harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 





Pink Floyd: The wall
 

Shorttracks: Platz 15


Pink Floyd: Vera
(Song, 1:38, von "The wall", 1979)

So, jetzt gibt's also endlich die 15 besten Langen und Kurzen. Erstmal kommen jede Woche fünf insgesamt. Ich werde diese Anzahl dann verringern je weiter nach oben es geht. Hoffentlich weiss ich zu den besonderen Hits auch so viel zu erzählen, dass das gerechtfertigt ist.

Zu Vera und natürlich auch der ganzen sehr genialen Platte habe ich schon so einiges erzählt, denn sie war im Jahr 1979 auf Platz 1.
Da ich mich nicht (zu sehr) wiederholen möchte, möge man doch da über Vera nachlesen.
Dass der Song so kurz ist, war mir allerdings gar nicht bewusst. Habe ich erst gemerkt, als ich den Großteil meiner CDs nach und nach in den Player einlegte, auf der gezielten Suche nach ganz kleinen, leicht zu übersehenden Liedchen.

Vera erinnert mich daran, dass ich ein paar Mädels, die in meiner Jugend auch auf meine Schule gingen, ganz gerne heute nochmal (oder überhaupt erst) kennen lernen würde. Als Schüler hatte ich nur mit wenigen Leuten von meiner Penne Kontakt und gerade über die Frauen wusste ich wenig. Bei den Typen war schon eher klar, dass die meisten scheisse waren, das konnten die einfach nicht verbergen. Auf der anderen Seite haben sich aber auch da vielleicht einige geändert mit den Jahren und Vernunft gewonnen bzw. irgendwelche sympathischen Charakterzüge.
Kann aber natürlich auch genau anders sein: auch die Frauen sind alle scheisse. Aber gut, die werden eh alle verheiratet sein und Kinderchen haben. Da können die noch so nett sein, wir leben einfach Welten auseinander, nehme ich an. Es sind ja auch viele Leute gar bis heute in unserem Kaff geblieben, weil's da so toll ist. Brr!





Pink Floyd

(England)
Gegründet 1966
Erste VÖ 1967 "Arnold Layne"-7"

Besetzung 1979:
David Gilmour: guit, voc
Richard Wright: keys
Roger Waters: b, voc
Nick Mason: dr


Link
Dark side of the moon
Wish you were here
Shine on you crazy diamond
The wall

Anspieltipp:


Anderson Bruford Wakeman Howe: ABWH
 


Longtracks: Platz 15


Anderson Bruford Wakeman Howe: Quartet
(9:23, Song, 1989, von "Anderson Bruford Wakeman Howe")

Die Ingredenzien, die Quartet für mich so toll machen, habe ich ebenfalls bereits bei der Vorstellung der ganzen CD erwähnt:
ein sehr ruhiges Stück, das mich ganz doll rührte als ich es kennen lernte. Auch wenn es echt dick aufgetragen ist und überhaupt nichts mit abgefahrenem 70er Yes-Rock zu tun hat.
Ich war so ca. 18 als ich diese CD kennen lernte und ich träumte von der Liebe.
Puhh, klingt ja ziemlich schwülstig.
Aber echt, ich dachte, was in meinem Leben fehlt, das sei die "wahre Liebe". Ich glaubte, die wäre der Schlüssel zur Lösung aller Probleme. Alles andere musste dagegen zweitrangig sein.

Ich schätze mal, das lag auch daran, weil ich nicht objektiv über so etwas urteilen konnte, sondern nur zweiter Hand. Ich war zwar schon verliebt gewesen, aber das war eine einseitige Angelegenheit mit schwachen Hoffnungen und realistisch null Chancen gewesen.

Letztens sagte ich mal, dass ich an die wahre Liebe noch immer glaube. Stimmt, so ein Film wie Die Braut des Prinzen ist noch immer das ultimative Märchen für mich und ich mag daran glauben, dass es solche Liebe wirklich gibt.
Aber auf der anderen Seite weiss ich, dass man auch ohne diese ein gutes, zufriedenes Leben haben kann.
Der Dinge, die nicht optimal klappen, die ich mir anders wünschen würde oder die schlicht fehlen in meinem Leben sind nämlich eine ganze Anzahl zu finden. Da stellt die wahre Lieben nur einen Posten dar. Also kann ich doch fröhlich sein, über die vielen Dinge die gut laufen.

Jon Anderson ist ein Meister im texten von esoterischen Belanglosigkeiten und dennoch finde ich bei diesem Song seine Wortwahl sehr gelungen. Sie regt meine Vorstellung an und die Träume und passt sehr gut zur Stimmung des Liedes.

Ganz fies ist allerdings, dass sich direkt Teakbois anschliesst. Da sitzt man versunken da und auf einmal: fiieeep! Tröööt! Blöken die Keyboards und Effekte los! Auch der Song darauf, Order of the universe, fängt ziemlich scheisse an, wird dann aber wenigstens besser.



ABWH

(England)
Einmaliges Projekt aus (ehemaligen) Yes-Mitgliedern

Besetzung:
Jon Anderson: voc
Rick Wakeman: keys
Bill Bruford: dr
Steve Howe: guit
+
Tony Levin: b
Matt Clifford: keys, prg
Milton McDonald: guit


Link
Five per cent for nothing
Heart of the sunrise
Yessongs
Soon
Going for the one
Awaken
Drama
90125
Anderson Bruford Wakeman Howe
Union
Keys to ascension 2

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:


Mother Tongue: Streetlight
 


Shorttracks: Platz 14


Mother Tongue: He's the man
(1:18, Song, 2002, von "Streetlight")

Mal wieder so ein Song, der mir viel länger vorkam. Aber das kann man ja auch als Qualitätsmerkmal von kurzen Stücken sehen, wenn sie viel länger wirken.
Ich finde, diese zweite Platte von Mother Tongue ist ihre drittbeste. Gut ausgedrückt, oder? (Sie haben nur drei.)

Nee, die is' gut, auf jeden Fall. Die Songs kommen auch live sehr gut, weil sie rockiger sind. Aber ich fand's halt ganz fein, dass auf der dritten wieder mehr 70ies und längere Instrumentalparts und sowas waren. Wäre eigentlich mal Zeit für was Neues! Ich hab' sogar mal etwas von einer Doppel-CD gelesen, das war allerdings auch schon letztes Jahr.

He's the man ist im typischen Mother Tongue-Stil: verzerrte Stimme mit schönen Backgroundgesängen, Gitarren und Bass lassen ein Riffstakkato vom Stapel, das funky wirkt. Dazu gibt's gelegentliche Leadgitarreneinsprenksel. Sehr eigenständig, sehr cool.
Könnte man als "ihren Stil" bezeichnen und der wird hier besonders rockig und kompakt dargeboten.
Das müsste eigentlich auch etwas für alle echten Fans der Chili Peppers sein.



Mother Tongue

(USA)
Gegründet 1990
Erste VÖ 1994 "Mother tongue"-CD

Besetzung 2002:
Christian Leibfried: guit
Bryan Tulao: guit
David Gould: b, voc
Chris Cano: dr
+
Gabriel Roland: dr


Link
Mother tongue
Ghost note
Follow the trail

Anspieltipp:


Phil Collins: But seriously
 


Longtracks: Platz 14


Phil Collins: Colours
(8:51, Song, 1989, von "...But seriously")

Was man nicht alles vereinbaren kann: ich höre Exploited aber auch Phil Collins.

Naja, ich höre ihn relativ selten, aber es gibt zwei Gründe, warum ich manche Sachen von ihm ganz gerne höre:
1. bin ich mit dieser Musik aufgewachsen und von daher verbinde ich Erinnerungen damit und habe bestimmte Songs (bis einschliesslich But seriously, danach nicht mehr) mindestens fünfzig Mal gehört. Ach, Mumpitz, eher hundert Mal.
2. mag ich Pop und Collins macht zwar belangloses seichtes Zeug, aber wenn ich Bock auf Pop habe ist das keine schlechte Wahl.

Als But seriously rauskam, befand ich mich auf den Höhepunkt meines Collins-Fantums. Zwar hatte ich auch gerade Hardrock entdeckt und Progressive Rock auch ein wenig, aber an Collins gefielen mir nicht nur die Popsongs, sondern auch die Schmusetitel (siehe Anderson Bruford Wakeman Howe oben) und ich war zudem der Meinung er sei echt cool und witzig. Also...hmm...

Das würde ich nun nicht mehr alles unterschreiben. Obwohl ich auch glaube, dass er von den Medien ungerechtfertigt oft in bestimmte Schubladen gesteckt wird.

Das Phil Collins-Konzert hat mich 1990 ca. DM 65.- gekostet und das wäre für heutige Verhältnisse etwa das gleiche in Euros. Verdammt viel für einen Schüler! Leider war in dem Jahr, das bis zum Auftritt verging, meine Begeisterung deutlich geschrumpft und Herr Collins wurde von mir nicht mehr als cool, sondern stellenweise sogar als peinlich empfunden. Da hätte ich mir vielleicht noch eher Genesis auf der We can't dance-Tour leisten sollen, aber da hatte ich nach der Collins'schen Vorstellung dann auch keine Lust mehr drauf. Nee, da war doch auch der Einfluss von Indie- und Punkmusik dann zu groß.
Jedenfalls meine ich noch heute, dass dieses Konzert eines der schlechtesten war, das ich jemals sah. "Schlecht" im Sinne von: "gefiel mir nicht". Natürlich waren die Musiker exzellent und 'ne zünftige Samstagabend-Show war auch dabei. (Das war gar nicht so anders als Wetten dass..!)
Ein paar Jahre später habe ich dann auch alle meine Phil Collins-CDs verkauft.
Nur um dann noch ein paar Jahre später festzustellen, dass da doch zu viel Nostalgie drinsteckt. Also habe ich sie mir wieder besorgt. Allerdings habe ich nach But seriously lange garnix gehabt, weil ich die Live-CD ja auf keinen Fall wollte und der Rest interessierte mich auch null. Irgendwann hat mich wieder mal die Sammelleidenschaft gepackt und ich dachte mir z.B.:"ach nur 5 Mark für Dance into the light, eingekauft!".

Colours ist DER Solosong von Phil Collins, den ich mir am ehesten auch von Genesis gespielt vorstellen könnte. Und es ist auch sein längster. Der ist nämlich nur ein bisschen Pop und ansonsten sogar sehr abwechslungsreich und "progressiv".
Colours gefiel mir schon beim ersten Hören der CD und war immer ein Favorit aus seinem Repertoire bei mir. Das ist mit der Zeit noch stärker geworden, als ich manche seiner Balladen und Trompetenstücke irgendwann nicht mehr hören konnte.

Hier kommen auch Trompeten vor und Drumcomputer, aber der Song ist spannend, hat Power, einen interessanten Text und auch relativ viele Gitarren. Natürlich ist er vom Stil her bzw. von der Produktion recht typisch für die Phase damals. So hört man auch dauernd so klingelnde Keyboards, wie sie auch von Another day in paradise bekannt sind. Egal. Auch das Lied ist nicht so übel.
Denn: ich weiss noch wie ich dazu in der Disco getanzt habe. Und wie es auf einer Geburtstagsparty lief und ich schön angeheitert war.
Und natürlich, dass ich unbedingt dabei ein Mädchen küssen wollte. Sowohl auf der Party als auch bei diesem Lied. Was ich beides (bis jetzt) jedoch nicht getan habe.
Aber von heute betrachtet und mit der Überlegung, dass ich ja kein alter, spießiger Sack sein will, wäre denn ja doch Küssen bei Exploited besser! Ich glaube, das fehlt mir auch noch.



Phil Collins

(England)
Erst Drummer, später auch Sänger von Genesis
Erste Solo-VÖ 1981 "In the air tonight"-Single

Musiker 1989:
Phil Collins: keys, dr, voc
Daryl Stuermer: guit
Dominic Miller: guit
The Phenix Horns
Leland Sklar: b
+
Gäste


Link
Face value


Die Skeptiker: Schwarze Boten
 


Shorttracks: Platz 13


Die Skeptiker: Ein Lied...
(1:49, Song, von "Schwarze Boten", 1993)

Nachdem Sauerei DIE Politpunk Platte der Skeptiker war, mit besonders deutschpunkiger Musik und extremen Texten, ging Schwarze Boten ein bisschen mehr in die Crossover/Hardcore-Ecke (von der Musik) und war textlich ein wenig anspruchsvoller.

Der Text zu Ein Lied... ist von Ernst Neubach und es geht um die Verquickung von Musik und Liebe. Tja, heute wohl mein Thema.

Das witzige an diesem Song ist, dass zunächst bei einsamer Gitarre der Eugen Balanskat seine gesanglichen Fähigkeiten in hellem Schein präsentiert und dann doch die Punkcombo ihre Instrumente rausholt und voll losbrettert. Solch einen Punk/Hardcoresong gibt's auch nicht oft.

Ausserdem gewinnt der Song für mich an Bedeutung, weil er das Intro auf meinem Interrail-1995-Tape war. Und neben der Erinnerung an den Urlaub (die angenehm ist), habe ich diese Kassette auch danach immer wieder rauf und runter gehört. Es war meine erste Mixkassette bei der ich konsequent alle von mir gehörten Stilrichtungen vermischt habe. Das hatte ich mir vorher nicht so recht getraut, weil ich dachte, das ginge nicht oder das könnte sich dann niemand anhören.
Quatsch! Nur sinnvoll angeordnet müssen die Lieder sein. Und das hat hier ziemlich gut geklappt.
Gerade hole ich das Tape nochmal hervor und freue mich sofort an diesem fröhlichen Mädel als Umschlaggestaltung.
Nach den Skeptikern kam Ballad of Bodmin Pill von New Model Army. Auch ein ganz großer Song! Und dann der Interstate love song von den Stone Temple Pilots! Super! Könnte ich 'ne eigene Hitlist von machen, so gut ist das Tape.
Allerdings (da wird der Hank böse) habe ich hier einige Gruppen zweimal drauf, was man nicht tut! (Big Country und WIZO sind es, die hatten gerade neue Platten draussen.)
Aber fuck the rules!
Ach genau, das goldene Stück Schweinchen! Geil. Da habe ich aber schon 1995 etwas zu geschrieben, also lest da mal nach, was diese kryptischen Bemerkungen sollen. Bringt allerdings nicht viel.

"Harvey? Benimmt sich wie immer. Schreit, springt im Zimmer rum und sabbert die Tastatur voll."


Stay alive and rock on,
Harvey
(9.10.05)

 

Die Skeptiker

(Deutschland)
Gegründet 1986
Erste VÖ 1989 "Die anderen Bands"-7"
2000 aufgelöst

Besetzung 1993:
Eugen Balanskat: voc
Lars Rudel: guit
Jan Fratwurst: guit
Mathias Kahle: b
+
Ulli Kusch: dr


Link
Harte Zeiten
Wehr dich!

Anspieltipp: