harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Mixtape Seite 1 (2000)


9 Hits in einem Bild
 

9 Songs

9 Interpreten

ca. 40min

 

Also, jetzt kommen neun Einzelsongs aus dem Jahr 2000 und die Cover sieht man schon mal.

Ich habe mir überlegt, welche Stücke aus diesem Jahr ich gut finde - abgesehen von den Platten, die auf den Plätzen eins bis sieben kommen.
Dabei hat sich ergeben, dass ruhigere Akustikstücke mit ein bisschen Folk in der Überzahl waren. Da ein Mixtape in sich geschlossen sein muss, so dass die Songs einigermaßen zueinander passen, habe ich mich dann für ausschließlich solche Stücke entschieden.

Dabei ist der Song Liebe macht Blind von den Busters und Farin Urlaub rausgefallen, den ich ziemlich toll finde.
Es wurde auch The lost art of keeping a secret von den Queens Of The Stone Age gestrichen, das einzige Lied von ihrer Platte Rated R, das ich schon damals kannte und bis heute mein Favorit.
Gestrichen habe ich auch den Song Somebody else von Big Country, der ausgekoppelt wurde aus der 1999 erschienen CD Driving to Damascus. Der ist auch gar nicht so gut, aber mein Name steht im Booklet!
Naja und denn gab' es in 2000 noch 'ne Reihe Songs, die ich sehr gut fand, die aber entweder schon in jenem Jahr zweifelhaft waren oder wenigstens heute eindeutig überflüssig sind. Diese Songs kommen von Kapellen, die man mir gar nicht zutraut, nämlich Papa Roach, Limp Bizkit, OPM, Linkin Park und der Bloodhound Gang. Yes, von allen diesen Leuten gab's damals einen Ohrwurm, den ich irgendwie toll fand. Aber ich wollte hier keine Nu Metal- und Crossover-Zusammenstellung machen, das wäre ja übel.

Bleiben also neun Songs als meine persönlichen Hits. Wieso gerade neun? Nun, es kommen ja auch noch neun komplette Longplayer und da passt die Zahl ganz gut.
Sind nur 40 Minuten, was für eine Kassettenseite ein bisschen zu wenig ist. Aber entweder sind die anderen neun Stücke etwas länger oder ich mache sowieso keine Tapes mehr, sondern CD-R's und die sind nur 80 Minuten lang insgesamt. Sucht Euch aus welche Begründung besser klingt.

Ein Mixtape braucht ja auch eine Reihenfolge und die gibts auch. Trotzdem mache ich keine extra Nummern an die Absätze.

Der erste Song auf meinem Mixtape ist The jasmine corridor von Ian Anderson, vom Album The secret language of birds. Diese CD habe ich mir 2000 sofort gekauft und sie ist wirklich gut. Natürlich klingt alles irgendwie nach Jethro Tull. Allerdings nach einer sehr akustischen Version, im Gegensatz zu deren letzten Studioplatten, bei denen immer viele E-Gitarren dabei waren.
Ich mag auch, dass besonders viele Flöten hier zu hören sind und sogar mal hin und wieder eine Geige, oder... na, sowas was wie eine klingt. The secret language of birds hat die Top 7 nur knapp verpasst. Deswegen habe ich einen Song für den Mix ausgesucht. Dabei habe ich ein ruhiges Stück, das jedoch musikalisch abwechslungsreich klingt, ausgewählt. Es erinnert mich an schöne Zeiten vor sechs Jahren. Etwas Wehmut klingt mit in diesem Song, das Akkordion ist dabei, ein Instrument welches bei Anderson Solo immer wieder zu hören ist. Dieses Lied passt auch ganz gut zum ausklingenden Sommer. Wenn man schon früh am Abend den Sonnenuntergang sieht und daran denkt, dass die kalten, dunklen Monate folgen.
The secret language of birds ist unspektakulär, keine "große" Platte, aber nett. Von Ian Andersons Soloscheiben meiner Meinung nach die beste.

An den Soundtrack zum Film Million Dollar Hotel bin ich nur zufällig gekommen, ich hatte den gar nicht gesehen und zu jener Zeit interessierten mich U2 auch nicht besonders. Diese liefern drei Beiträge, neun andere Stücke spielt die Million Dollar Hotel Band, zu der neben Bono zum Beispiel auch Daniel Lanois und Brian Eno gehören. Ich kam in den Besitz dieses Soundtracks, weil ich bei ebey CDs ersteigert hatte und da war auch diese zufällig mit dabei.
Eine gute Platte, die man in eins durchhören kann. Als zweites Stück folgt deshalb Falling at your feet von Bono und Daniel Lanois. Die Platte habe ich damals sehr häufig gehört und lege sie immer noch gerne ein, der Song ist einer meiner Favoriten daraus. Man findet ihn auch auf dem Album Shine von Daniel Lanois. Sehr ruhig instrumentiert, sind hier U2-artige Gitarren und ein schöner Duettgesang der beiden Protagonisten zu hören. Von der Atmosphäre her ist das eben genau die Schnittmenge aus ruhigeren Liedern von U2 und Lanois. Wobei da der Unterschied auch schon nicht so groß ist (arbeiten ja auch immer zusammen).

Den Song Kryptonite von 3 Doors Down habe ich 2000 lediglich im Radio gehört, bzw. vielleicht war es auch schon 2001, denn da wurde er erneut ausgekoppelt und zwar mit mehr Erfolg als vorher. Ich habe diesem Lied keine besondere Beachtung geschenkt, doch als ich es letztes Jahr mal wieder hörte, wurde mir klar, dass ich es sehr gerne mag. Somit haben wir dann doch einen "Nu-Metal"-Titel dabei, obgleich dies hier mehr die AOR-Variante ist, die man mit Creed und ähnlich belanglosem Zeug vergleichen könnte. Ich habe auch von 3DD nur diese Maxi und interessiere mich nicht wirklich für den Rest. Weil das ja viel zu "hart" für meinen Mix ist, wähle ich die auf der Maxi enthaltene Akustik-Version.
Das erinnert mich an diesen unsäglichen Liveauftritt von Staind beim Bizarre Festival 2001, als der Sänger auf dem Hocker sitzend mit der Akustikgitarre bewaffnet rumjammerte. Brrr, übel!
Aber Kryptonite höre ich immer wieder gerne, ja es animiert mich geradezu zum Tanzen!

Dann kommt Nothing as it seems von Pearl Jam. Für mich der beste Song der CD Binaural, die insgesamt nicht so besonders gelungen ist. Doch dieses Stück kann mit abgefahrener Gitarre und sehr gutem Gesang sowie einer bedrohlichen Stimmung begeistern. Das ist keine Ballade, obwohl die Musik ganz gemächlich daherkommt, aber eben trotzdem äußerst spannungsreich. Super!

Insgesamt war 2000 für mich kein so besonders tolles Jahr, ich hatte es schon angedeutet. Auch musikmässig war ich nicht so ganz up to date und habe mir relativ wenig Platten gekauft. Allerdings habe ich mir als Belohnung für bestandene Prüfungen die Maxi-CD-Box von Marillion, die alle Maxis von 1982 bis 1988 als CD-Version enthält, geleistet. Ein schönes Teil, das zwar nicht ganz so viel Neues zu bieten hat falls man die special editions der Studio-CDs besitzt, aber diese kleinen Papphüllen, die wie die Vinylversionen aufgemacht sind, machen einfach was her.

Porcupine Tree kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht. Ihr Song Shesmovedon von der Platte Lightbulb sun ist mir seit höchstens drei Jahren ein Begriff, trotzdem soll er nach Pearl Jam auf den Mix kommen. Erstens ist er ziemlich eingängig und mit hohem Wiedererkennungswert, was man von vielen anderen Porcupine Tree-Songs nicht so sagen kann, außerdem kann auch er - wie Nothing as it seems - mit tollem Wechselspiel von E-Gitarre und akustischer begeistern. Die Stimmung ist hier ebenfalls etwas unterschwellig bedrohlich und der verzerrte Gesang gefällt mir besonders gut. Wer hätte das gedacht, PJ und PT, zwei Bands mit nicht nur ganz ähnlichen Abkürzungen, sondern auch ganz ähnlichen Songs im Jahr 2000.

Es wird jetzt etwas schneller mit Better days von den Jayhawks. Die kannte ich damals auch noch nicht und nur dieser Hit (den ich irgendwie nebenbei auch ohne Radio aufgeschnappt habe) und ein bis zwei andere gute Songs hindern mich daran, die CD Smile wegzugeben. Ansonsten ist die nämlich langweilig. Nicht nervig, aber zu eintönig und gefällig.
Aber Better days hat echt was: der Gesang erinnert ein wenig an die Beatles, die Instrumentierung eher an die Byrds, der Refrain ist extrem catchy und eine gewisse Schwermut schwingt hier auch mit. Gut dass ich den Song auf den Mix mache, dann höre ich ihn mal öfter, denn nur sehr selten lege ich die CD aus diesem Grund ein.

Die Barenaked Ladies kenne ich nur von den vier oder fünf Maxis, die ich von ihnen habe. So gut, dass ich mir eine komplette Platte kaufen würde, finde ich sie nicht. Es sind immer mal wieder Songs dabei, die mir zu amerikanisch sind oder mir irgendwie albern vorkommen. Die Typen sehen auch völlig verstrahlt aus und ich frage mich öfter mal, ob die das ernst meinen. Auch Pinch me, eine Single aus dem Longplayer Stunt, legt den Verdacht nahe, dass dem nicht so ist. Wer veröffentlicht denn im Jahr des Millenniums ein Lied mit so altmodischem Bassrhythmus und perkussivem Country-Schlagzeug? Sehr seltsam. Dabei gibt's dann noch akustische Gitarren, 'nen Solo auf der elektrischen und den Gesang, der mir etwas zu wenig Emotionen in die Lieder bringt, aber hier trotzdem passt. Kommt halt alles etwas schräg rüber.
Trotzdem - oder deswegen - mag ich dieses Lied. Hat zwar für mich keinen besonderen Bezug zum Jahr, höre ich aber immer wieder gerne.

Mark Knopfler ist in diesem Jahr endgültig aus dem Schatten der Dire Straits gesprungen. Nachdem sein erstes richtiges Studiowerk (Soundtracks nicht mitgezählt) Golden heart von '96 noch ein wenig unausgereift und stilistisch wirr klang, ist Sailing to Philadelphia eine runde sehr gelungene Sache. Diese Platte höre ich immer wieder gerne und sie hat nur knapp die höheren Plätze verpasst. Ich nehme daher What it is für den Mix, ein eher schneller Rocker mit DER Knopfler-Gitarre in Topform und einer schönen Violine als Begleitung.
Nachdem ich Golden heart im Urlaub 2001 gekauft hatte, einfach so aus Experimentierlaune, lieh ich mir etwas später diese CD aus. Erst danach wurde ich dann zum Knopfler-"Fan".
In früheren Jahren war ich ja sogar sehr fest davon überzeugt, dass die Dire Straits außer bei Alchemy (der Live-CD) öde oder schmalzig oder poppig oder alles davon seien. Das hat einige Jahre gedauert, bis ich mich mit ihren Studiosachen angefreundet hatte, die natürlich stellenweise tatsächlich alles gerade Genannte sind, aber eben auch noch sehr toll. Diese Soloplatte, und auch die beiden Nachfolger, sind jedoch mit einem modernen Ohr gehört noch viel besser als die 80er Straits, obwohl sie gerade besonders altmodisch sind. Aber hier tritt eben der Pop deutlich in den Hintergrund gegenüber Blues, Country und relaxter Stimmung.

Was jetzt noch fehlt, ist ein softer Ausklang dieses wenig partytauglichen Mixtapes. Und dazu wiederum etwas Ungewohntes: ein Song von Enya.
Die finde ich auch eigentlich sehr einschläfernd und zu pompös, doch das Stück auf dem Lord of the rings Soundtrack gefiel mir sehr gut und so habe ich denn mal die Maxi-CD von Only time für wenig Geld mitgenomen, als sie irgendwo angeboten wurde. Und diese Maxi ist als Ganzes schonmal toll und Only time ist sogar ein richtiger Song und nicht nur ein symphonisches Instrumental. Natürlich ist das wieder pompös und überwiegend mit Computern und Synthies gemacht und Enya singt mit sich selber, aber nee, der Song ist schön. Ja, ich meine "schön", also knuddelig und kuschelig, den kann man gut zu Kerzenschein auflegen wenn die Freundin da ist und bald ist alles wieder gut. Außerdem finde ich die Lyrics ganz interessant, die vom "Schicksal" handeln oder, wenn man so will, den alten Spruch "die Zeit wird's zeigen" illustrieren. Aber zugegeben, ganze Studioplatten muss ich jetzt trotzdem nicht von Enya haben.

Boah ey, neun Spitzensongs aus 2000, eine Spitzentapeseite, Harvey ist der Held, Harvey ist glücklich!


Damit man nochmal alles im Überblick hat, hier nochmal alles im Überblick:

Seite 1: 2000-Mix
  1. Ian Anderson: The jasmine corridor
  2. Daniel Lanois & Bono: Falling at your feet
  3. 3 Doors Down: Kryptonite (acoustic)
  4. Pearl Jam: Nothing as it seems
  5. Porcupine Tree: Shesmovedon
  6. The Jayhawks: Better days
  7. Barenaked Ladies: Pinch me
  8. Mark Knopfler: What it is
  9. Enya: Only time


Stay alive and rock on,
Harvey
(19.8.06)





Ian Anderson

(England)
Kopf von Jethro Tull
1983 erste Solo-VÖ "Walk into light"-LP

2000 Musiker:
Ian Anderson: voc, flute, guit, b, mand, bouzouki, perc
Andrew Giddings: accordion, piano, org, perc, b, keys
+
Gäste


Link
Wondring aloud
One white duck
The whistler
Stormwatch
Broadsword and the beast
Crest of a knave
Budapest
Rock island
Catfish rising
A little light music

Anspieltipp:

Daniel Lanois

(Kanada)
Seit Anfang der 80er Produzent
1989 erste Solo-VÖ "Acadie" -CD

2000 Musiker:
Daniel Lanois: guit, voc, steel
Bono: voc, guit, piano
Larry Mullen: dr


Link
Acadie
Here is what is

Link
Under a blood red sky
The unforgettable fire
The Joshua Tree

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:

3 Doors Down

(USA)
1998 gegründet
2000 erste VÖ "Kryptonite"-Maxi

2000 Musiker:
Brad Arnold: voc, dr
Matt Roberts: guit
Chris Henderson: guit
Todd Harrell: b


Pearl Jam

(USA)
1990 gegründet
1991 erste VÖ "Ten"-CD

2000 Besetzung:
Jeff Ament: b
Eddie Vedder: voc, guit
Mike McCready: guit
Stone Gossard: guit
Matt Cameron: dr


Link
Ten
Temple Of The Dog
Daughter
Merkinball
Yield
Live on two legs
Lost dogs
Pearl jam

Porcupine Tree

(GB)
1989 gegründet
1989 erste VÖ "Tarquins seaweed farm"-Tape

2000 Besetzung:
Steven Wilson: voc, guit, keys
Colin Edwin: b
Chris Maitland: dr
Richard Barbieri: keys


The Jayhawks

(USA)
1985 gegründet
1986 erste VÖ "The Jayhawks"-LP

2000 Besetzung:
Marc Perlman: b
Gary Louris: voc, guit
Kraig Johnson: guit
Jen Gunderman: keys
Tim O'Reagan: dr
+
Karen Grotberg: keys
Bob Ezrin: keys, synth, perc
Eric Heywood: steel, dobro
Patrick Seymour: synth


Anspieltipp:

Barenaked Ladies

(Kanada)
1988 gegründet
1989 erste VÖ "Buck naked"-EP

2000 Besetzung:
Ed Robertson: voc, guit
Steven Page: guit, voc
Jim Creeggan: b
Kevin Hearn: guit, keys
Tyler Stewart: dr


Anspieltipp:

Mark Knopfler

(GB)
Kopf der Dire Straits
1983 erste Solo-VÖ "Local hero"-LP

2000 Musiker:
Mark Knopfler: guit, voc
Guy Fletcher: keys
Richard Bennett: guit
Jim Cox: piano, org
Glenn Worf: b
Chad Cromwell: dr
+
Aubrey Haynie: violin


Link
Sultans of swing
Communique
Making movies
Alchemy
Money for nothing
The princess' bride
All the roadrunning

Enya

(Irland)
ex-Clannad
1985 erste Solo-VÖ "The frog prince"-LP

2000:
Enya: voc, all instr