habe ich noch nicht so viel Verfolgungswahn, dass ich an den weltweiten, zentralen Informationspool glaube, in dem jedwede Spur die man irgendwo hinterlässt, gespeichert wird. Könnte aber durchaus mal Wirklichkeit werden.
Ich lasse mich deswegen auch nicht auf sowas wie lastfm ein, wo man Lieblingsmusik angibt und dann ähnlich klingende Vorschläge erhält. Aber natürlich weiß ich auch nicht genau, welche Infos iTunes so nach Hause funkt.

Zum Abschluss und damit die Welt es archivieren kann, hier noch eine Liste meiner Top-Ten Lieblingsbücher. Bedingung für die Aufnahme gibt es keine, außer dem Gefühl, immer wieder Lust zu haben, das Teil nochmal zu lesen. Spielbücher und Sachbücher machen allerdings nicht mit, nur Romane.
Ach ja und die Liste ist natürlich nur eine Momentaufnahme. Vor allem sind mir auch viele gute Bücher, die ich früher mal gelesen habe, nicht mehr präsent. Denn ich habe tatsächlich jahrlang vor allem Bücher ausgeliehen und nur einen kleinen Teil selbst gekauft.

10. Sven Regener: Neue Vahr süd
9. Isaac Asimov: Die Psycho Historiker
8. Heinz Strunk. Fleisch ist mein Gemüse
7. Rocko Schamoni: Sternstunden der Bedeutungslosigkeit
6. Stephen King: Frühling, Sommer, Herbst und Tod (insbesondere die Geschichten Pin-up und Die Leiche)
5. Arthur C. Clarke: Das Lied der fernen Erde
4. Matt Ruff: Fool on the hill
3. Stephen R. Donaldson: Lord Fouls Fluch (Trilogie)
2. Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten
1. J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe (Trilogie)

Von jedem Autor habe ich absichtlich nur ein Werk gewählt. Bei einigen waren aber mehrere in der Auswahl für diese Top 10.

Stay alive and rock on,
Harvey
(4.7.09)

 

 

Camel

(England)
1969 als "The Brew" gegründet
1973 erste VÖ "Camel"-LP
1985-90 aufgelöst

1973 Band:
Andy Latimer: guit, voc
Doug Ferguson: b, voc
Pete Bardens: org, piano, synth, voc
Andy Ward: dr


Link
Lady Fantasy
Rhayader
Moonmadness
Raindances
I can see your house from here
The single factor
Pressure points
Harbour of tears
Rajaz

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: