harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Platz 7 Hitlist 1988


Mudhoney: Superfuzz bigmuff
 

Mudhoney: Superfuzz bigmuff
(43:44, 1988/93)

Das ist DIE Kultplatte von Mudhoney, und die ist viel mehr "Grunge" als spätere Sachen von Pearl Jam und Konsorten.

Und damit meine ich Grunge im eigentlichen Sinne, nämlich als dreckigen Bastard von Punk und 70er Rock.

Die CD liefert neben der ursprünglichen EP Superfuzz bigmuff noch ein paar Single-Tracks, dabei auch drei aus den Jahren 89 und 90. Von diesen gefällt mir Halloween am besten, wirklich manisch-hypnotisch-irre der Song. Am Ende außerdem eine Verbeugung vor Iggy und den Stooges eingebaut, cool.
Generell gilt, dass alle Stücke stilistisch gut zueinander passen. Im Vergleich zu späteren Mudhoney-Releases sind viele rauher, krachiger, verrückter und somit einfach geiler.

Der im Titel der Platte auftauchende Begriff "fuzz" passt wirklich ganz gut zur Musik. Stark verzerrte Gitarren und grollende Bässe, die aber von der Geschwindigkeit her in Richtung Punk gehen, gepaart mit Gesang, der stellenweise eher an Psycho-Geschrei erinnert, und dazu noch die richtige Attitüde, nämlich ordentlich rocken zu wollen, ziehen sich durch alle Songs. Hmm, das war jetzt aber 'n Mammutsatz. Hat den jemand verstanden?
Wilde Gitarrensolos gibt's auch.

Man findet hier übrigens zusätzlich zur EP auch noch den Hit Touch me I'm sick, einen Brocken Rotzrock den man kennen sollte! Textlich wird auch kein Blatt vor den Mund genommen. Die B-Seite des eben genannten Liedes heißt Sweet young thing ain't sweet no more und knallt der spießigen Gesellschaft quasi die E-Gitarre in die Fresse.
Auch die EP selber ist höchst genial.
Meine persönliche Beziehung zur Platte macht sich am Song If I think fest, den ich vor Jahren mal auf einem Mixtape hatte und den ich sogar einmal in einer Disko gehört habe. Ich konnte mich damals gut damit identifizieren und daher war das Lied irgendwie etwas besonderes. Und die Aussage "If I think, I think of you" finde ich auch heute noch sehr romantisch.

Ansonsten sind die besten Songs In 'n' out of grace und Mudride.

Weitere Bonuspunkte gibt's für das innere Booklet-Foto, auf dem die Leute übereinander liegen und Bierdosen in der Hand haben.

A propos: es gibt wieder Dosenbier! Hammer!
Ich hab's heute gesehen. Muss wohl mit der Neuorganisation der Pfandverordnung zu tun haben. Vielleicht ergibt sich daraus, dass es sich doch wieder lohnt Dosenbier zu verkaufen, ich weiss es nicht. Aber ich werde mir demnächst mal 'ne Palette sichern. Es sollte allerdings möglichst Hansa sein, das habe ich noch nicht gesehen. Und 0,3-Dosen wären auch gut. Dosenstechen sollte man mal wieder machen! Das ist mit 0,5ern ein bisschen schlecht. Ich jedenfalls kotze dann oder sabber mich voll.

Kürzlich habe ich mir endlich die erste Monkeywrench-CD gekauft (mit Mark Arm und Steve Turner), die auch sehr gut ist. Außerdem muss ich sagen, dass ich auch immer die Frisuren (Marke "Wischmob") der Musiker bewundert habe.

A propos: Friseure sind scheisse. Unglaublich, doch nie, aber auch NIE schaffen die es, mir 'ne vernünftige Frisur zu machen. Mädels mit abgeschlossener Ausbildung, die nett sind und sich gut kleiden und selbst 'ne besonders tolle Frisur haben, schicken mich regelmäßig mit einem schiefen, schlecht gestylten Machwerk nach Hause, da könnte man fast von Körperverletzung sprechen.
Ich denke immer: hat die keinen Freund? Würde sie nicht den Friseur umtreten wollen, der ihr den in solcher Verfassung nach Hause schickt, wie sie mich gerade? Ich raffe es nicht!

Aber ich raffe auch nicht, warum es so schwer ist, einfach gerade zu schneiden, warum es so schwer ist, symmetrisch zu schneiden und wieso gerade der Friseur meint, "Mecki" als Frisur wäre etwas, das man noch tragen kann.
Nebendran saß übrigens eine Elf- oder Zwölfjährige, die 'ne Frisur bekam als sei sie Model oder Nutte. Mehrere verschiedene Längen, gefärbte Strähnchen, gezupfte Augenbrauen. Hätte ihr mal vorschlagen sollen, dass sie noch gleich eine Tür weiter beim plastischen Chirurgen reinschaut, um sich ihre kleinen Titten vergrößern zu lassen. Passt ja sonst auch nicht.
Dank der modernen Technik braucht man die Pubertät gar nicht mehr abzuwarten, man kann eigentlich auch alles erforderliche künstlich herstellen lassen. Da sowieso die Intimrasur in ist, fällt's auch nicht weiter auf, dass da noch nichts sprießt. Zack sieht die Zwölfjährige wie 18 aus und findet auch bestimmt fix einen, der sie poppen will.

Verkackte Scheisswelt.





Mudhoney

(USA):
Gegründet 1988
Erste VÖ 1988 "Touch me I'm sick"-7"

Besetzung:
Mark Arm: voc, guit
Steve Turner: guit
Matt Lukin: b
Dan Peters: dr


Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:

Pixies: Surfer rosa
 

Pixies: Surfer rosa
(54:03, 1988)

Auch hier ist noch mehr drauf, nämlich als Bonus die "Come on pilgrim"-EP von 1987.

Die geht in die gleiche Richtung wie Surfer rosa.
Ich habe diese CD, welche mindestens die zweitbeste von den Pixies ist, erst relativ spät kennen gelernt. Erstens sind hier weniger Hits drauf - eigentlich nur Gigantic und Where's my mind - und zweitens ist die Platte ziemlich abgefahren und gefällt deswegen manchen Leuten auch nicht so. Ich jedenfalls kannte niemanden, der die hatte. Im Gegensatz zu den anderen Pixies-Platten.

Unterschiede zu den anderen sind die besonders ausgelassenen und sich an keinerlei Konventionen haltenden Songs, die verrückten Gitarren und der deutlich höhere Gesangsanteil von Kim Deal. Ähnlich wild vom Tempo her war übrigens auch Frank Blacks Soloplatte Teenager of the year, nur dass da wesentlich mehr Pop und eine aufwändigere Produktion mit dabei waren.
Die Stilistik von Doolittle deutet sich hier nur an. Man hört meistens weniger Bass, der Gesang ist weniger ausgefeilt, z.T. eher Geschrei, und die Melodien sind nicht so eingängig. Dafür ist halt ein Schuss Punk mit dabei und verrückte Gitarrenläufe, dysharmonische Passagen (sowohl in Musik als auch im Gesang) und kleine Schnipsel aus Dialogen.
Etwas mehr Pop haben zum Beispiel Break my body und River Euphrates, Vamos ist am Anfang mexikanisch angehaucht und kam anders schonmal auf Come on pilgrim vor. Hier auch mal wieder absolut irre Gitarren.

Alles in allem ein Meisterwerk wie ich finde. Auch Martin C. Strong hat ihr in seinen Discography-Büchern 10 von 10 Punkten gegeben. Also bin ich mit meiner Behauptung auf der sicheren Seite, da kann keiner was gegen sagen!
Und wer die Pixies nicht mag ist eh doof.

Ansonsten werde ich mal versuchen, die nächste Hitlist schnell nachzuschieben, um die Verspätung ein bisschen aufzuholen. Ob's klappt, weiss ich nicht.


Stay alive and rock on,
Harvey
(27.4.06)

 

Pixies

(USA)
Gegründet 1986
Erste VÖ 1987 "Come on pilgrim" -EP
1992 aufgelöst, Black Francis seitdem als Frank Black solo, gelegentliche Live-Shows

Besetzung:
Black Francis: voc, guit
Joey Santiago: guit
Kim Deal: b, voc
David Lovering: dr


Link
Oh my golly!
Doolittle

Anspieltipp: