harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 





Therapy?: Troublegum
 

Shorttracks: Platz 10


Therapy?: Knives
(Song, 1:56, von "Troublegum", 1994)

Damit war natürlich zu rechnen: je weiter nach oben ich in dieser Längenhitlist komme, desto mehr meiner Dauerfavoriten tauchen auf. Ist ja auch klar, dass meine Lieblingssongs auch von meinen Lieblingsbands kommen und diese auch meine Lieblingsalben gemacht haben. Im großen und ganzen jedenfalls.

Troublegum ist noch immer DER Hit von Therapy? für mich, auch weil ich die Band mit dieser Scheibe richtig kennen lernte. Aber die "Neue" vom letzten Jahr folgt dicht hintendran, denn ich höre sie noch immer des öfteren.

Knives ist der erste Song auf der CD und legt gleich heftig los: volle Gitarrenbreitseite, wildes Drumming, ein Lied zwischen Punk und Metal mit rausgebrüllten Lyrics über jemanden, der nicht weiter weiss. "I'm gonna get drunk, come round and fuck you up" heisst es da und "All people are shit".
Die Kacke dampft und hier wird der Wut Luft gemacht. Also ein hervorragender Einstieg und inhaltlich nachvollziehbar. Im Vergleich zu manchen anderen Stücken der CD (wie etwa dem Nachfolger Screamager) nicht wirklich eingängig, sondern eher ein Tritt in die Fresse.

Weitere sehr gute kurze Songs von Therapy? sind: Accelerator (2:15, von Nurse), Opal mantra (2:29, von gleichnamiger EP) und Nowhere (2:26, von Troublegum).





Therapy?

(Nordirland)
Gegründet 1989
Erste VÖ 1990 "Meat abstract"-Single

Besetzung 1994:
Andrew Cairns: voc, guit
Fyfe Ewing: dr
Michael McKeegan: b


Link
Shortsharpshock ep
Born in a crash
Troublegum
Diane
Suicide pact - you first
High anxiety
Never apologise never explain
One cure fits all
Crooked timber

Anspieltipp:


Gamma Ray: Heading for tomorrow
 


Longtracks: Platz 10


Gamma Ray: Heading for tomorrow
(14:30, Song, 1990, von "Heading for tomorrow")

Dieser Song ist monumental, symphonisch und vor allem sehr 70ies beeinflusst.
Als ich früher diese CD so toll fand und dieses Stück, da wusste ich natürlich noch nichts von Siebzigerbands wie Deep Purple oder Black Sabbath. Kai Hansen verbindet hier die improvisativen Strukturen und ausgedehnten Soli solcher alten Bands mit dem modernen Speedmetal seiner eigenen Gruppe. Die schweren Gitarren sind eher untypisch für Gamma Ray, die Chöre und Keyboards dagegen sehr typisch.
Die Texte bei diesem Song sind ein bisschen esoterisch aber nicht solch klischeeüberladenes Fantasy-Zeug, das später öfter auftauchte.

Ich konnte jedenfalls bei Heading for tomorrow wunderbar träumen und rocken zugleich und mit dem Chimpy zusammen konnten wir sogar im Chor singen "We are heading for tomorrow, but we don't know if we're near!" Das hat Spaß gemacht.

Vor einiger Zeit habe ich tatsächlich mal Gamma Ray live gesehen und das war mein erstes (richtiges) Metalkonzert.
Chimpy und ich hatten zwar immer mal zu einem Gamma Ray/Running Wild Package hin gewollt, aber das hatte nicht geklappt. Obwohl die tatsächlich mal zusammen unterwegs waren.
Jedenfalls habe ich mir für das Gamma Ray Konzert noch deren neuere Veröffentlichungen angehört und war sehr gespannt.
Meine Eindrücke sind aber etwas zwiespältig. Zum einen ist Kai Hansen echt sympathisch und die Band hat gut gerockt. Ich hab sogar bei alten Helloween-Hits rumgepogt, da hat mich einfach die Erinnerung mitgerissen. Auf der anderen Seite haben die ihr Set doch recht routiniert abgespult und von den neueren Songs waren mir einige zu dick aufgetragen. Ich mochte ja auch Ralf Scheepers als Sänger lieber, das kam auch noch hinzu.
Metal-Musiker sehen ziemlich uncool aus. Ist zwar nicht mehr so schlimm wie in den 80ern und älter sind sie ja auch geworden, aber trotzdem ist der Heavy-Look nicht cool, finde ich. Da stehen auch die Frauen nicht drauf.

Allerdings befürchte ich, dass ich ebenfalls ziemlich uncool aussehe. Wahrscheinlich ist es mit über 30 gar nicht mehr möglich, in den Augen junger Völker noch cool auszusehen. Jedenfalls ziehe ich mir Sachen an, die ich total toll finde und bin mit meinem "Look" zufrieden. Aber komme ich dann unter jüngere Leute, z.B. in Diskos, dann passe ich da echt nicht rein.
Auch oder gerade wenn das mehr so Indierocker sind. Denn ich kleide mich ja noch immer so, wie man sich unter solchen Leuten vor ca. zehn Jahren angezogen hat und heute ist das doch irgendwie anders geworden. Da gibt es junge Mädels die sich für voll "Punk" halten und ich würde nicht einmal ein kleines bisschen davon bemerken. Ich denke mir dann "ok, sind ja noch so jung". Können also gar nicht so genau wissen, was sie da sagen. Und Weisheit kommt halt mit dem Alter. Aber wenn man dann in so einer Menschenmenge steht, dann kann man leichte Zweifel bekommen, weil ALLE so anders angezogen sind und seltsame Haarfrisuren haben.

Ich bin aber auch immer sehr streng bei sowas und kompromisslos. Lackierte Fingernägel und Punk: das geht nicht! Es sei denn schwarz. Und Robbie Williams hören oder dabei abtanzen geht schon gar nicht! Mal als Beispiele jetzt, die Liste ließe sich noch ein bisschen fortsetzen.

Ach, eh alles Mumpitz. Es kommt auf die Einstellung an.
Ich mache mir trotzdem immer wieder Gedanken um solche Äußerlichkeiten.



Gamma Ray

(Deutschland)
Gegründet 1989
Erste VÖ 1990 "Heading for tomorrow"-CD

Besetzung 1990:
Ralf Scheepers: voc
Kai Hansen: guit
Uwe Wessel: b
Mathias Burchardt: dr
+Gäste


Link
Heading for tomorrow
Sigh no more

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:


Lemonheads: Come on feel
 


Shorttracks: Platz 9


Lemonheads: Being around
(1:48, Song, 1993, von "Come on feel")

Die Lemonheads-CD habe ich auch schon ganz doll gelobt (siehe Link rechts). Jetzt mein Lieblingssong davon.
Es ist ein Liebeslied und ich mag es wegen der Einfachheit und wegen des Textes.

Es geht um lauter lustige Vergleiche: wenn ich der Teppich wär', würdest du deine Füße abtreten? So in der Art.
Das wird mit Akustik- und Slidegitarren vorgetragen, eher schon ein Countrysong, recht flott und nicht besinnlich oder so.

Andere kleine aber feine Songs der Lemonheads: Bit part (1:51, von It's a shame about Ray), Down about it (2:15, von Come on feel), Second chance (2:03, von Hate your friends), Shaky ground (1:47, B-Seite).



Lemonheads

(USA)
Gegründet 1983
Erste VÖ 1986 "Laughing all the way to the cleaners"-EP

Besetzung 1993:
Evan Dando: voc, guit, piano
David Ryan: dr
Nic Dalton: b
+
Juliana Hatfield: voc
Sneaky Pete: guit


Link
Come on feel

Anspieltipp:


The Cure: Disintegration
 


Longtracks: Platz 9


The Cure: The same deep water as you
(9:22, Song, 1989, von "Disintegration")

Disintegration höre ich inzwischen nicht mehr so oft. Ich habe mich eher wieder den älteren Cure-Platten zugewandt, auch durch die Remasters, die alle eine zweite CD dabei haben.
Trotzdem ist dies noch immer meine Lieblingsplatte, wegen der Dichte der Atmosphäre, wegen der tiefgründigen Songs und wegen der gespeicherten Erinnerungen.

Manchmal bin ich etwas traurig, wenn ich merke, dass Erinnerungen verblassen und irgendwann ganz verschwunden sind. Ich denke an eine bestimmte Zeit zurück und mir fällt nicht mehr sehr viel dazu ein. Vor allem aber: der emotionale Gehalt der Erinnerungen lässt nach. Ich sehe - flimmernd und ein wenig durchsichtig - wichtige Szenen aus meinem Leben vor dem inneren Auge und sie bewegen mich gar nicht. Wie glücklich war ich doch! Aber ich kann es nicht mehr nachfühlen. Wie sehr habe ich gelitten... aber ich kann nicht mit mehr hineinversetzen, kann mich nicht mehr erinnern. Ich möchte aber gerne meine Erinnerungen behalten, denn sie kommen mir vor wie kleine Schätze. Vielleicht schreibe ich deswegen so viel auf.
Natürlich ist die Gegenwart wichtiger. Aber so etwas wie totale Amnesie, keine Vergangenheit vorhanden, stelle ich mir ganz schlimm vor. Ich bin ich, wegen der Dinge in meiner Vergangenheit. Wenn ich diese vergesse, geht ein Stück meiner Identität verloren.

Kürzlich schlug meine Schwester vor, dass der Grund weshalb ich Erinnerungen so sehr mag, vielleicht die Tatsache sein könnte, dass ich davon recht wenige habe, weil ich nicht so viele "verrückte" oder "neue" Dinge erlebt habe.
Dass man weniger behalten kann, wenn man besonders viele Erfahrungen sammelt, ist klar. Dennoch meine ich, dass bei jedem ähnlich viele Dinge, nämlich nur die wirklich wichtigen, als bleibende Erinnerungen abgespeichert werden. Und was "wichtig" bedeutet, ist eben verschieden. Nur weil ein Erlebnis weniger spektakulär klingt, heisst es ja nicht, dass dieses auch für mich weniger wichtig war.
Im übrigen stimmt es natürlich nicht, dass ich nichts erlebt hätte. Nur waren das andere Dinge und vielleicht nicht solche, die jemand anders erinnern würde.
Wenn ich noch genau weiss, wie ich damals von Tino Disintegration ausgeliehen habe und mir sofort der Zeitungsausschnitt über The Cure (den er aufgehoben hatte) aus dem Booklet entgegen fiel und wie ich dann diese CD gehört habe und sie "teilweise ganz in Ordnung fand" und mir aus den "besten" Stücken etwas mehr als eine 90er Seite einer Kassette zusammen stellte, dann war dieses alles (und was noch kommen sollte) ein wichtiges Erlebnis für mich.

Auf der Kassette hatte ich Fascination street und Untitled herausgenommen, ersteres auch nach meiner heutigen Meinung das schwächste Stück der Platte und trotzdem im Gesamtzusammenhang essentiell wie alle anderen.

"So we shall be together...", ätherische Gitarrensolos, orchestrale Keyboards und Effekte, die tatsächlich Gedanken an Regen aufkommen lassen können... wunderschön dieses Lied. Traurig auch, richtig.

Mein Tape verrät mir, dass ich es am 20.5.1992 aufgenommen habe. Das überrascht mich! Ob das ein besonderes Datum für mich ist? Soweit ich mich erinnere (!?), habe ich mich auch mal am 20.5. verliebt.

Auch wenn man Lullaby heute als 80er Hit einstufen kann, so ist die Platte dennoch zeitlos. Einiges habe ich zum gesamten Album schon vor längerer Zeit in meiner zweiten Hitlist geschrieben, rechts mal auf Disintegration klicken und lesen!
Ganz besonders gut finde ich übrigens auch From the edge of the deep green sea (7:40) vom Nachfolger Wish!



The Cure

(England)
Gegründet 1976 als "Easycure"
Erste VÖ 1978 "Killing an arab"-7"

Besetzung 1989:
Robert Smith: voc, guit, keys
Simon Gallup: b, keys
Boris Williams: dr
Porl Thompson: guit, keys
Roger O'Donnell: keys


Link
Three imaginary boys
Boys don't cry
Seventeen seconds
Faith
Pornography
The head on the door
Kiss me kiss me
Disintegration
Wish
Paris/Show
Wild mood swings
Join the dots


Genesis: Foxtrot
 


Shorttracks: Platz 8


Genesis: Horizons
(1:43, Song, von "Foxtrot", 1972)

Endlich darf ich mal solche alten Sachen vorstellen!
Vielleicht könnte man Horizons als "den" Hackett-Song von Genesis bezeichnen, auch wenn er an vielen anderen ebenfalls beteiligt war bzw. fast alle alten Sachen ohne ihn nicht das wären was sie sind. Aber Horizons ist ein Song, den er schon immer auch sehr gerne solo vorgetragen hat und es ist eben auch ein Akustikgitarrensong.

Während Anthony Phillips und Mike Rutherford eher Akkorde zusammen spielten und im weiteren Sinne Popsongs schrieben, machte der Hackett immer gerne mal einen technisch anspruchsvollen, exzentrischen Akustik- oder auch Elektrikpart alleine.
Horizons ist ein ruhiges, sanftes Stück, das sich um ein Thema, welches sofort ins Ohr geht, aufbaut. Dieses hat einen hohen Wiedererkennungswert und das Stück daher auch insgesamt.
Auch wenn hier filigrane Technik am Werk ist, handelt es sich trotzdem um ein richtiges Lied und keine Demonstration der Spielfertigkeit ohne Inhalt. Im Gegenteil, die Musik unterstützt ganz klar Assoziationen und Bilder davon, was denn wohl am Horizont zu sehen sein könnte.

Genesis haben noch 'n paar andere kurze Songs gemacht, die ich besonders mag, als da wären: The silent sun (2:15, von From genesis to revelation), For Absent Friends (1:47, von Nursery cryme), Cuckoo cocoon (2:10), Hairless heart (2:09, beide von The lamb lies down on broadway)


Stay alive and rock on,
Harvey
(23.10.05)

 

Genesis

(England)
Gegründet 1967
Erste VÖ 1968 "The silent sun"-Single

Besetzung 1972:
Peter Gabriel: voc, flute, perc, oboe
Phil Collins: dr
Mike Rutherford: b, guit, cello
Tony Banks: org, piano, guit
Steve Hackett: guit


Link
The musical box
Supper's ready
Live
Selling England by the pound
Wind & wuthering
One for the vine
Seconds out
...And then there were three
Duke
Abacab
Mama
Invisible touch
We can't dance

Anspieltipp: