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Hitlist
 




Pearl Jam: Yield & Live on two legs
(1998)


Pearl Jam: Yield
 

Pearl Jam: Live on two legs

Von Pearl Jam gibt's gleich zwei hervorragende Platten im Jahr 1998!
Und zwar erschien zunächst Anfang des Jahres Yield, welches meiner Meinung nach ihre beste Scheibe seit Ten ist. Ende des Jahres gab's dann die erste richtige Live-CD, nachdem vorher nur die dreifach-Maxi Live in Atlanta zu haben war.

Yield hebt sich von den anderen Studioveröffentlichungen ab, da hier die Songs eine deutlich spürbare Seele haben.

Mein Favoriten von Yield sind No way (Eddie Vedder will die Welt nicht mehr verbessern!), Given to fly, Wishlist (wundervoll: mit Surfgitarre), Low light (das groovt) und All those yesterdays.
Ich mag dagegen Do the evolution nicht so besonders. Daran erkennt man aber auch: meine liebsten Songs waren und sind eher die mäßig ruhigen (nicht unbedingt die GANZ ruhigen) und die waren gerade bei ihrem Zweitwerk und bei Vitalogy in der Minderzahl. Zusätzlich stehe ich halt auf diese filigrane Leadgitarre und auch auf den Einsatz der Akustikgitarre.

Außerdem sind auf dieser CD einfach auch keine Ausfälle, während bei den vorherigen immer mal ein paar Songs dabei waren, die ich lieber wegprogrammiert habe. Schließlich ist die Qualität eines Albums auch vom Gesamteindruck abhängig und der ist hier schlüssig und zudem durch nette Ideen in einzelnen Liedern noch einprägsamer.

Eigentlich sollte dieser Hitlistseite schon eher online gehen, aber ich wurde aufgehalten. Und zwar von meinem Festplatten-MP3-Player.
Den hatte ich mir ja so ca. vor einem Jahr zugelegt und damals stellte sich die große Frage: was packe ich denn da drauf?
Zwar sind 20 GB viel, aber auch nicht so viel, um meine Lieblingsalben alle komplett unterbringen zu können. Was man ja hier bei Hitlist sieht: wenn ich alle hier genannten CDs und die noch ungenannten mit mir rumschleppen wollte, brauchte ich weit mehr Speicher.
Jedenfalls kam mir die Idee, dass ich meine Maxi-CDs da drauf tue. Und zwar nicht wegen der Singlehits, sondern wegen der B-Seiten bzw. falls ich die Songs gar nicht auf einem regulären Longplayer habe. Ich besitze ungefähr 600 Maxi-CDs (werden ständig mehr) und die führen ein Nischendasein. Denn ich höre sie selten und kenne einige daher auch gar nicht besonders gut. Das liegt vor allem daran, dass sie kurz sind. Obwohl ich einen CD-Player mit zwei Laufwerken habe, packe ich selten Maxi-CDs rein. Von meinen Lieblingsbands mache ich mir zwar B-Seiten-Zusammenstellungen, aber da bleiben immer noch massig Maxis übrig.

Also habe ich mir ganz pragmatisch gesagt, dass diese jetzt auf den Player kommen, damit ich sie mal öfter höre bzw. natürlich auch, weil viele gute Songs dabei sind, auf die ich durchaus Lust habe.

Nun renne ich seit einem Jahr mit dem MP3-Player rum und habe NUR Maxi-CDs drauf. Und noch nichtmal alle, weil ich mit dem digitalisieren nicht ganz hinterher gekommen bin.
Gestern war ich dabei, ein paar kürzlich erworbene Maxis ins richtige Format zu konvertieren und auf einmal dachte ich: scheisse, ich will endlich auch mal meine Lieblingslieder auf dem Player haben! Kein einziger Song von Therapy? darauf, kann das sein? Nix von Del Amitri zu hören da! Shit!

Naja und wenn ich mal so eine fixe Idee habe, dann artet das aus. Also statt Hitlist zuende zu tippen, wühlte ich dann meine CD Regale durch, nach den besagten Lieblingsliedern und schob eine CD nach der anderen ins Laufwerk.
Das Ergebnis ist, dass heute hier ca. 200 CDs rumstehen, die jedenfalls zum Teil noch digitalisiert werden sollen und das, obwohl ich schon 400 neue Songs rübergezogen habe! Ich zerbreche mir jetzt schon den Kopf, was ich denn mache, wenn der Platz nicht reicht.
Brauche ich einen zweiten Player? Muss ich mit minderer Tonqualität vorlieb nehmen? Oder die Maxis wieder rausschmeissen? Ich dreh noch durch!

Vor allem auch, weil ich das alles gar nicht schaffe. Denn mit dem digitalisieren ist es ja nicht getan. Ich muss immer noch die ganzen ID3-Tags eintippen, inklusive Titel- und Bandnamen und das dauert noch viel länger!
Klar, man kann die theoretisch aus dem Netz laden. Aber erstens habe ich keine Flat und zweitens hat die Datenbank ganz viele von meinen Sachen nicht. Vor allem natürlich die Maxis aber auch von den regulären CDs und zusätzlich müsste ich trotzdem noch einige der Daten eingeben. Und hinterher noch Playlisten aus den ganzen Tracks machen. Scheisse, ich brauche sofort drei Wochen Urlaub!

In diesem Urlaub würde ich dann nichts anderes machen, dabei vollkommen verludern und in irgendwelche Parallelwelten abdriften und das Verrückte ist, ich würde das genießen und hätte mächtig Spaß dabei, auch wenn ich keinen Strand, keine Berge oder auch keine alten Kumpels in diesen drei Wochen gesehen hätte. Mannomann, bin ich abgedreht! Total besessen von Musik.

Ich habe gelesen, dass es jetzt sogar ein Dienstleistungsunternehmen gibt, das einem diese Arbeit mit dem Digitalisieren und Beschriften abnimmt und für Geld (na klar!) CDs konvertiert ("rippt"). Aber sowas wäre mir natürlich zu teuer und zu fucking dekadent! Zumal die Leute auch nicht wüssten, welcher "Stimmung" und welchem "Stil" ich die Musik gerne zuordnen würde. Und nur weil irgend'ne Datenbank meint, das sei beispielsweise "Metal", muss das noch lange nicht heißen, dass ich auch dieser Meinung bin.
Ja, ja, manche Leute haben nix zu essen und andere haben solche bekloppten Probleme. Aber ich kann nichts dafür, ich bin ja nur ein Produkt der Gesellschaft!
Guter Freibrief für alles.

Kommen wir mal zu Live on two legs. Diese Livescheibe ist vor allem deswegen supertoll, weil sie echte Livestimmung und viel Spielfreude vermittelt. Über die Tracklist könnte man streiten, es ist zum Beispiel oben genanntes Do the evolution dabei und Better man und Go, wofür ich vielleicht lieber andere Stücke gehabt hätte. Aber egal, das stört nicht, weil es einfach ein sehr gutes Konzert ist. Wenn auch kein vollständiges, aber dafür gab's ja bei der nächsten Tour die offiziellen Bootlegs.
Außerdem gibt's hier von allem etwas: von jeder Platte drei Songs (nur von Ten sind's zwei), darunter langsame und auch schnelle, lange und kurze, auch mal ein bisschen Improvisation bzw. feine Solos und sogar zwei unbekannte Lieder nämlich die Neil Young Coverversion Fuckin' up (bei der ich leider den Text nicht so richtig verstehe) und einen Song namens Untitled. Ein paar Kommentare:

Corduroy ist ein guter, rockiger Einstieg. Hier hört man, wenn man darauf achtet, dass Matt Cameron (der ehemalige Soundgarden- Drummer) die Stöcke schwingt.
Daughter kurz danach mit dem üblichen langen Mittelteil, der ein bisschen den Young und den Blues bringt.
Elderly woman direkt im Anschluss etwas akustischer, schön gesungen und auch sonst schön.
Red mosquito mag ich immer wieder gerne, auch ein Beispiel für besonders gute Gitarrenarbeit.
Off he goes gehört auch in die oben erwähnte Kategorie der etwas langsameren Songs, die ich besonders mag. Und hier muss auch mal gesagt werden, dass Jeff Ament einen zurückhaltenden aber grandios warmen und die Gehörgänge streichelnden Bass spielt. Bei der Gelegenheit empfehle ich mal gerade Three Fish, bei denen Ament mit dem Sänger von Tribe After Tribe und dem Drummer von den Fastbacks (ist das noch aktuell?) zusammen extrem genialen rhythmischen, weltmusikalischen Rock macht.

Und dann kommt noch der Übersong. Der allerbeste Song. Der dunkle, traurige und wunderschöne. Harveys "ich-glaub-ich find-Pearl-Jam-klasse"-Song. Black.
Sie legen los und ich bin in der Erinnerung wieder im Jahr 1992 in meinem Zimmer. Pearl Jam läuft und ich bin ganz traurig, traurig wegen des schwarzen Mädchens und Black passt genau dazu. Hymnisch, mitreißend und nachdenklich. Live nicht besser oder schlechter als im Studio, sondern einfach genauso überirdisch gut, auch noch 1998, auch noch 2005.


Stay alive and rock on,
Harvey
(13.5.05)





Pearl Jam

(USA)
Gegründet 1990
Erste VÖ 1991 "Ten"-CD

Besetzung 1998:
Jeff Ament: b
Eddie Vedder: voc, guit
Mike McCready: guit
Stone Gossard: guit
Matt Cameron: dr


Link
Ten
Temple Of The Dog
Daughter
Merkinball
Nothing as it seems
Lost dogs
Pearl Jam

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: