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Platz 7 Hitlist 1975:
4 nette kleine und 1 komisches großes Lied
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Camel: Rhayader
(Song, 3:09, 1975, von "The snow goose")
Ich hatte ja schon anderswo angemerkt, dass
die gesamte "Snow goose" Platte von
Camel nicht meine Lieblingsscheibe von ist.
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Dass jetzt trotzdem ein Song
von diesem Opus hier vorkommt, liegt daran, dass ich mich
mit dem inzwischen ein bisschen angefreundet habe. Der Grund
ist zum einen in der Live-CD Pressure points zu sehen,
die ich ausgesprochen gut finde, und zum anderen in der Tatsache,
dass ich seit der Veröffentlichung der Remaster-CDs auch
The snow goose öfter mal gehört habe. Und
da ist auch eine Singleversion des Songs drauf, die natürlich
besser hörbar ist - so für sich alleine - weil sie
nicht im Kontext des Konzeptwerkes steht.
Leider hat es nun doch wieder
ziemlich lange gedauert, bis die nächste Hitlist-Ausgabe
raus ist. Es liegt wiedermal daran, dass ich hier gleich fünf
Titel vorstelle. Es sind zwar nur Songs und keine kompletten
Platten und deshalb sind die Texte kürzer, aber das Layout
und die Daten und Links am Rand benötigen ein Vielfaches
der normalen Zeit. Dämlich bin ich selber, ich weiß.
Kürzlich bin ich mal
wieder Bahn gefahren und zugleich war ich für den Weg
zum Bahnhof und von diesem weg auch mit öffentlichen
Verkehrsmitteln unterwegs.
Für die kleine Reise hatte ich extra meinen MP3-Player
aufgeladen und freute mich schon darauf, damit Musik zu hören.
Genau genommen dachte ich am Abend vorher, es sei doch sicher
das Größte, morgens während der Fahrt sich
mal ordentlich die Ohren durchprügeln zu lassen von so
Bands wie Good Riddance, Helmet
oder den Misfits.
Als ich dann in den entsprechenden Gefährten saß,
war dem aber gar nicht mehr so. Da wollte ich mich gerne entspannen
und leichte Musik zur Ablenkung hören. Ich habe dann
Coldplay, Kate
Bush und Sting und sowas
gehört. Und das änderte sich auch während der
ganzen Fahrt nicht. Und beim Rückweg, als es abends und
nicht morgens war, ergab sich genau das Gleiche.
Seltsam, finde ich. Es ist
ja nicht so, dass ich diese Krach-Musik nicht mehr höre.
Zuhause wackeln manchmal die Wände. Gerade abends nach
getaner Arbeit habe ich öfter Lust auf richtig laute,
schnelle, harte Klänge. Aber in der Öffentlichkeit:
nö.
Und das wundert mich deswegen, weil ich früher richtig
viel Spaß daran hatte, gerade in der Öffentlichkeit
laute, fuck-you-Musik zu hören. Dabei ging es mir nicht
darum, andere mit meinem Krach zu stören. Ich hätte
sofort den Walkman leiser gemacht, wenn jemand darum gebeten
hätte. Und die Bahnhofspunks, die den ganzen Tag "kaputt,
kaputt, kaputt, grrr" in Höllenlautstärke aus
ihrem Radiorekorder donnern lassen, fand ich schon damals
bescheuert.
Wahrscheinlich fühlte ich mich aber dabei so richtig
abgegrenzt vom Rest der Menschen. Ich wollte eine Barriere
errichten zwischen denen und mir und das ging mit lauter,
"unangenehmer" Musik besser. Und zugleich drückte
es wohl auch eine Unzufriedenheit und Wut aus, die in mir
war und sich gegen irgendwas Unbestimmtes richtete.
Doch dieses ist mir wohl irgendwie abhanden gekommen. Außerdem
mag ich heute gar nicht so ganz komplett vom Rest des Geschehens
abgekoppelt sein, wenn ich in der Bahn sitze. Ich habe auch
gerne gute Laune dabei und das geht leichter bei angenehmer,
freundlicher Musik.
Solche freundliche Musik
machen auch Camel. So weiß Rhayader durch
leicht jazzigen Bass, träumerische Flöte und schwelgerische
Keyboards zu gefallen. In dem Rahmen jedenfalls, wie das bei
einem Dreiminüter möglich ist. Tatsächlich
haben Camel gar nicht Rhayader als Single ausgekoppelt,
sondern Flight of the snow goose, das aber ein wenig
fragmentartig bleibt.
Ich finde, Rhayader
ist der beste Popsong, den Camel gemacht haben, ohne
sich dabei zu sehr von ihren Wurzeln zu entfernen.
Einfach ein nettes, kleines Lied.
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