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Camel: Rain dances
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(1977, 45:31)
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In meiner persönlichen "Camel"-Top
10 ist diese Platte mit Sicherheit vertreten,
vielleicht sogar unter den ersten fünf.
Sie ist wahrscheinlich nicht auf Platz 1, aber
das muss ja auch nicht.
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Ich drücke mich so unklar
aus, weil ich diese Top 10 noch nicht gemacht habe und es
im Moment spontan wirklich nicht so genau weiss.
Vielleicht, wenn ich mal all die Jahreshitlists durch habe
(also in etwa drölf Jahren), geht's hier auf der Seite
tatsächlich auch mal um Bestenlisten von einer speziellen
Band. Aber so genau weiss ich das noch nicht. Damit's nicht
für den Großteil der Leser langweilig wird, müsste
ich auf jeden Fall immer für zwei Bands abwechselnd die
Platten vorstellen. Und es gäbe noch das Problem, dass
viele von den Scheiben schon vorher in den Hitlists an denen
ich momentan sitze vorgekommen wären. Da müsste
ich dann also einige Plätze der Rangliste lediglich mit
den alten Links füllen, ohne neue Texte. Oder die alten
Texte mal kurz überarbeiten.
Das ist übrigens eine Sache, die ich schon ca. seit einem
Jahr vorhabe: Links aktualisieren (vor allem die rechts in
der Spalte) und ein paar der ersten Texte auf einen neueren
Stand bringen. Klappt aber aufgrund von Zeitmangel nicht.
Rain dances ist eine
sehr melodische, warm klingende Platte. Sie führt den
mit Moonmadness eingeschlagenen Weg fort: mehr Gesang,
weniger lange Instrumentalpassagen und ein paar richtige Refrains.
Tell me und Highways of the sun waren Singles,
die schon in Richtung Supertramp
gehen, wenn auch mit weniger Dynamik. Die mehrstimmigen Gesänge
sind sehr schön, Gitarren und Keyboards weiterhin auffällig,
aber auch der Bass tritt mehr in den Vordergrund. Der Groove,
den diese Platte besitzt, war bisher so bei Camel nicht
zu hören und das liegt vor allem am neuen Bassisten (bekannt
auch von Caravan). Besonders eindrucksvoll kommt dieses
beim Unevensong zur Geltung, der mehr Dynamik hat und
gekonnt die alten und neuen Elemente des Camel-Sounds
verbindet.
Ein wichtiges dieser neuen
Elemente ist auch das Saxophon von Mel Collins, der
zwar nur assoziiertes Mitglied ist, aber trotzdem vielen Songs
seinen Stempel aufdrückt. Dies ist auch deutlich zu hören
auf der ersten Seite der Live-Doppel-LP des kommenden Jahres
(A live record).
Die Rhythmusgruppe trat dann
auf dem nachfolgenden Studiowerk Breathless noch stärker
in Erscheinung, indem die Tendenzen zum Jazz-Rock (hier zum
Beispiel deutlich bei One of these days I'll get an early
night) verstärkt wurden, was mir persönlich
dann nicht mehr so gut gefällt. In diesem Sinne ist Rain
dances ein Übergangswerk: Camel klingen deutlich
anders als auf ihren ersten drei Scheiben, aber gegenüber
I can see your house from here (und vor allem den nachfolgenden
Platten) dennoch "altmodisch", in den 70ern verwurzelt
und nur stellenweise poppig.
Mir haben an dieser Platte
auch schon immer der Titel und das Coverbild gefallen: die
Vorstellung des Tanzens im Regen hat irgendwie was, finde
ich. Natürlich denke ich dabei nicht an einen windigen,
kalten Herbstag, an dem der Regen sich als kleine stechende
Nadeln bemerktbar macht. Nein, vielmehr ist die Vorstellung
natürlich die eines erfrischenden, warmen Sommerregens,
der einen sanft nach und nach durchnässt.
Als ich dieser Tage nach
so einigen Pilsbiergetränken nach Hause taumelte und
dabei ein bisschen an die Kellerwände stieß und
mir leicht die Tür an die Schulter rammte, dachte ich
mal darüber nach, wie wenig trunkenheitsbedingte Unfälle
oder Verletzungen ich in meinem Leben erst hatte.
Man hört da ja spektakuläre Geschichten: ein Bekannter
eines Kumpels hat sich mal breit einen Hoden kaputt gemacht
(ich glaube, es war ein Fahrradunfall), andere haben sich
auf die Fresse gepackt und dabei Zähne verloren, der
Maik ist sogar aus dem Fenster gestürzt und hat sich
einige Halswirbel gebrochen.
Ganz schön üble
Stories, die einen direkt animieren sollten, immer nur höchstens
zwei Biere zu trinken.
Aber solange einem selber nicht sowas passiert, wähnt
man sich ja in Sicherheit. Ich jedenfalls hatte immer Glück,
obwohl es schon einige gefährliche Situationen gab.
Am stärksten in Erinnerung
ist mir, als ich mit dem Chimpy zusammen auf einem Fahrrad
zur Rockdisco fuhr. Da er größer und kräftiger
ist, musste er treten und ich saß hinten auf dem Gepäckträger.
Trotzdem war es sehr schwierig für ihn zu fahren, zum
einen weil die Reifen der Leeze deutlich platt waren und zum
anderen weil er, genau wie ich, angetrunken war. Also schlingerten
wir uns auf vielbefahrenen Innenstadtstraßen einen zurecht,
was schon so für sich nicht ungefährlich war. Das
beste kam aber erst, als wir mitten auf der Kreuzung zweier
vierspuriger Straßen waren: er keuchte und ächzte
und rief mir von vorne zu, er könne nicht mehr. Ich dachte
(sofern man das so nennen kann), ich erleichtere ihm die Arbeit
und laufe nebenher. Da wir aber doch ein ganz gutes Tempo
drauf hatten, wurde aus meinem Abstieg vom Gepäckträger
ein Absprung, der damit endete, dass ich alle Viere von mir
gestreckt mitten auf dieser Kreuzung lag. Von ferne düsten
schon die nächsten Blechlawinen an! Puh!
Zum Glück rappelte ich mich schnell genug hoch und kam
noch gerade von der Straße runter. Ich hatte mir die
Hose am Knie aufgerissen und ein paar Schürfwunden, aber
was soll's: ich war am Leben!
Schürfwunden, Prellungen
und solche kleineren Blessuren habe ich mir schon häufig
zugezogen. Aber alles nicht schlimm. Seltsam nur, wenn man
morgens diese Wunden entdeckt und keine Ahnung hat, wobei
man die wohl bekommen hat. Letztens zum Beispiel bemerkte
ich erst nach zwei Tagen, dass ich eine brutale Beule am Schienenbein
hatte und da dämmerte es mir, dass die wohl durch mangelnde
Koordination der Gliedmaßen mal wieder im engen Keller
beim Fahrradwegbringen entstanden war.
Auch beim Pogo auf'm Konzert
ist mir nie was passiert, wenn man die gelegentlichen Ellenbogenchecks
die noch 'ne Weile schmerzen nicht mitzählt. Ok, einmal
bei den Badtown Boys habe
ich mir die Nase gebrochen, das war schon ziemlich beschissen,
aber auch die einzige Ausnahme.
Irgendwie muss ich da wohl
Glück haben: auch sonst habe ich mir in meinem Leben
noch nie etwas gebrochen. Auch keine Bänderrisse.
Einzig dass ich mir als Jugendlicher mal das Ohr aufgerissen
habe. Nein, das war kein Piercing-Versuch, sondern ich bin
auf die offen stehende Glastür meiner Stereoanlage gefallen.
Und dieses lag nun auch nicht daran, dass ich hacke war, sondern
daran, dass ich morgens zu hastig aus dem Bett gesprungen
war und mir schwarz vor Augen wurde und ich dabei das Gleichgewicht
verlor. Da habe ich mal gut mehrere hundert Milliliter auf
mein Bett geblutet, so dass dieses hinterher großflächig
dick verkrustet war. Aber die haben mir das Ohr wieder zusammen
getackert (wenn auch nicht ganz exakt wie vorher) und man
sieht das heute nicht mehr.
Meine Playlist von heute:
1000 Homo DJs (EP), Aragon, Camel, David
Cross, Deadsoul Tribe,
J.Mascis + The Fog, Wipers,
2004 Mix
Stay alive and rock on,
Harvey
(4.2.05)
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