harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 



Hitlist 1998
1
Ayreon: Into the electric castle
2
Pearl Jam: Yield & Live on two legs
3
Earthlings?: Earthlings?
4
Eels: Electro-shock blues
5
Smashing Pumpkins: Adore
6
Wiedervereinigung (mit sich selbst)
7
10 Freunde: B - N
6
10 Freunde: N - T
Genesis: Archive 1967-75
Hitlist 1998

Die beste Musik aus dem Jahr 1998 ist mit wenigen Ausnahmen noch älter.

Von den in diesem Jahr erschienenen Platten sind tatsächlich nur wenige ganz herausragend.

Trotzdem habe ich acht Plätze in der Hitlist. Aber dabei sind dann auch zwei (Nr. 8 und 7) bei denen es nur um Songs geht.

Meine allerliebste Veröffentlichung des Jahres ist die abgebildete Genesis-Box. Hier gibt's lauter Leckerli's für den Fan: uralte Demos, B-Seiten und Liveaufnahmen, u.a. von einem Konzert der Lamb-Tour.

Und es gibt noch mehr meiner Lieblingsbands, die raren Sammlerkram zusammengestellt haben:

Del Amitri bieten bei Lousy with love einige ihrer überwiegend famosen B-Seiten an. Diese CD habe ich 1998 intensiv gesucht, sie erschien aber in Deutschland zunächst gar nicht, so dass ich sie erst mit Verspätung bekam. Es fehlen natürlich immer noch unzählige B-Seiten, eine 3-CD-Box wäre angebrachter gewesen.

Big Country eröffnen die Rarities Serie mit einer B-Seiten Doppel-CD. Dort ist auch der nur auf Maxis veröffentlichte Soundtrack zum Film The restless natives drauf. An diesem Film ist übrigens das einzig gute der Soundtrack. Ansonsten eher ein schlechter B-Movie, in meinen Augen jedenfalls. Auf der BC-CD waren neben B-Seiten auch ein paar noch nie gehörte Songs drauf, dafür fehlten aber auch reichlich Raritäten. Was man alles erwerben muss, um überhaupt alle regulär veröffentlichten Stücke in einer CD-Version zu haben, erläuterte ich ja schonmal an anderer Stelle. Es ist ein ganzer Stapel von Compilations.

1998 war für mich ein sehr gutes und erfolgreiches Jahr. Ich war glücklich verliebt, hatte viel Freizeit und habe eine Menge nette Sachen unternommen. Dazu dann später bei den Rezensionen noch ein bisschen mehr.

1998 war auch das letzte Tape-Jahr. In diesem Jahr habe ich die letzten Tapes von CD aufgenommen. Alle späteren waren nur noch Kopien der CD-Kopie oder der CD-Zusammenstellung. Ich vermute (weiss es aber nicht mehr genau), dass ich Ende 98 meinen Audio-CD-Rekorder bekam.

Auch heute höre ich noch Tapes, aber nur im Auto. Und nach und nach werden auch immer mehr davon durch die Original-CD ersetzt. Es sind ungefähr 20 Platten, die ich bisher nur auf Kassette habe, aber nochmal als CD kaufen möchte. Eine davon kommt auch in dieser Hitlist vor.
Auf der anderes Seite habe ich noch sehr viele Kassetten mit Platten, die ich sicher nie auf CD kaufe, weil sie gar nicht soo gut sind. Und andere, die ich längst habe, aber trotzdem noch auf Tape höre.

Etwas Sorge habe ich um die vielen wundervollen Mixtapes. Irgendwann werden die so durchgenudelt sein, dass sie nicht mehr laufen. Oder vorher ist das letzte Kassettenabspielgerät abgeschafft und ich kann sie deswegen nicht mehr hören.
Da stecken aber jede Menge Erinnerungen und auch Kreativität drin. Ich hätte diese Tapes gerne "gerettet".
Aber sie einfach nochmal als CD aufzunehmen kommt nicht in Frage. Das ist albern. (Außerdem sind das immer 90 oder 100 Minuten und das passt deswegen gar nicht gut auf eine CD.)
Die einzige Möglichkeit wäre, sie direkt zu digitalisieren, also quasi eine Sicherheitskopie des derzeitigen Zustandes zu machen.
Dazu bräuchte ich einen lauffähigen Kassettenplayer und ein Aufnahmemedium. Mein Tapedeck an der Anlage läuft nicht mehr richtig, sondern zersägt eher die Kassetten. Bliebe also nur noch das tragbare Teil und weil dieses sich nicht an die Anlage anschließen lässt (jedenfalls nicht ohne weiteres), müsste ich mit dem MP3-Player/Recorder aufnehmen. Hmm, muss ich mal ausprobieren.

So, jetzt kommen noch die Flops des Jahres!
Dazu gibt's erstmal die Bildchen der Cover:

Liquido: Narcotic

Bruce Watson: Wild blue yonder

Steve Howe: Quantum guitar

Jefferson Starship: Windows of heaven


Also mal strickt GEGEN jeden Uhrzeigersinn:

Der nervigste Hit des Jahres: Liquido mit Narcotic!
War ja erst noch ganz nett, wenn auch nicht der Oberhammer. Wurde aber gedudelt, bis die Ohren abfallen. Hier übrigens auch ein heißer Anwärter auf das unsinnigste Cover des Jahres:
Was zum Teufel ist da zu sehen? Eine Kreuzung zwischen Moräne und Kamel, grün angemalt im Schwarzlicht und die Pfoten des Domteurs?
So ähnlich vermutlich.

Der bescheuertste Plattentitel des Jahres: Steve Howe mit Quantum guitar!
Quantengitarre also. Sagt nix aus, ist völliger Unsinn, klingt aber echt spacig. Super Steve! Die folgenden Alben hießen dann Ion guitar, Fieldtheory guitar und Quark guitar.
Das Cover kann heute jeder mal auf die Schnelle zuhause erstellen, wenn er 'n paar Gitarrenfotos hat. Hätte auch besser zu dem Plattentitel Black hole guitar gepasst.

Die absolut schlechteste Platte aus diesem Jahr (in meiner Sammlung) stammt von Bruce Watson und heißt Wild blue yonder.
Bruce Watson war Gitarrist bei Big Country und dies ist seine erste Soloplatte, die man allerdings nur über seine Website bestellen konnte. Inzwischen gibt es noch eine andere Version davon, mit ein paar Bonustracks. Man sollte hier eher von Malustracks reden, denn je weniger Musik drauf ist, desto besser.
Gruselige Drumcomputer, schlechte Arrangements und eine miese Aufnahmequalität lassen auch die Warnung "Demoaufnahmen" als ungenügend erscheinen. Schlimm auch seine Version des Big Country-Songs Republican party reptile.
Ich wollte erst auch eine ganz andere CD bestellen, nämlich alte BC-Demos, die Bruce ebenfalls auf seiner Website vertickt.
Allerdings wurde mein Scheck nicht genommen und so bekam ich von B.Watson persönlich(!) einen Brief zurück, in dem er bedauerte, dass er mir die CD nicht schicken konnte. Sehr freundlich und auch cool, einen Brief vom BC-Gitarristen zu bekommen!
Von daher bin ich auch nicht ganz so böse, dass diese (hacketeure) CD so scheisse ist.
Richtige unterirdisch ist natürlich auch das Cover. Also wenn das wenigstens 50er Jahre Charme hätte, aber so, nee!

Das schlimmste Cover des Jahres, dieser Preis geht aber trotzdem an Jefferson Starship mit Windows of heaven.
Ich habe oben auf's Bild einen Link gesetzt, unter dem man sich dieses Cover nochmal in groß anschauen kann.
Die Platte ist nicht besonders gut, aber geht noch. Die Hauptakteure sind Paul Kantner und Marty Balin und deren Linernotes und Songtexte lassen darauf schließen, dass die beiden auch nach dem Ende von Jefferson Airplane nicht aufgehört haben, sich die Birne mit ordentlich Drogen weichzukochen. Super esoterische Sülze!
Und dazu dann so ein computererzeugtes Schwachsinnsbild! Wahrscheinlich wirkt das auch viel besser mit 'ner Ladung LSD, wollte ich aber nicht ausprobieren.

So, damit ist ja schon so einiges zum Jahr geklärt.
Die besten Compilations und die miesesten Cover haben wir jedenfalls. Wahrscheinlich gibt es in beiden Kategorien noch andere Top-Anwärter, aber das hier waren mal diejenigen, die ich ganz gut kenne.

... zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:

"After all your day is done
Time for sleep, the night time's come
Hopes and dreams are reborn
In the quiet of your room
After all the pain has gone
How can I forget, your memory goes on
After all your pain has gone
My life goes on...
And in the darkness, when I call
Tell me please, that there is light
After all"

John Wetton "After all"  


Stay alive and rock on,
Harvey
(11.3.05)

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Hitlist:
Hitlist: [hit-list] engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list

Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.; Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz) Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein muss, aber sehr populär ist.

List:
List: [list] engl.-amerik.; Liste f, Ver- zeichnis n; Auflistung: besonders Männer neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich darüber diskutieren.

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: