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Hitlist
 




Genesis: Abacab
(1981, 46:43)


Genesis: Abacab
 

Objektivität ist auf Hitlist nicht gefragt.
Und somit kommt hier als Platz 4 im Jahr 1981 eine Genesis-Platte, die ich selber mit Kritikerdistanz als ihre schlechteste überhaupt bezeichnen würde.

Es ist eine Platte mit einer so flachen Schnulze wie Me and Sarah Jane, mit einem "Longtrack" der es nur auf siebeneinhalb Minuten bringt und nicht sonderlich progressiv ist (Dodo/Lurker), mit einem viel zu oft benutzten Gitarrenriff in Keep it dark und mit No reply at all voller nerviger Trompeten.
Als Ganzes betrachtet wurden auf der Scheibe leider sehr viele Basspedals verwendet, teils sind die Keyboards übertrieben, die Drums getuned und dann haben wir da noch eine sehr sterilen Produktion.
Also ein Haufen Scheisse, ganz einfach.

Na, ganz so einfach ist es doch nicht. Immerhin spielt Tony Banks hier öfter mal noch richtig Klavier, mit Man on the corner ist eine sehr schöne Ballade dabei und der "Hit" Abacab ist ganz ok und nicht so überpoppig wie manche spätere Single-Auskopplungen.

Trotzdem - die Platte ist schon ziemlich flach.
Dennoch liebe ich sie! Das kommt daher, dass es eines meiner ersten Genesis-Alben war und somit auch eine meiner überhaupt ersten Scheiben. Zu dem Zeitpunkt, als ich Mama und Invisible touch besaß, nahm mir der Erwin weitere LPs auf Kassette auf und die allererste Kassette war Abacab auf der einen und ...And then there were three auf der anderen.
Kurz darauf kam der CD-Player, ich besorgte mir Wind & wuthering sowie Duke auf CD und auch ziemlich schnell A trick of the tail, wobei letztere da auch schon auf Tape existierte. Innerhalb von ca. einem Jahr hatte ich Genesis mit Phil Collins komplett.
Die Kassette von damals existiert sogar noch, wurde aber irgendwann mit etwas Anderem überspielt. Es handelte sich um eine BASF 90er, am Anfang meine bevorzugte Sorte (später nur noch Maxwell XL-II S). Noch vorhanden ist Erwins Beschriftung der Hülle und diese sowie auch das Plastikteil selbst machen den gleichen abgegriffenen Eindruck, den sie schon nach kurzer Zeit erreichten. So habe ich Abacab im Alter von 14-16 gefühlt einhundertmal gehört.
Dazu kommt noch, dass ich auch Three sides live und das aus dem Radio aufgenommene Konzert der Mama-Tour sehr, sehr oft gehört habe und da sind so einige Songs von Abacab dabei. Allerdings klingen die live oft etwas besser: immerhin sind fünf Instrumentalisten bei der Sache und Tony Banks kann auch nur soundsoviele Knöpfe auf einmal drücken.

Also, alles ein reiner Erinnerungswert. Für mich die erste Band, von der ich mehr als eine Platte kannte. Shakin' Stevens zählt da nicht, denn erstens waren das eher Hitzusammenstellungen von dem und zweitens interessierte mich das Format "komplettes Album" da echt noch nicht. Und andere Gruppen wie Marillion oder Bon Jovi, von denen ich schnell mehrere Platten hatte, kamen erst ein bisschen später.

Umso erstaunlicher, dass ich diesmal weder ein Buch, noch eine besondere Stimmung oder ein bestimmtes Jahr assoziiere. Vielleicht kann man auch daran erkennen, dass die Scheibe nicht besonders atmosphärisch tiefgründig ist. Sie wird wohl schon damals mehr so an mir vorbei gerauscht sein.

Man muss sich daran gewöhnen, dass Hitlist nur noch dreimal im Monat erscheint. Mehr ist mit meiner momentan zur Verfügung stehenden Zeit und Motivation nicht drin. Ich frage mich auch öfter mal, ob das überhaupt jemand liest? Wenn ja, dann schreib doch mal!
Zu Anfangszeiten dieser Seite habe ich jede Woche Mails bekommen, obwohl die Trefferzahlen da deutlich geringer waren. Inzwischen trudelt hier nur alle Jubeljahre mal was ein.

Stephen King sagt, wenn man Autor werden will, muss man viel lesen und viel schreiben.
Ich habe einmal nachgezählt, wie viel von diesem beiden Dingen ich im letzten Jahr so betrieben habe.

Von meinem Eindruck her hatte ich eher viel gelesen in 2006, allerdings lange nicht so viel wie ich es gerne getan hätte. Meine Rechnung hat dann ergeben: 24 Bücher. Dazu stapelweise Musikzeitschriften, aber die zählen nicht. 24 Bücher finde ich aber schon ganz gut, das sind zwei pro Monat. Die waren zwar überwiegend leicht zu lesen und ein paar davon hatten auch nur ca. 200 Seiten, auf der anderen Seite waren auch acht englischsprachige dabei und mindestens vier der Bücher hatten über 500 Seiten.
Wenn ich etwas mehr Zeit und Muße hätte, dann würde ich gerne 30-40 Bücher im Jahr lesen, also ca. drei pro Monat. Mehr ist sicher nicht drin. King dagegen behauptet, 70-80 Bücher im Jahr zu lesen! Also mehr als eines pro Woche, puh!

Was das Schreiben angeht, so habe ich - so weit ich mich erinnere - gar keine Fiktion im letzten Jahr verfasst. Ich habe nahezu ausschließlich hier auf Hitlist etwas geschrieben. Wenn ich mal so grob überschlage, wie viel das war, komme ich auf 63.000 Wörter.
King sagt, als Schriftsteller solle man jeden Tag 2000 Wörter schreiben, macht also 730.000 im Jahr (ohne Urlaub), da bin ich also weit davon entfernt. Selbst wenn man rechnet, dass ich nur ungefähr einmal pro Woche etwas schreibe, komme ich nicht auf die 2000 Wörter im Schnitt (52*2000 = 104.000). Aber natürlich geht bei mir viel Zeit für das Layout und Vorüberlegungen drauf, außerdem schreibe ich nur so viel, wie mir gerade während der einen Platte einfällt und nicht zwanghaft noch mehr.
Andersrum sollen 200 Wörter ungefähr einer Seite in einem Taschenbuch entsprechen und dann komme ich auf ca. 317 Taschenbuchseiten, was ja immerhin schon ein ganzes Buch voll ist.
Nichtsdestotrotz, das ist noch steigerungsfähig.

Mein guter Vorsatz für's neue Jahr also: mehr lesen, mehr schreiben!

Stay alive and rock on,
Harvey
(25.1.07)


Genesis

(England)
1967 gegründet
1968 erste VÖ "The silent sun"-Single
1999-2005 aufgelöst

1981 Besetzung:
Phil Collins: voc, dr
Mike Rutherford: b, guit
Tony Banks: keys


Link
The musical box
Horizons
Supper's ready
Live
Selling England by the pound
Wind & wuthering
One for the vine
Seconds out
...And then there were three
Duke
Mama
Invisible touch
We can't dance

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: