harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




10 Freunde: N - T


Heather Nova: Siren
 

Heather Nova: Make you mine
(Song, 4:46, von "Siren", 1998)

Die "Siren" CD von Heather Nova ist ganz gut, wenngleich mir der Vorgänger "Oyster" und der Nachfolger "South" besser gefallen.

Der Hauptgrund dafür, Siren hier nicht zur Gänze vorzustellen, liegt aber darin, dass ich mit der Platte nichts verbinde.

Anders sieht das bei dem Song Make you mine aus.
Es war einer der ersten Songs von Heather Nova, den ich kannte.
Ich hatte mir aus der Bücherei eine Maxi-CD der Dame ausgeliehen und wenn auch das Titelstück (ich habe den Namen vergessen) mich nicht so begeistern konnte, so blieb Make you mine doch im Kopf hängen.
Ich nahm den Song auf das Ende irgendeiner Kassette auf, die schon lange nicht mehr existiert.

Bei Tapes war das ja immer ein Problem, dass da was frei blieb, wenn die Platte nicht 47 Minuten lang war. Ich habe eine ganze Weile eifrig 74er Tapes von Denon gekauft, für die kürzeren (oder besonders langen) CDs, aber irgendwann gab's die nicht mehr. Außerdem war ich sowieso ein Fan der Maxwell Kassetten und die gab's eben nur in 60 (für Punk), 90 und 100 Minuten. Bei langen CDs wären auch mal mehr als 100 Minuten gut gewesen, aber es hielt sich beständig das (vermutlich wahre) Gerücht, dass diese Tapes minderwertig seien und "ausleiern".
Ein einziges Mal wollte ich einen Mix aufnehmen der 110 Minuten lang war - oder unbedingt so lang sein musste - und habe mir eine 110er Kassette dafür gekauft. In der Hoffnung, dass ich vielleicht doch Qualität erhalte, habe ich eine Metall-Kassette gewählt und ich glaube die kostete so ca. 6 DM! Das überlege man sich mal: 110 Minuten für etwa 3 Euro, wo heute ein 80er Rohling 50 Cents kostet.

Naja, jedenfalls hatte ich mal eine Liste, auf der genau verzeichnet war, wieviele Minuten am Ende meiner vielen Tapes noch frei waren (ja, ja, der Listenfanatiker!). Und wenn ich dann 'ne Maxi hatte oder Platten, von denen nur ein oder zwei Songs gut waren, dann wurden die hinten drauf gepackt. Aber nur wenn es stilistisch passte.

Die Kassette mit Make you mine überlebte nicht sehr lange, aber als ich mir Siren kaufte, erkannte ich den Song wieder.

Das Stück besitzt die klassischen Heather Nova-Ingredenzien: Akustikgitarre, Piano, ein bisschen verschrammelte Rhythmusgitarre, ein wenig nette Leadgitarre. Ja und das Cello, welches meiner Ansicht nach ruhig noch etwas lauter sein könnte. Besonders schön ist natürlich wieder ihr hoher Gesang und hier auch sehr eindrucksvoll der Chorgesang im Hintergrund.
Im Mittelteil drückt mal kurz jemand etwas seltsam auf Synthies rum, ob das der Guy Fletcher ist? Hat mich gewundert, dass der hier mitmacht, bekannt ist er ja als Keyboarder der späten Dire Straits und als Partner von Mark Knopfler solo.

Wenn sie dann so "Gonna make you mine, gonna make you mine!" singt, dann merkt man eindeutig: die weiss was sie will. Der Kerl hat keine Chance. (Und falls er doch nicht wollte, Heather, Du hast ja meine email).





Heather Nova

(Welt)
Erste VÖ 1993 "Spirit in you"-EP

Musiker 1998:
Heather Nova: voc, guit
Paul Sandrone: b
Nikolaj Juel: guit, keys
Guy Fletcher: organ, piano, guit
Geoff Dugmore: dr
Danny Cummings: perc
Nadia Lanman: cello


Link
South
Storm
Redbird

Anspieltipp:


The Offspring: Americana
 

The Offspring: The kids aren't alright
(3:00, Song, 1998, von "Americana")

Eigentlich waren Offspring für mich nach dem Hitalbum "Smash" gelaufen.

Denn Punk hört ja wohl da auf, wo seine Protagonisten Millionäre sind.
Andererseits musste ich immer wieder anerkennen, dass die folgenden Platten alle geil waren.

Ich habe sie mir zunächst von meinem Mitbewohner Götz ausgeliehen und war erstaunt. Americana hat tatsächlich mächtig Power, ist abwechslungsreich und zum Teil auch sehr politisch.

Was natürlich voll nervt ist Pretty fly (for a white guy)! Das kann ich nicht ab!

Bei The kids aren't alright hat mir direkt das Video gefallen. Da bekommt man den Eindruck, dass der Songtitel übersetzt bedeutet: "Den Jugendlichen geht's nicht gut."
Der Text legt aber auch die andere Deutung nahe: "Die Jugendlichen haben nicht Recht."

Naja, beides fand ich als Deutung ganz gut.
Ansonsten sehr gute Leadgitarre hier, ordentlich nach vorne gehendes Schlagzeug und der typische herausgeschiene Gesang, begleitet von passenden Chören.
Würde ich gern öfter irgendwo hören, diesen Song.



The Offspring

(USA)
Gegründet 1984
Erste VÖ 1987 "I'll be waiting"-Single

Besetzung 1998:
Dexter Holland: voc, guit
Noodles: guit
Greg K: b
Ron Welty: dr


Link
The offspring
Ignition
Smash


Presidents Of The USA: Pure frosting
 

The Presidents Of The United States Of America: Video killed the radio star
(3:23, Song, 1998, von "Pure frosting")

Ich gehöre zu den alten Säcken, die sich noch erinnern, wie das Original im Radio gespielt wurde.

Von den Buggles ist das, welches Trevor Horn und Geoff Downes waren. Die gesamte LP ist stellenweise doch ein bisschen flach, aber dieser Song machte Laune.
Die beiden traten kurz darauf gemeinschaftlich Yes bei und machten die sehr gute Platte Drama. Dann legten sie noch ein Buggles-Werk nach, das auch nicht so besonders ist (für den Yes Sammler aber eine neue Version von einem Drama-Stück enthält).
Meiner aktuellen Kenntnis zufolge ist Geoff Downes noch immer Kopf von Asia, die ab 1983 ein paar nette Pop-Rock Hits hatten und später brutalstens dem seichten AOR fröhnten. Trevor Horn ist immer noch Produzent und machte zum Beispiel den Carpet crawlers Remix von Genesis oder diese bekloppten Tusen von tatu.

Wie dem auch sei: als Cover ist dieses Stück fast noch besser als das Original. Denn immerhin sind hier Gitarren dabei und die 80er Pop-Keyboards werden in Indierock umgesetzt. Für die Presidents sogar recht zahm und langsam dies hier.

Pure frosting dagegen wird hier nicht extra erwähnt, weil es gar kein neues Album ist, sondern nur ein paar neue Tracks vermischt mit B-Seiten, Raritäten und zwei Livestücken. So'n Kuddelmuddel lehne ich ja schon prinzipiell ab.
Der Song kam auch in den Film The wedding singer vor, den ich auch mal gesehen habe. War ganz ok, aber muss man auch nicht zweimal sehen.



Presidents Of The USA

(USA)
Gegründet 1990
Erste VÖ 1995 "Presidents Of The United States Of America"-CD

Besetzung:
Chris Ballew: voc, bassitar
Dave Dederer: guitbas
Jason Finn: dr


Link
Presidents Of The USA
Love everybody

Anspieltipp:


R.E.M.: Daysleeper
 


REM: Daysleeper
(14:56, Maxi-CD, 1998)

Obwohl ich "New adventures in hi-fi" so gut finde, stand ich 1998 dem Nachfolger "Up" sehr skeptisch gegenüber.

Und ich behielt auch Recht: keine folkige Atmosphäre mehr, dafür an vielen Stellen nervige Drumcomputer. Nee, nee.

Also das Teil wurde von mir ganz schnell für schlecht befunden und ignoriert.
Allerdings: einige Jahre später musste ich feststellen, dass ich Daysleeper doch ausgesprochen gut finde. Ob das nun daran liegt, dass es 1998 dauernd gespielt wurde oder was hier den Sinneswandel bewirkt hat, keine Ahnung.

Aber der Song knüpft dann eben doch an die Vorgängerplatte an mit ein bisschen Countrygitarre, Piano und einer ruhigen Grundstimmung. Sehr schön.
Das Cover lässt übrigens auch einige Schlüsse zu: auf dieser Maxi einer Band ist der Sänger abgebildet. Ja, ja, man braucht eben einen "Kopf". Allerdings ist dieser auch einer, der bereitwillig seinen selbigen dafür hergibt. Persönlich würde mich der Michael Stipe wahrscheinlich in den Wahnsinn treiben.

Die restlichen drei Songs der Maxi sind auch ganz gut: erstmal Emphysema, ein Instrumental, das von nach Akkordion klingender Orgel getragen wird und dazu allerlei Percussions bietet.
Sad professor
und Why not smile sind Versionen von regulären Up-Songs, die mir hier auch gut gefallen. Beide akustisch, beide eher traurig. Da vergeht einem das Lachen dann.


R.E.M.

(USA)
Gegründet 1980, erste VÖ "Radio free Europe"-7" 1981

Musiker 1998:
Michael Stipe: voc
Peter Buck: guit
Mike Mills: b, organ, keys
+
Scott McCaughey: piano
Barrett Martin: dr
Joey Waronker: dr


Link
New adventures in hi-fi

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:

Turbonegro: Apocalypse dudes
 

Turbonegro: Get it on
(3:57, Song, von "Apocalypse dudes", 1998)

Mein Verhältnis zu Turbonegro ist etwas gespalten, aus mehreren Gründen:

Erstens finde ich den ganzen Hype seit der Reunion total scheisse.

Zweitens finde ich das Kokettieren mit einem Homo-Image auch blöd. Was soll der Mumpitz, verdammt?

Andererseits haben die durchaus einige ziemlich geniale Songs gemacht, von denen ich auch lange nicht alle kenne. Einer davon ist Get it on, bei dem es ungefähr um das gleiche geht wie bei Marvin Gayes Let's get it on, nämlich ficken, äh... Liebe machen.

Wie man diese Art Musik dann nennen soll, ist etwas schwierig zu beantworten. Von den Gitarren und den Gesten her ist es dreckiger Schweinerock mit 70er Verbeugung. Aber irgendwie ist da soviel Power und eine "in die Fresse"-Attitüde, dass es auch 'ne ganze Menge von Punk hat.
Sind das wirklich nur zwei Gitarren? Klingt für mich eher wie drei. Geht jedenfalls gut ab.

Turbonegro sollen live auch eine ziemliche Granate sein. Ich weiss noch, das sie schon vor zehn Jahren (zirka) im örtlichen alternativ-Schuppen spielten und in der Presse auch etwas von der irren Liveshow usw. stand. Ich bin allerdings nicht hingegangen, weil ich nicht sicher war, ob da überhaupt auch nicht-Schwule kommen. Im Nachhinein natürlich Unfug, aber solch eine seltsame Band muss man ja erstmal einzuschätzen lernen. Schade eigentlich, wäre bestimmt ganz witzig gewesen.
Wenigstens habe ich diesen Song 1998 öfter gehört und da er auch auf irgend'nem Mix war auch später noch öfter.


Stay alive and rock on,
Harvey
(18.3.05)

 

Turbonegro

(Norwegen)
Gegründet 1989
Erste VÖ 1992 "Hot cars and spent contraceptives" -CD

Besetzung 1998:
Happy Tom: b
Rune Rebellion: guit
Hank Von Helvete: voc
Pal Pot Pamparius: keys
Chris Summers: dr
Euroboy: guit


Anspieltipp: