Mit dem Jahr 1975 erreichen wir
ein Territorium, mit dem ich mich erst im Alter
von über 20 beschäftigt habe.
In meiner Kindheit und Jugend
habe ich so gut wie keine Musik aus diesem Jahr (und davor)
ernsthaft gehört. Auch heute habe ich weniger Platten
aus den frühen 70ern (und den 60ern) als aus späteren
Jahren. Vor allem finde ich auch vieles garnicht gut.
Ein einziger Song aus diesem
Jahr kam schon auf Hitlist vor und zwar das Stück Ram
von Steve Howe (in der Hitlist
Size matters). Es wird
hier also nicht nochmal platziert sein.
Ansonsten habe ich zu 1975
nicht viel zu erzählen, deshalb hab' ich wieder mal einen
Blick auf die Plattencover des Jahres geworfen. Ich stelle
heute zwei Kategorien an Covern vor und die erste ist: mystische
Cover!
Die scheinen in jenem Jahr Hochkonjunktur gehabt zu haben
und meistens sind sie sogar ganz einfallsreich. Drei Beispiele
habe ich herausgesucht:
Da hätten wir zunächst
Caravan mit Cunning stunts, die uns den Körperverschwindeanzug
zeigen. In der Mitte Come taste the band von Deep
Purple, welche gerne als Wein aufgefasst werden wollen.
Und dann Gentle Giant mit
Free hand.
Diese Platten sind alle nicht
schlecht, aber für mich auch keine Jahreshits, keine
Dauerbrenner. Nein, sie enthalten auch schwächere Songs
und sie haben mich ganz persönlich auch nicht in dem
Maße begeistert, wie es für einen Platz 1-7 erforderlich
ist.
Vielleicht ist das auch der Grund, dass ich gerade von anno
75 besonders viele Songs auf Compilations habe. Da finde ich
die ganze Platte nicht so interessant, dass ich die CD haben
muss, aber die "besten" Songs oder wenigstens die
"Hits" mit anderen zusammen auf einer CD sind schon
eine schöne Sache.
Teil zwei der Coverausstellung
widme ich bescheuerten Covern. Und das meine ich nicht witzig,
die folgenden Cover sind dämlich, unlustig und scheisse!
Oben links angefangen können
wir beim Cover der ersten Kaipa-LP die jugendlichen
Malkünste von Roine Stolt bewundern. Daneben balgen sich
die Jungens von Rabbitt und geben als Entschuldigung
an: Boys will be boys! Außen geht's auch wieder
um Jungs und zwar diesmal um die Phantasien deutscher Hardrockjungs
vom Sex einer Frau mit 'ner Gitarre (In trance).
In punkto Musik ist das tatsächlich die beste der ersten
drei Platten, für mich auch die beste Scorpions-Scheibe
überhaupt. Kaipas Debut ist auch ganz charmant,
Rabbitt dagegen sind eher langweilig und die Texte
fallen schon in die gleiche Schnulli-Sparte, in der Trevor
Rabin auch später aktiv war.
In der zweiten Reihe stellen Supertramp
für ihre mittelmäßige LP Crisis? What crisis?
einen Sonnenschirm mit nacktem Mann ins Industriegebiet, Uriah
Heep dagegen denken an andere Sachen und lassen eine Balletttänzerin
aus der Sonne herausspringen, so als hätte sie Flügel
und wäre nackig. Entsprechend uninspiriert ist auch die
Musik, trotz der Mitwirkung von John
Wetton am Bass.
Heute habe ich mich mal wieder
über den Postboten aufgeregt. Erstens finde ich es ungehörig,
gleich Sturm zu klingeln, zweitens bringt er mir meine Sachen
nie hoch, sondern stellt sie einfach unten ab. Das macht er
sogar manchmal, wenn ich gar nicht da bin, so dass im Prinzip
jeder sich das aus dem Hausflur mitnehmen könnte. An
anderen Tagen stopft er dagegen meine Sendung derart brutal
in den Briefkasten, dass ich sie hinterher gar nicht mehr
aufmachen muss, denn das Papier ist eh' schon zerfetzt.
Es ist auch schon vorgekommen, dass ich einen Abholschein
im Kasten hatte, obwohl ich dagewesen bin und einmal hat der
Postbote geklingelt und in den 45 Sekunden bis ich mich in
der Gegensprechanlage gemeldet habe, ist der bereits in Haus
gestürmt und hat den Zettel eingeworfen. Das war so schnell,
dass man vermuten musste, er hätte den bereits zu Beginn
des Tages im Briefzentrum ausgefüllt. Was für ein
Scheiss-Service. Und ich mache da noch nichtmal unbedingt
den "Zusteller" persönlich für verantwortlich.
Mag ja sein, dass er so viel zu tun hat, dass es nicht anders
zu schaffen ist.
Allerdings weiss ich von einem Bekannten, der als Student
in den Semesterferien bei der Post tätig war und trotz
unendlicher Gemütlichkeit und der Tatsache, dass er nur
Aushilfe war, immer alles geschafft hat. Es war zwar manchmal
etwas spät im Vergleich zu anderen Postboten (16 Uhr
oder so), aber dafür hat er sich unterwegs auch noch
die eine oder andere Tüte geraucht und war umso ausgeglichener
und ohne Hektik.
Also, auf die Gemütlichkeit!
... zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:
I just don't know what to do tonight,
My head is aching as I drink and breathe,
Memory falls like cream in my bones, moving
on my own.
There must be something I can dream tonight,
The air is filled with the moves of you,
All the fire is frozen yet still I have
the will, ooh, ah.
Trumpets, violins, I hear them in the
distance
And my skin emits a ray, but I think it's
sad, much too bad
That our friends can't be with us today.
Hitlist: [hit-list]
engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list
Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.;
Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall
m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz)
Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein
muss, aber sehr populär ist.
List:
List:
[list] engl.-amerik.; Liste f, Ver-
zeichnis n; Auflistung: besonders Männer
neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt
es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen
Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich
darüber diskutieren.
Anspieltipp:
Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen
Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen-
erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der
statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen
Gesetzen.