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Hitlist
1998
Die beste Musik aus dem Jahr
1998 ist mit wenigen Ausnahmen noch älter.
Von den in diesem Jahr erschienenen
Platten sind tatsächlich nur wenige ganz
herausragend.
Trotzdem habe ich acht Plätze
in der Hitlist. Aber dabei sind dann auch
zwei (Nr. 8 und 7) bei denen es nur um Songs
geht.
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Meine allerliebste Veröffentlichung
des Jahres ist die abgebildete Genesis-Box.
Hier gibt's lauter Leckerli's für den Fan: uralte Demos,
B-Seiten und Liveaufnahmen, u.a. von einem Konzert der Lamb-Tour.
Und es gibt noch mehr meiner
Lieblingsbands, die raren Sammlerkram zusammengestellt haben:
Del
Amitri bieten bei Lousy with love einige ihrer
überwiegend famosen B-Seiten an. Diese CD habe ich 1998
intensiv gesucht, sie erschien aber in Deutschland zunächst
gar nicht, so dass ich sie erst mit Verspätung bekam.
Es fehlen natürlich immer noch unzählige B-Seiten,
eine 3-CD-Box wäre angebrachter gewesen.
Big
Country eröffnen die Rarities Serie mit einer
B-Seiten Doppel-CD. Dort ist auch der nur auf Maxis veröffentlichte
Soundtrack zum Film The restless natives drauf. An
diesem Film ist übrigens das einzig gute der Soundtrack.
Ansonsten eher ein schlechter B-Movie, in meinen Augen jedenfalls.
Auf der BC-CD waren neben B-Seiten auch ein paar noch
nie gehörte Songs drauf, dafür fehlten aber auch
reichlich Raritäten. Was man alles erwerben muss, um
überhaupt alle regulär veröffentlichten Stücke
in einer CD-Version zu haben, erläuterte ich ja schonmal
an anderer Stelle. Es ist ein ganzer Stapel von Compilations.
1998 war für mich ein
sehr gutes und erfolgreiches Jahr. Ich war glücklich
verliebt, hatte viel Freizeit und habe eine Menge nette Sachen
unternommen. Dazu dann später bei den Rezensionen noch
ein bisschen mehr.
1998 war auch das letzte
Tape-Jahr. In diesem Jahr habe ich die letzten Tapes von CD
aufgenommen. Alle späteren waren nur noch Kopien der
CD-Kopie oder der CD-Zusammenstellung. Ich vermute (weiss
es aber nicht mehr genau), dass ich Ende 98 meinen Audio-CD-Rekorder
bekam.
Auch heute höre ich
noch Tapes, aber nur im Auto. Und nach und nach werden auch
immer mehr davon durch die Original-CD ersetzt. Es sind ungefähr
20 Platten, die ich bisher nur auf Kassette habe, aber nochmal
als CD kaufen möchte. Eine davon kommt auch in dieser
Hitlist vor.
Auf der anderes Seite habe ich noch sehr viele Kassetten mit
Platten, die ich sicher nie auf CD kaufe, weil sie gar nicht
soo gut sind. Und andere, die ich längst habe, aber trotzdem
noch auf Tape höre.
Etwas Sorge habe ich um die
vielen wundervollen Mixtapes. Irgendwann werden die so durchgenudelt
sein, dass sie nicht mehr laufen. Oder vorher ist das letzte
Kassettenabspielgerät abgeschafft und ich kann sie deswegen
nicht mehr hören.
Da stecken aber jede Menge Erinnerungen und auch Kreativität
drin. Ich hätte diese Tapes gerne "gerettet".
Aber sie einfach nochmal als CD aufzunehmen kommt nicht in
Frage. Das ist albern. (Außerdem sind das immer 90 oder
100 Minuten und das passt deswegen gar nicht gut auf eine
CD.)
Die einzige Möglichkeit wäre, sie direkt zu digitalisieren,
also quasi eine Sicherheitskopie des derzeitigen Zustandes
zu machen.
Dazu bräuchte ich einen lauffähigen Kassettenplayer
und ein Aufnahmemedium. Mein Tapedeck an der Anlage läuft
nicht mehr richtig, sondern zersägt eher die Kassetten.
Bliebe also nur noch das tragbare Teil und weil dieses sich
nicht an die Anlage anschließen lässt (jedenfalls
nicht ohne weiteres), müsste ich mit dem MP3-Player/Recorder
aufnehmen. Hmm, muss ich mal ausprobieren.
So, jetzt kommen noch die
Flops des Jahres!
Dazu gibt's erstmal die Bildchen der Cover:
Also mal strickt GEGEN jeden Uhrzeigersinn:
Der nervigste Hit des Jahres:
Liquido mit Narcotic!
War ja erst noch ganz nett, wenn auch nicht der Oberhammer.
Wurde aber gedudelt, bis die Ohren abfallen. Hier übrigens
auch ein heißer Anwärter auf das unsinnigste Cover
des Jahres:
Was zum Teufel ist da zu sehen? Eine Kreuzung zwischen Moräne
und Kamel, grün angemalt im Schwarzlicht und die Pfoten
des Domteurs?
So ähnlich vermutlich.
Der bescheuertste Plattentitel
des Jahres: Steve Howe mit Quantum guitar!
Quantengitarre also. Sagt nix aus, ist völliger Unsinn,
klingt aber echt spacig. Super Steve! Die folgenden Alben
hießen dann Ion guitar, Fieldtheory guitar
und Quark guitar.
Das Cover kann heute jeder mal auf die Schnelle zuhause erstellen,
wenn er 'n paar Gitarrenfotos hat. Hätte auch besser
zu dem Plattentitel Black hole guitar gepasst.
Die absolut schlechteste
Platte aus diesem Jahr (in meiner Sammlung) stammt von Bruce
Watson und heißt Wild blue yonder.
Bruce Watson war Gitarrist bei Big Country und dies
ist seine erste Soloplatte, die man allerdings nur über
seine Website bestellen konnte. Inzwischen gibt es noch eine
andere Version davon, mit ein paar Bonustracks. Man sollte
hier eher von Malustracks reden, denn je weniger Musik drauf
ist, desto besser.
Gruselige Drumcomputer, schlechte Arrangements und eine miese
Aufnahmequalität lassen auch die Warnung "Demoaufnahmen"
als ungenügend erscheinen. Schlimm auch seine Version
des Big Country-Songs Republican
party reptile.
Ich wollte erst auch eine ganz andere CD bestellen, nämlich
alte BC-Demos, die Bruce ebenfalls auf seiner Website
vertickt.
Allerdings wurde mein Scheck nicht genommen und so bekam ich
von B.Watson persönlich(!) einen Brief zurück, in
dem er bedauerte, dass er mir die CD nicht schicken konnte.
Sehr freundlich und auch cool, einen Brief vom BC-Gitarristen
zu bekommen!
Von daher bin ich auch nicht ganz so böse, dass diese
(hacketeure) CD so scheisse ist.
Richtige unterirdisch ist natürlich auch das Cover. Also
wenn das wenigstens 50er Jahre Charme hätte, aber so,
nee!
Das schlimmste Cover des
Jahres, dieser Preis geht aber trotzdem an Jefferson Starship
mit Windows of heaven.
Ich habe oben auf's Bild einen Link gesetzt, unter dem man
sich dieses Cover nochmal in groß anschauen kann.
Die Platte ist nicht besonders gut, aber geht noch. Die Hauptakteure
sind Paul Kantner und Marty Balin und deren Linernotes und
Songtexte lassen darauf schließen, dass die beiden auch
nach dem Ende von Jefferson Airplane nicht aufgehört
haben, sich die Birne mit ordentlich Drogen weichzukochen.
Super esoterische Sülze!
Und dazu dann so ein computererzeugtes Schwachsinnsbild! Wahrscheinlich
wirkt das auch viel besser mit 'ner Ladung LSD, wollte ich
aber nicht ausprobieren.
So, damit ist ja schon so
einiges zum Jahr geklärt.
Die besten Compilations und die miesesten Cover haben wir
jedenfalls. Wahrscheinlich gibt es in beiden Kategorien noch
andere Top-Anwärter, aber das hier waren mal diejenigen,
die ich ganz gut kenne.
... zum Abschluss noch das
wichtige Textzitat:
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"After all your day is done
Time for sleep, the night time's come
Hopes and dreams are reborn
In the quiet of your room
After all the pain has gone
How can I forget, your memory goes on
After all your pain has gone
My life goes on...
And in the darkness, when I call
Tell me please, that there is light
After all"
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John
Wetton "After all"
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Stay alive and rock on,
Harvey
(11.3.05)
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