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Hitlist
 




King Crimson: Larks tongues in aspic
(1973, 46:45)


King Crimson: Larks tongues in aspic
 

Da geht die Sonne auf und verschluckt den Mond.

Ich finde allerdings, dass die Platte weniger wie ein Sonnentag, als eher wie ein Gewitter mit gelegentlichen Aufheiterungen klingt.

Ich habe keine nachvollziehbare Begründung dafür, dass Lark's tongues in aspic meine Lieblingsplatte von den King Crimson der John Wetton-Phase ist.
Denn zuerst kannte ich Red. Und auf Starless and bible black sind mindestens ebenso viele "Hits", d.h. Liverenner.

Allerdings: während ich Red anfangs sehr schwierig fand und selbst nach zwei Jahren Eingewöhnung nur bestimmte Songs anhören wollte und während ich Starless and bible black gleich zu Beginn etwas langweilig fand, so hat mich diese hier direkt begeistert.
Vielleicht liegt er an der Geige und den Percussions. Beides ist deutlicher vertreten als auf den beiden Nachfolgealben. Das war auch ein Anlass für mich, mir sämtliche irgendwo auffindbaren Soloscheiben von David Cross zu besorgen.

Jedenfalls ist die Platte ein Klassiker. Die Songs bewegen sich zwischen knapp drei und knapp 14 Minuten Länge, sind meistens ein klein wenig improvisativ und mit längeren Instrumentalpassagen versehen. Die Stimmung reicht von "Ballade" (z.B. Book of saturday) bis zu "Heavy metal" (z.B. die Titelsongs). Und wenn ich Metal sage, dann meine ich das auch! Fripp sägt teilweise dermaßen brutal auf seiner Gitarre rum, dass man meint, den Menschen vor 36 Jahren müssten doch wohl die Ohren geblutet haben. Sowas gab es damals ansonsten überhaupt gar nicht.
Aber Härte und schnelles Spiel auf der einen und romantische Stimmung und Pianoklänge auf der anderen Seite halten sich insgesamt die Waage. Sie kommen manchmal sogar in einem einzigen Song vor!

Das Schlagzeugspiel von Bill Bruford ist erwartungsgemäß sehr gut, Wettons Gesang mag ich sowieso und Fripp spielt - wie schon angedeutet - zu dieser Zeit noch nicht seine endlosen Soundscapes. Seine Gitarre ist daher nicht esoterisch aber sehr wohl innovativ.
Gut an dieser Platte ist, dass man sich eigentlich nicht für "sehr genaues Hinhören" oder "nebenbei laufen lassen" entscheiden muss. Die Musik funktioniert auf beide Arten. Es gibt einiges zu entdecken für die Ohren, aber sie ist nicht so unzugänglich, dass sie nicht auch mal nur so laufen könnte. Man kann sogar hier und da ein bisschen mitwippen oder mal "Easy money!" brüllen.

Der Song Larks tongues in aspic ist hier in Abschitte Eins und Zwei unterteilt. Später folgte dann auf Three of a perfect pair Teil Drei und auf The construkction of light Teil Vier. Das halte ich für eine etwas übertriebene Ausschlachtung des durchaus guten Themas. Natürlich ist es interessant, wie die anderen Crimson-Inkarnationen das Stück spielen, aber es ist nicht nötig, es jedesmal wieder in nur geringfügigen Variationen neu aufzunehmen. Klar, schlecht wird es dadurch auch nicht. Aber eben auch nicht besser.

Wer noch nicht so vertraut ist mit dieser Periode von King Crimson, der sollte sich erstmal vorsichtig annähern mit einem etwas straighteren Song (Book of saturday, Exiles oder Easy money) und kann danach einen der drei anderen etwas abgefahreneren Songs ausprobieren.

Stay alive and rock on,
Harvey
(20.8.09)

 

 

King Crimson

(England)
1969 gegründet
1969 erste VÖ "The court of the crimson king"-Single

1973 Besetzung:
Robert Fripp: guit, org
John Wetton: b, voc
Bill Bruford: dr
David Cross: violin, org
Jamie Muir: perc


Link
Starless
USA
Exposure
Sleepless
Cage
Thrak

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: