harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




5 Kurze zum Aufwärmen


Aphrodite's Child: 666
 

Aphrodite's Child: Do it
(Song, 1:44, von "666", 1971)

Verdammte Axt!
Der Harvey kriegt's auch echt nicht gebacken.

Einfach viel zu viele Long- und Shorttracks dort draußen in der Welt.

Ausserdem habe ich nochmal einige von meinen Ideen umgeschmissen.
Also es wird jetzt jeweils nur 15 Rangplätze geben, wobei ich von einigen Bands doch mehrere Songs nenne.
Und zwar war ich der Meinung, dass wer mindestens zehn gute Lang- oder Kurzsongs hat, zwei Hits verdient. Wer sogar mindestens zwanzig solche Smasher (in meinen Augen) vorweisen kann, soll dann dreimal erwähnt werden.
Allerdings - alle zwei oder drei Songs werden auf einmal genannt und nicht bei separaten Plätzen der Hitlist. Somit hat jede Gruppe weiterhin nur einen Rangplatz in der Liste.

Damit aber nicht genug!

Zusätzlich gibt's noch drei Fünferpakete und zwar zwei zu den Shortsongs und eines zu den Longsongs. Die haben dann keine bestimmte Reihenfolge, außer von A bis Z.

Nun geht's los.

Zum Abschluss ihrer Karriere, die eher von Popsongs geprägt war, machten Aphrodite's Child mal eine richtig abgefahrene Progplatte, bei der es um die Apokalypse geht.
Kopf dieser griechischen Band war übrigens der inzwischen weltbekannte Vangelis, der damals noch seinen Nachnamen - Papathanassiou - mitschleppte.

Do it ist ein kurzer (ach, tatsächlich?) Song, der von manischem Getrommel und "ich-will-Hendrix-sein"-Gitarrensolos dominiert wird. Zwischendurch sagt jemand laut "Do it". Crazy shit.

Mehr passiert da nicht, aber ich finde das cool.

Ich lernte die Band kennen, weil jahrelang in meinen Lieblingsdiscos der Song The four horsemen gespielt wurde. Irgendein Kumpel hatte sogar die CD und ich fand den wilden Stilmix und das absolute Chaos, das auf CD 2 ausbricht ganz gut. Das ist wirklich progressiv, wenn auch nicht im Sinne von Schönklang, sondern im Sinne von zerstörerisch, ausdruckstark.

Zugegebenermaßen höre ich diese Doppel-CD nur selten, denn ich stehe ja doch eher auf Schönklang. Aber sie hat was!

Das war wohl so 1992 als ich mir die kaufte und ich habe sie seitdem auch öfter verliehen, weil immer wieder Leute The four horsemen super finden. Doch meistens haben die sich auch nur dieses eine Stück aufgenommen. Es sind übrigens fast nur recht kurze Stücke drauf. Als weitere Highlights möchte ich davon noch erwähnen The battle of the locust (0:56) und The beast (2:26).





Aphrodite's Child

(Griechenland)
Gegründet 1968, erste VÖ 1968 7" "Rain and tears"
1973 aufgelöst

Band 1971:
Vangelis: org, piano, flute, perc
Demis Roussos: b, voc
Lucas Sideras: dr, voc
Silver Koulouris: guit, perc
+
Harris Halkitis: b, sax
Michel Ripoche: trombone


Anspieltipp:


Buddy & The Huddle: Music for a still undone movie
 

Buddy & The Huddle: Fruit lover
(1:48, Song, 1996/98, von "Music for a still undone movie maybe called 'Suttree'")

Diese Band kenne ich überhaupt nicht und auch die Platte habe ich nicht.

Wahrscheinlich ein Fehler.

Vor einigen Jahren war der besagte Song mal auf einem Musikexpress Sampler (vom Glitterhouse Label) und er fiel mir sofort auf und war seitdem ein ständiger Favorit von dieser CD.

Aber seltsamerweise hat das nie dazu geführt, dass ich mir mal 'ne ganze Platte von denen gekauft hätte. Lag vielleicht aber auch daran, dass ich nie eine irgendwo rumstehen sah. Ich gehe ja sehr nach Gelegenheiten und teste vor allem Sachen an, die mal irgendwo günstig angeboten werden. Auf der CD sind immerhin gleich zwei LPs zum Thema "Filmmusik für nichtexistente Filme" drauf, kann ja nicht so verkehrt sein.

Von der Internetpräsenz sind Buddy & The Huddle eher eine Hobbyband und es war mir auch nicht möglich eine komplette Diskograhpie (mit Jahresangaben!) zu finden.

Aber mal zum Song.
Akustischer Bass, Xylophon (oder wie heisst das Teil aus Holz? Marimbaphon?) und 'ne leicht countrymässig angehauchte Gitarre werden von rauchigem Gesang begleitet, der ein bisschen irre wirkt.

Ist ein ungewöhnlicher, witziger kleiner Song, den ich immer wieder gerne höre.



Buddy & The Huddle

(Deutschland)

Band:
Roland Kopp: voc, guit, perc
Michael Ströll: guit, banjo, mand, perc, prg, voc
+
ca. 19 Gastmusiker


Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:


Dead Kennedys: Plastic surgery disasters
 

Dead Kennedys: Trust your mechanic
(1:58, Song, 1982, von "Plastic surgery disasters")

Nach großem Enthusiasmus über "Fresh fruit for rotting vegetables" und diese seltsame Compilation-CD kaufte ich mir "Plastic surgery disasters" mit der "In god we trust"-EP drauf.

Und das bremste den Enthusiasmus ziemlich.
Bis heute kann ich damit nicht so richtig warm werden. Sind zwar einige gute Punksongs drauf, aber auch langweiliges oder sich wiederholendes anderes Zeug.

Aber grundsätzlich finde ich es sehr anerkennenswert, dass die Dead Kennedys aus dem Punkklischee ausbrechen wollten und musikalisch experimentierten und auch Songs dabei hatten, die nicht zum Pogo geeignet sind, sondern eher verstören.

Mein liebster Shortsong der DK fällt im Prinzip auch in diese Sparte. Aber er hat noch Punkelemente und er ist eben kurz. Wenn die dieses Stück auf fünf Minuten ausgedehnt hätten, dann wäre das wohl auch nicht meine Sache.

Trust your mechanic fängt mit bedrohlichem Gesang und enervierenden Geräuschen aus der Gitarre an. Dann legt die ganze Band los und feuert aus allen Rohren eine Art Marschmusik mit E-Gitarre. Diese wird wieder vom Gesang mit seltsamen Geräuschen unterbrochen. Und eh man sich versieht, ist's schon wieder vorbei.

Weitere gute Shorttracks der DK sind für mich: Drug me (1:55) und I kill children (2:02, beide von Fresh fruit...) sowie Nazi punks fuck off (1:03, von In god we trust).



Dead Kennedys

(USA)
Gegründet 1978
Erste VÖ 1979 "California über alles"-7"
1986 aufgelöst

Besetzung 1982:
Jello Biafra: voc
Klaus Fluoride: b
D.H. Peligro: dr
East Bay Ray: guit


Link
Fresh fruit for rotting vegetables
Nazi punks fuck off

Anspieltipp:


Descendents: Bonus fat
 

Descendents: Wienerschnitzel
(0:12, Song, 1981, von "Fat" EP)

Die "Bonus fat" EP ist die "Fat" EP von 1981 mit der ersten Single als Bonus.

Das macht acht Songs, und die dauern nur zehn Minuten.

Also wenn ich nicht jetzt extra diese Fünferpacks hätte, wäre der "Song" nicht vorgekommen, eben weil's nicht wirklich ein Song ist.

Im Original heisst der übrigens auch Weinerschnitzel, die Amis verwechseln ja öfter "ei" und "ie", weil diese Buchstabenfolge bei denen nicht so eine Bedeutung wie bei uns hat. Ich habe aber mal den Fehler eigenmächtig korrigiert.

Bekannt ist mir das Lied aus dem genialen Pump up the volume Film (dt.: Hart auf Sendung) mit Christian Slater und Samantha Mathis. Hab ich übrigens durch Hank kennen gelernt diesen Film.

Jedenfalls spielt "Happy Harry with a hard-on" diesen Song und weil er so kurz ist, spielt er ihn mit einem "wollen wir da nochmal rein hören?" gleich ein zweites Mal. Und man muss auch wirklich sehr genau hinhören, um mitzukriegen, was da überhaupt abgeht.

Und zwar gibt jemand beim Restaurant "Wienerschnitzel" eine Bestellung auf, nämlich: "Two large cokes, two large fries, chili-cheese dog, large doctor pepper super deluxe with cheese and tomato". Die Frage "You want bill sperm with that?" wird entschieden verneint.
Dabei gibt's dann eine kurze Lärmattacke von irgendwelchen Instrumenten und fertig ist der Song. Der Rest der EP ist ähnlich, mit Ausnahme der beiden ganz alten Stücke, die einfach scheisse sind.

Ich sehe gerade im Lexikon nach, weil ich mich frage, wer denn wohl den "bill sperm" macht. Könnte Vogelsperma sein, bin ich aber nicht sicher.

Bei der Gelegenheit habe ich auch nochmal unter "Ständer" nachgeschaut. Schlage das Buch einfach mal so mittig hinten auf und mein erster Blick fällt auf der Wort "Pädagoge". Sehr gut, ich lach mich schlapp!
Und dann tatsächlich, steht drin, "hard-on", gutes Buch!



Descendents

(USA)
Gegründet 1979, erste VÖ "Ride the wild"-Single 1979

Besetzung 1981:
Milo Auckerman: voc
Bill Stevenson: dr
Frank Navetta: guit
Tony Lombardo: b


Link
I'm the one


E: A man called (E)
 

E: Symphony for toy piano in G minor
(0:34, Song, von "A man called (E)", 1992)

Ist der krank?
Oder nur skurril?
Vielleicht auch einfach innovativ?

Auf seiner ersten Soloplatte ist zwar ziemlich viel Pop und vom musikalischen her kaum Melancholie (aber zynische Texte) und trotzdem findet sich dazwischen auch dieser Minisong.

Über die Eels und den Mark Oliver Everett habe ich ja schon 'ne Menge geschrieben, deshalb hier mal keine Stories mehr. Diesen Kurzsong habe ich jetzt auch nicht irgendwie besonders ins Herz geschlossen, sondern einfach beim Durchhören für diese Hitlist als ziemlich cool empfunden.

Es ist genau das, was der Titel sagt: ein paar Noten auf dem Spielzeugklavier und damit das eine Symphonie wird gibt's noch ein kurzes Orchesterfinale. Eigentlich Schwachsinn pur, aber ich finde Schwachsinn gut. Ebenso wie kindisches Verhalten von erwachsenen Männern und stumpfen Humor. Bloß nicht zu doll erwachsen werden.

Das ist es übrigens auch, was auf den letzten beiden Eels Platten etwas fehlt: der Schwachsinn. Zusätzlich ist es natürlich immer auch ganz gut, wenn der Schwachsinn noch lustig und hörbar ist, was bei Souljacker nicht immer der Fall war.

Gute kurze Lieder von den Eels wären meiner Meinung nach auch noch: My beloved monster (2:13, von Beautiful freak), Ant farm (2:11, von Electro-shock blues) und It's a motherfucker (2:12, von Daisies of the galaxy).


Stay alive and rock on,
Harvey
(4.9.05)

 

E

(USA)
erste VÖ 1991 "Hello cruel world"-Maxi-CD
seit 1995 mit den Eels aktiv

Musiker 1992:
E: voc, diverse Instr.
Parthenon Huxley: guit, b, perc, prg
Jennifer Condos: b
Jim Lang: accordion, org, piano, keys, prg
Eric Williams: mand
Danny Davis Jr: guit


Link
Broken toy shop
Beautiful freak
Electro-shock blues
Shootenanny!
Blinking lights and other revelations
Live at Town Hall
Useless trinkets
Hombre lobo

Anspieltipp: