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Longtracks: Platz 9
The Cure: The same deep water as you
(9:22, Song, 1989, von "Disintegration")
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Disintegration höre
ich inzwischen nicht mehr so oft. Ich habe mich eher wieder
den älteren Cure-Platten zugewandt, auch durch
die Remasters, die alle eine zweite CD dabei haben.
Trotzdem ist dies noch immer meine Lieblingsplatte, wegen
der Dichte der Atmosphäre, wegen der tiefgründigen
Songs und wegen der gespeicherten Erinnerungen.
Manchmal bin ich etwas traurig,
wenn ich merke, dass Erinnerungen verblassen und irgendwann
ganz verschwunden sind. Ich denke an eine bestimmte Zeit zurück
und mir fällt nicht mehr sehr viel dazu ein. Vor allem
aber: der emotionale Gehalt der Erinnerungen lässt nach.
Ich sehe - flimmernd und ein wenig durchsichtig - wichtige
Szenen aus meinem Leben vor dem inneren Auge und sie bewegen
mich gar nicht. Wie glücklich war ich doch! Aber ich
kann es nicht mehr nachfühlen. Wie sehr habe ich gelitten...
aber ich kann nicht mit mehr hineinversetzen, kann mich nicht
mehr erinnern. Ich möchte aber gerne meine Erinnerungen
behalten, denn sie kommen mir vor wie kleine Schätze.
Vielleicht schreibe ich deswegen so viel auf.
Natürlich ist die Gegenwart wichtiger. Aber so etwas
wie totale Amnesie, keine Vergangenheit vorhanden, stelle
ich mir ganz schlimm vor. Ich bin ich, wegen der Dinge in
meiner Vergangenheit. Wenn ich diese vergesse, geht ein Stück
meiner Identität verloren.
Kürzlich schlug meine
Schwester vor, dass der Grund weshalb ich Erinnerungen so
sehr mag, vielleicht die Tatsache sein könnte, dass ich
davon recht wenige habe, weil ich nicht so viele "verrückte"
oder "neue" Dinge erlebt habe.
Dass man weniger behalten kann, wenn man besonders viele Erfahrungen
sammelt, ist klar. Dennoch meine ich, dass bei jedem ähnlich
viele Dinge, nämlich nur die wirklich wichtigen, als
bleibende Erinnerungen abgespeichert werden. Und was "wichtig"
bedeutet, ist eben verschieden. Nur weil ein Erlebnis weniger
spektakulär klingt, heisst es ja nicht, dass dieses auch
für mich weniger wichtig war.
Im übrigen stimmt es natürlich nicht, dass ich nichts
erlebt hätte. Nur waren das andere Dinge und vielleicht
nicht solche, die jemand anders erinnern würde.
Wenn ich noch genau weiss, wie ich damals von Tino Disintegration
ausgeliehen habe und mir sofort der Zeitungsausschnitt über
The Cure (den er aufgehoben hatte) aus dem Booklet
entgegen fiel und wie ich dann diese CD gehört habe und
sie "teilweise ganz in Ordnung fand" und mir aus
den "besten" Stücken etwas mehr als eine 90er
Seite einer Kassette zusammen stellte, dann war dieses alles
(und was noch kommen sollte) ein wichtiges Erlebnis für
mich.
Auf der Kassette hatte ich
Fascination street und Untitled herausgenommen,
ersteres auch nach meiner heutigen Meinung das schwächste
Stück der Platte und trotzdem im Gesamtzusammenhang essentiell
wie alle anderen.
"So we shall be together...",
ätherische Gitarrensolos, orchestrale Keyboards und Effekte,
die tatsächlich Gedanken an Regen aufkommen lassen können...
wunderschön dieses Lied. Traurig auch, richtig.
Mein Tape verrät mir,
dass ich es am 20.5.1992 aufgenommen habe. Das überrascht
mich! Ob das ein besonderes Datum für mich ist? Soweit
ich mich erinnere (!?), habe ich mich auch mal am 20.5. verliebt.
Auch wenn man Lullaby
heute als 80er Hit einstufen kann, so ist die Platte dennoch
zeitlos. Einiges habe ich zum gesamten Album schon vor längerer
Zeit in meiner zweiten Hitlist geschrieben, rechts mal auf
Disintegration klicken und lesen!
Ganz besonders gut finde ich übrigens auch From the
edge of the deep green sea (7:40) vom Nachfolger Wish!
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