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Camel: The single factor
(38:28, 1982)
Objektiv betrachtet hat diese Platte eine Menge großer
Nachteile und das komische Cover ist nur einer davon.
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Aber es geht hier ja nicht
um Objektivität!
Im Gegenteil, meine persönlich Subjektivität steht
ganz im Zentrum! Hey und ich finde die LP toll!
Leider habe ich sie immer
noch nicht auf CD, denn als vor einigen Jahren alte Camel-Platten
als Remasters mit Bonussongs neu herauskamen, stoppte ich
alle CD-Käufe, um jeweils die neue Version abzuwarten.
Allerdings war bei Moonmadness (bzw. der Liveplatte)
Schluss und erst im letzten Jahr wurde vom anderen Ende Stationary
traveller nachgeschoben. Seltsam.
The single factor
hat mit der Asia-Scheibe gemeinsam, dass sie sehr poppig
klingt und nur kurze Songs zu bieten hat. Außerdem sind
auch hier eine große Anzahl an "Berühmtheiten"
vertreten, wenn auch eine Nummer unbekanntere. So ist David
Paton bei Pilot und dem Alan
Parsons Project gewesen, Anthony
Phillips war bei den beiden ersten Genesis-Platten
dabei und bei den Backing Vocals tut sich noch Chris Rainbow
hervor, auch vom APP bekannt. (Auf Tour gehörte
zusätzlich noch deren Drummer Stuart Tosh dazu. Der Grund
ist: als Andy Latimer diese Platte in mühseliger Kleinarbeit
zusammen bastelte, waren Alan und seine Leute nebenan
auch gerade am Aufnehmen.)
Die Unterschiede zu Asia
sind aber weit augenfälliger: die Platte war ausgesprochen
erfolglos, die Musik ist softer mit mehreren Instrumentalsongs
und vor allem ist hier keine feste Band am Werk.
Auch das letzte Gründungsmitglied außer Andrew
Latimer hatte Camel verlassen und die Songs wurden
von ganz unterschiedlichen Musikern aufgenommen. Nachdem auf
dem Vorgänger Nude keine richtigen Singles waren,
stand Latimer außerdem unter deutlichem Druck der Plattenfirma,
nun aber mal ein paar Hits zu produzieren. All dies trägt
dazu bei, dass die LP wenig geschlossen, sondern eher zusammen
gestückelt klingt. Besonders ideenreich und progressiv
sind die Songs auch nicht.
Es verwundert mich aber, dass beispielsweise die Singles No
easy answer und You are the one nicht erfolgreich
waren, denn sie sind sehr eingängig, mit rundem Zusammenspiel
von Gitarre, Bass, Keyboards, Schlagzeug und Mitsingrefrains.
Dazu mal 'n kurzes Solo von Latimer und einige Teppiche, gewebt
von den Keyboards. Alan Parsons war im selben Jahr
mit der Platte Eye in the sky recht gut in den Charts.
Und diese ist zwar technisch aufwändiger und hört
sich mehr aus einem Guss an, musikalisch ist sie aber nicht
so weit weg von The single factor. Wobei ich jene besser
finde, da sie abwechslungsreicher ist und auch im Gesamtwerk
der Band für sich steht. Beim APP dagegen gibt's
so einige Platten die ganz ähnlich klingen. Verwechslungsgefahr.
Ich persönlich mag auch
die schnulzige Ballade Heroes sehr, auch weil ich den
Gesang von David Paton gut finde. Und die Instrumentalstücke
(und Lullabye) sind zwar keine großartigen Besonderheiten,
aber sie sind stimmungsvoll und entspannend, mal abgesehen
vom eher schnellen Sasquatch, das aber einer meiner
Lieblingssongs ist, weil es auch auf Pressure points
auftaucht. Dazu ist aber zu sagen, dass die Liveversion deutlich
kraftvoller und daher auch besser ist, als diese Studioversion.
Von Seite 2 fallen mir noch besonders ins Ohr: Erstens Camelogue,
das Andy Latimers Unsicherheit über den Weg der Band
ausdrückt und ein nettes Stück Gitarrenmusik mit
schönen Melodien ist. Dieses zeigt auch schon ein bisschen
den Weg in den 90ern auf: etwas ausgebaut könnte ich
mir das Lied auch auf einer späteren Platte vorstellen.
Zweitens A hearts desire, das wiederum nichts besonderes
ist, aber trotzdem ein angenehmes, ruhiges Lied.
Stay alive and rock on,
Harvey
(18.6.05)
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