|
|
|
Jethro Tull: The whistler
(3:30, Song, von "Songs from the wood",
1977)
Wieder nicht in der Hitparade!
Also ist es doch so: bei Hitlist werden keine Hits
vorgestellt!
|
Ich hatte sogar mal die
Single vom Whistler, aber weil ich die B-Seite dann
auf CD bekam, habe ich die wieder losgeschlagen.
Songs from the wood
wurde mir als Zivi von den Kollegen zum Geburtstag geschenkt.
Ich war total überrascht!
Vor allem, weil ich mir diese CD echt gewünscht hatte.
Erst mit etwas Nachdenken habe ich dann gerafft, dass die
meine Mama angerufen hatten und diese auf meinem "CD-Wunschzettel"
nachgesehen hatte.
Denn als Zivi war es noch
etwas Besonderes, eine neue CD zu bekommen. Ich konnte nicht,
wie viele andere, das Zivigehalt hemmungslos verprassen, weil
ich zuhause "Miete" bezahlen musste. Zusätzlich
musste ich meine Klamotten ab da selber bezahlen und solche
Dinge wie Taschengeld und Urlaubsgeld gab es natürlich
auch nicht mehr. Blieb immer noch mehr übrig, als vorher
mein Taschengeld gewesen war, aber ich wusste schon, dass
ich später ein paar Rücklagen ganz gut gebrauchen
könnte und habe deswegen jeden Monat 200 Mark gespart.
Nach 15 Monaten Zivi waren dabei dann 3000 DM zusammen gekommen
und soviel Geld hatte ich noch nie zuvor gehabt.
Songs from the wood
gehört zur Mittelalter-Phase von Jethro Tull.
In dieser klangen ein paar Platten stärker nach Folk
und alten Instrumenten. Neben der besagten sind das vor allem
Heavy horses und in geringerem Maße die anderen
in zeitlicher Nähe.
Ich mag die Scheibe als Ganzes ziemlich gerne, aber andererseits
ist das wohl nur mein persönliches Gefühl. Wenn
ich sie genau höre, merke ich, dass doch viele Songs
nur mäßig gut sind. Tull haben jedenfalls
diverse weitaus bessere Platten aufgenommen (schlechtere aber
auch!).
The whistler ist ein
schnelles, fröhliches Lied, das mich an Szenen mit dem
Rattenfänger von Hameln erinnert. Aber genauso könnte
einem auch Die Musik des Erich Zann von Lovecraft
einfallen, bei diesem wilden, übermütigen Gepfeife.
Da könnte man fast denken, hier wäre eine jugendliche
Truppe am Werk, die noch nicht weiss, dass man solche Songs
nicht macht.
Nun, gegen heute war der Ian Anderson
auch noch jugendlich, er war immerhin erst knapp 10 Jahre
"recording artist". Wahrscheinlich war er damals
jünger, als ich es jetzt bin. Aber - er springt ja auch
noch immer auf den Bühnen rum! Lockere weitere 28 Jahre
später.
Jethro Tull gewinnen
also im Jahre 1977 den Pokal für die beste Gaukler-Imitation.
Und oben drauf lege ich auch noch 'nen alten, stinkenden Socken
als Preis für das bescheuertste Cover des Jahres!
Stay alive and rock on,
Harvey
(14.1.05)
|