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Hitlist
 




Men At Work: Business as usual
(1981/2003, 52:54)


Men At Work: Business as usual
 

Dieses Cover links finde ich ja so dermaßen übel!
Tut richtig in den Augen weh. Ein Glück, dass die Musik in den Ohren besser klingt.

Den Überhit Down under habe ich als Kind natürlich im Radio gehört. Er wird ja sogar heute noch gespielt. Ich fand das Lied damals ganz gut. Ganz so, wie ich auch Kajagoogoo, Gary Moore oder Jennifer Rush ganz gut fand. Da Men At Works Zeit aber bereits vorbei war, bevor ich mit Plattenkaufen begann, hatte ich nix von denen. Allerdings habe ich Business as usual mal beim Kumpel gehört und dabei abgespeichert, dass die Platte ganz gut sei.

So ca. 1995/96 sah ich dann auf dem Flohmarkt die LP für billig, nahm sie mit, fand sie gut und "nur" ein Jahr später war ich (endlich) Besitzer der CD. Irgendwann habe ich diese durch die neue Version (remastered and expanded) ersetzt.
Ach, ich freue mich immer wieder, wenn ich entdecke, dass Bands die man mit ihrem einzigen großen Hit identifiziert, noch viel mehr gute Musik produziert haben.

Auf Business as usual gibt es keine Ausfälle. Eine tolle Platte, die heutzutage ein bisschen nach 80ern klingt, aber eben keine Synthiemusik ist und daher noch immer gut anhörbar ist.
Man könnte MAW natürlich vorwerfen, eine billige Police-Kopie zu sein, denn die Verwendung von Reggae-Rhythmen legt dies nahe.
Während jedoch Police aus der Punk-Ecke kamen und in den New Wave und ein bisschen Progressive reinschnupperten, so sind MAW eher Sprösslinge von Pub Rock und Swing. In beiden Fällen ist natürlich auch noch ordentlich Pop dabei.

Ich denke, das Kapital dieser Band waren vor allem die Stimme Colin Hays und der Pop. Der Rest ist eigentlich nicht so spannend und auch wenn nur wenige Bands ein Lead-Saxophon einsetzen, ist das hier häufig auch verzichtbar. Die Flöte bei Down under natürlich nicht! Denn - wie rechts oben lesbar - Greg Ham spielt ja nicht immer Sax, sondern auch Flöte und Keyboards.
Es mag eine Erklärung dafür sein, dass MAW so schnell wieder in der Versenkung verschwanden, dass sie eben nur mäßig abwechslungsreiche Songideen und eine etwas beschränkte Instrumentenbeherrschung zu bieten hatten.

Ich tanze heute noch gerne zu Down under. Einer der besten Party Songs ever und der nutzt sich für mich auch nicht ab. Vom Rest der Platte ist natürlich Who can it be now? auch noch bekannt, meine Lieblingsstücke sind aber die beiden langsameren am Ende: Catch a star, ein fast reiner Reggae, und Down by the sea, eine Ballade. Wiederum kommt hier der Gesang besser zur Geltung, es ist weniger Saxophon dabei und Atmosphäre kommt auf. Aber die anderen Songs sind auch gut. Insgesamt eine der legendären LPs der 80er.

Die Neuauflage kommt mit vier Bonustracks, von denen zwei B-Seiten waren und somit den Sammler erfreuen und zwei weitere aus der viel später aufgenommenen Live-CD Brazil stammen und daher verzichtbar sind. Was ich dann nicht kapiere ist, weshalb hier der Song Anyone for Tennis?, die B-Seite der Single Who can it be now?, fehlt. Zumal noch reichlich Platz auf der CD ist. Ärgerlich! Das Lied gibt's nämlich sonst nicht auf CD.

Ich glaube, die Platte und auch die Band überhaupt, waren Dinge, für die man sich in meinem Freundeskreis Ende der 80er rechtfertigen musste, zumindest wenn man sie gut fand. Leider waren die Kumpels nicht sehr offen neuer Musik gegenüber.
Diese musste zuerst einmal auf technisch hohem Niveau sein und zweitens nicht zu hart, nicht zu indie und nicht zu poppig sein. So waren meine Lieblinge T'Pau verpönt (wegen Pop), die Pixies fand man scheisse (Indie) und die Ramones erst recht (Härte). Aber auch Lee Clayton fand keinen Anklang, ebenso Savatage oder The Cure.
Wahrscheinlich sind Jugendliche immer so intolerant. Wie soll man sich auch sonst orientieren in dieser Vielfalt? Wie soll man die Gruppenidentität bewahren, wenn alle ganz verschiedene Musik gut finden? Und überhaupt: es ist sehr wichtig, dass man sich selber toller findet als alle anderen und dann muss man natürlich auch exklusive Musik hören.
Soweit ich mich erinnere, war ich der erste aus meinem Freundeskreis, der größere Mengen CDs besaß, die die anderen am Samstagabend unter Garantie NICHT hören wollten. Mit meinen ersten Metal CDs habe ich es trotzdem immer wieder versucht, dafür ständig Geläster abbekommen und später bei Punk und Wave war ich dann nicht mehr so hartnäckig. Interessanterweise haben sich einige der damaligen Freunde irgendwann doch für andere Musik interessiert und heute ist es zum Teil umgekehrt: ich mag noch immer die alten Sachen und die können nicht verstehen, wie man sich sowas auch 2007 noch anhören kann.

Stay alive and rock on,
Harvey
(30.1.07)


Men At Work

(Australien)
1980 gegründet
1981 erste VÖ "Who can it be now"-7"
1985 aufgelöst

1981 Besetzung:
Colin Hay: voc, guit
Greg Ham: sax, voc, keys, flute
Ron Strykert: guit
John Rees: b
Jerry Speiser: dr


Link
Topanga
Brazil
Are you lookin' at me?

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: