harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Länger tanzen!


Deep Purple: In rock
 

Deep Purple: Child in time
(Song, 10:18, von "In rock", 1970)

Heute präsentiere ich euch fünf lange Songs, die ich als Tanzflächenrenner in Erinnerung habe.

Bei den weiteren 15 Longtracks, die noch folgen werden, ist dann kein einziger dabei, den ich jemals in einer Diskothek gehört habe!

Deep Purples Child in time wurde in meiner Lieblingsdisko früher bei mir zuhause ständig gespielt. Ich konnte damals nichts damit anfangen und ich glaube, ich habe nur wenige Male mit besoffenem Kopp dazu getanzt.

Erst später legte ich mir die alten Purple-Scheiben zu und entdeckte den Song dort ganz neu. Letztlich für mich die genialste Kombination von Prog Rock und Hard Rock der Siebziger. Episch, mit geilen Solos von Gitarre und Orgel, Tempowechseln und vor allem auch diesem unvergleichlichen "aah-aah-aaaahhh" Gesang. Später haben Eloy diesem Song und auch einigen ähnlichen aus der Zeit ganz dolle nachgeeifert und waren dabei gar nicht so schlecht.

Wenn solche langen Stücke gespielt wurden in jener Disko, dann legten auch immer die exzentrischen Tänzer los. Da konnte man schon sehr viel Spaß beim Beobachten haben.
So gab es zum Beispiel den Zivikollegen von mir, der vorzugsweise barfuß mit knallenger Jeans und langem Schlabberpullover bei solchen Liedern rockte. Der hatte zudem eine VoKuHiLa-Frisur, die nicht wirklich als "lange Haare" durchging, allerdings auch nicht nach Mantafahrer aussah, sondern einfach nur seltsam war. Im "Dienst" musste er immer seinen mehrere Zentimeter langen Ohrring rausnehmen, auf dem Dancefloor wackelte dieser im Takt seiner dünnen Beine hin und her.
Ein anderer Bekannter von mir hatte wohl ein Faible für Baletttanz, auf jeden Fall sah das was er so machte ein bisschen danach aus: da wurden Pirouetten gedreht und seltsame Schrittfolgen mit spitzen Füssen vorgelegt, er beugte sich tief nach unten und warf dann wieder die Arme in die Luft.
Und es gab noch den Extremtänzer, der sich ähnlich bewegte, aber das richtig konnte und des öfteren mal einen Striptease dabei hinlegte. Einmal wurde er aus dem Laden rausgeworfen deswegen. Er hatte eine lange Lockenpracht auf dem Kopf und man konnte sich bei den Bewegungen und der Art wie er die Kleidungsstücke abstreifte des Eindrucks nicht erwehren, dass er wohl dem anderen Ufer angehörte.

Diese schrägen Typen sind nur drei von noch mehreren. Der Harvey gehörte eine zeitlang sicher auch mal dazu, aber er tanzte nicht bei Child in time. Daher zu meinem Stil erst später.





Deep Purple

(England)
Gegründet 1968
Erste VÖ 1968 "Hush" Single

Besetzung 1970:
Ian Gillan: voc
Roger Glover: b
Ritchie Blackmore: guit
Jon Lord: keys
Ian Paice: dr


Link
Burn

Anspieltipp:


Lard: The power of lard
 

Lard: The power of lard
(7:31, Song, 1989, von "The power of lard"-EP)

Lard hörte ich zum ersten Mal in einer anderen Disko und danach noch häufiger während des Studiums.

Bei diesem Song habe ich selbst oft das Tanzbein geschwungen und wenn er auch nicht so sehr abwechslungsreich und etwas zu kurz ist, wollte ich ihn deswegen trotzdem hier aufführen.

Die restlichen beiden Songs dieser EP finde ich eher überflüssig, wahrend die erste LP The last temptation of Reid ziemlich gut ist und oft gehört wurde.

Hier treffen also Ministry (mit denen ich nichts anfangen kann) und Jello Biafra aufeinander. Es handelt sich um einen sehr schnellen Song, der aber auch ruhige Zwischenstücke hat und von der Instrumentierung zwischen Elektro-Rock und Punk steht. Insbesondere das Schlagzeug wirkt ziemlich technoid.

Mein Tanzstil bei Lard: in den ruhigen Momenten abwartend ein bisschen hin und her wippend, in den schnellen Parts wie wild am abbangen. Das hat immer viel Spaß gemacht!
Allerdings habe ich das Stück auch schon lange nicht mehr irgendwo gehört. Manchmal brach neben dem wilden Haaregeschüttel dann auch noch ein bisschen der Pogo aus, auch sehr toll. Sieht man auch heute sehr selten, dass auf der Tanzfläche tatsächlich zehn bis zwanzig Leute pogen.
Manche Menschen sind ja der Meinung, Bangen sei was für Metalfreaks, aber ich hab das immer als Punk empfunden. Natürlich habe ich nicht so gebangt wie die Metalheads: statt stabil auf beiden Beinen zu stehen und unbeweglich immer nur den Kopf (und die Matte) von oben nach unten (oder rechts nach links) zu schleudern, bin ich dabei auch rumgesprungen. Der Tanzstil sollte irgendwie eigenständig aussehen, das fand ich damals wichtig. Nicht dass ich mir da wirklich Gedanken gemacht hätte oder irgendwas vorher geplant hätte, aber ein bisschen abdrehen beim Tanzen war immer gut.



Lard

(USA)
Seit 1989 hin und wieder tätiges Projekt
Erste VÖ 1989 "The power of lard"-EP

Besetzung 1989:
Jello Biafra: voc
Al Jourgensen: guit, keys, synth
Paul Barker: b, prg
Jeff Ward: dr


Link
Never breathe what you can't see

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:


Monster Magnet: Spine of god
 

Monster Magnet: Spine of god
(8:01, Song, 1991, von "Spine of god")

Die Story über meinen ersten Kontak mit Monster Magnet kann man bei der Vorstellung der kompletten Platte "Spine of god" nachlesen.

Dies ist ein richtig fettes Stück Psychedelic Rock. Wabernde Sounds, pulsierende ruhige Momente, rockende Schrammelgitarren im Zweier- bis Dreierpack... puh!
Einfach nur geil.
Da das Psycho und auch noch lang ist, muss natürlich auch eine gewisse Monotonie mit dabei sein. Aber das soll so und macht den Song nicht schlechter. Ist schon abwechslungsreich.

Dies ist zwar nicht ihr meistgespielter Tanzflächen Hit, aber dennoch habe ich den Song öfter mal in Diskos gehört. Und das ist auch eine schöne Mischung aus wildem Haargeschüttel und verplantem Hin- und Hergetaumel, was man hierbei so machen kann. Fällt gar nicht auf, wenn man total hacke ist, passt nämlich super.
Das Plattencover fand ich auch schon immer sehr geil. Wollte ich gerne mal als T-Shirt haben aber als ich mich auf'm Konzert entschloss mein Geld zu investieren, ging gerade das letzte Teil über die Theke und ich ging leer aus.

Als ich mit der Superjudge CD auch diese hier besaß, hörte ich die beiden ziemlich oft. Ich ließ das auch dauernd laufen, wenn Leute zu Besuch waren und auf allen meinen alten Mixkassetten sind Monster Magnet-Songs drauf. Ich kann mich nur nicht mehr erinnern, ob überhaupt jemand von den Studi-Freunden das auch gut fand. Na, ich glaube der Hank stand in seiner Rocker-Phase auch auf MM.
Da fällt mir übrigens gerade ein wie ich mit dem Hank in der Fabrikhallen-Disko stand und MM fingen gerade an und er meinte, jetzt müsste ich aber auch mal noch 'nen ordentlichen Zug von seiner Tüte nehmen. Ich habe mich eigentlich immer geweigert so'n Zeug zu rauchen, weil ich dachte "Saufen reicht mir". Aber an diesem Abend war ich schon ganz schön hacke und nahm daher einen tiefen Zug.
Ja, es hat mich halb aus den Latschen gehauen und während MM und Hank am Rocken waren, kämpfte ich mit meinem Gleichgewicht. Als ich das aber ein paar Minuten später wiedererlangt hatte, ging's mir wieder genauso gut (oder schlecht) wie vorher. Ich vermute also mal, das war nur der Nikotin-Flash bei mir als Nichtraucher. Die tollen Sounderfahrungen mit der Monster Musik blieben jedenfalls aus.
Woraus ich dann ableitete, dass die Kifferei nix für mich ist.

Sehr gut gefällt mir auch noch der Song Brainstorm (8:04).



Monster Magnet

(USA)
Gegründet 1989
Erste VÖ 1990 "Monster magnet"-EP

Besetzung 1991:
Dave Wyndorf: voc, guit
John McBain: guit
Joe Calandra: b
John Kleinman: dr


Link
Spine of god
Superjudge

Anspieltipp:


Sisters Of Mercy: Floodland
 

The Sisters Of Mercy: This corrosion
(10:55, Song, 1987, von "Floodland")

Während ich die beiden vorherigen Songs (Monster Magnet und Lard) erst ab ca. 1992 kannte, war "This corrosion" schon vorher ein beliebter Tanzsong.

Was mir übrigens erst vor kurzem aufgefallen ist: der Song wurde von Jim Steinman produziert, welcher wiederum ein wesentlicher Teil des orchestralen, Musical-artigen Sounds von Meat Loaf war. Und wenn man This corrosion hört, dann ist das durchaus ein Lied in jener Tradition. Nur eben ein bisschen düsterer und von Andrew Eldritch gesungen. Ansonsten sind das vor allem Chöre und Rhythmus. Sehr martialisch mit großen Gesten und ein paar kleineren Gitarren und Keyboards zur Untermalung.

Bei den Sisters und natürlich auch Joy Division, Fields, Tuxedomoon, Shock Therapy und etwas später The eternal afflict oder Dead Can Dance taten einge Kumpels und ich auf der Tanzfläche etwas, das ich für mich als "abgruften" bezeichnete. Das bedeutet, dass man überwiegend nur vor und zurück ging und sich dabei weit nach unten beugte. Manchmal hatte ich im Dunkel des Dancefloors und unter Alkoholeinwirkung geradezu das Gefühl ich würde mit meiner Nase nur wenige Zentimeter über dem Boden entlang gleiten.
Das war natürlich immer auch ein Sehen und Gesehenwerden, was mir zu der Zeit gar nicht so aufgefallen ist.
Ich habe allerdings nie zwanghaft nur Schwarz getragen, da gab es immer auch ein paar hellere Kleidungsstücke. Die komischen Opa-Mäntel mit denen wir damals durch die Gegend geschlurft sind habe ich auch längst der Altkleidersammlung übergeben. Geblieben ist aber eine Faszination für Schädelmotive und Patchouli-Duft.
Ich hab mich mit dem Zeug zwar nie einparfümiert, sondern immer nur Opium-Duftkerzen und diverse Räucherstäbchen inhaliert (Lungenkrebs lässt grüssen!), aber die Schnitten die danach rochen waren genau diejenigen die mich interessierten.

This corrosion ist auch so ein Song, der eigentlich vor allem lang ist weil er sich ständig wiederholt. Daher nicht so richtig meinen selbstauferlegten Regeln entsprechend und deswegen auch hier in der 5er Sonderrubrik. Er fällt auch etwas aus dem Rahmen im Vergleich zu den anderen Songs der CD.
Noch'n langer guter Song von den Sisters ist Temple of love (7:42).



Sisters Of Mercy

(GB)
Gegründet 1980
Erste VÖ 1980 "The damage done" -Single

Besetzung 1987:
Andrew Eldritch: voc
Patricia Morrison: b
+
diverse Gastmusiker


Link
Body electric
First and last and always
Floodland
Emma


Type O Negative: Black No. 1
 

Type O Negative: Black No. 1
(10:15, Song, von "Bloody kisses", 1993)

1993 und auch noch ein paar Jährchen danach wurde dieses Stück häufig gespielt und ich war immer mit dabei.

Manchmal wurden sogar noch ein paar weitere von der CD gleich mit gespielt, die Stücke sind ja auch mehr oder weniger verbunden. Daher auch die ungenaue Zeitangabe.
Es gibt zwar auch eine Single-Version von dem Song, aber die habe ich nie irgendwo gehört, immer nur die lange.
Da ich zu diesem Song schonmal an anderer Stelle etwas mehr gesagt habe, verweise ich einfach mal auf den Link rechts. Denn ich wiederhole mich schon unfreiwillig öfter mal, da muss das ja nicht noch absichtlich passieren.


Stay alive and rock on,
Harvey
(17.9.05)

 

Type O Negative

(USA)
Gegründet 1988
Erste VÖ 1991 "Slow, deep, hard"-CD

Besetzung 1993:
Pete Steele: voc, b
Josh Silver: keys
Kenny Hickey: guit
Johnny Kelly: dr


Link
Black No. 1

Anspieltipp: