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Hitlist
 




The Ramones: Leave home / Rocket to russia
(1977, 67:12) / (1977, 32:00)


Ramones: Leave home

Ramones: Rocket to russia
 

Hier muss ich meine Euphorie zügeln!

Sind die geil, die beiden Platten!

Ja, die Ramones haben tatsächlich 1977 gleich zwei Scheiben aufgenommen und deswegen gibt's hier zum ersten Mal zwei erste Plätze.

Die Spielzeit oben ist bei "Leave home" übrigens die der remastered Version, bei der es noch 16 Bonustracks gibt. Ohne diese sind's nur 34 Minuten.

Und um mal gleich mit den Bonussongs anzufangen: lohnt sich! Das sind nämlich alles Livestücke von einem Konzert 1976! Leave home war noch gar nicht veröffentlicht und konsequenterweise gibt's nur drei Songs davon. Und dann bis auf I don't wanna go down to the basement das komplette erste Album! Ich sagte ja, lohnt sich.

Der Sound des Remasters ist weniger dumpf und viel klarer, für meine an den alten Sound gewöhnten Ohren oft schon zu hell und klingelnd. Für mich gab's außerdem noch neu Carbona not glue auf CD, weil auf meiner alten Version stattdessen Sheena is a punk rocker war (welches aber auch auf Rocket to russia ist). Und um die Sache noch komplizierter zu machen, gibt's auch Versionen ohne Babysitter. Was wirklich eine Schande ist, bei diesem supergenialen Lied!

Rocket to russia habe ich mir nicht als Remaster gekauft. Da sind nämlich "nur" fünf Bonussongs drauf, von denen drei alternative Versionen sind, einer mir bereits vorliegt und lediglich It's a long way back to germany so richtig interessant für mich wäre. Das lohnt dann trotz des schönen Booklets dieser CD nicht.

Die Ramones waren lange Zeit regelrecht Idole für mich. In den letzten Jahren ist dieser Status etwas abgebröckelt, nachdem man immer wieder hörte, wie zerstritten sie waren und dass Johnny mit eiserner Hand das Regiment führte.

Letztes Jahr habe ich eines der Bücher von Dee Dee Ramone gelesen und es hat nicht gerade dazu beigetragen, mein Interesse an den Leuten hinter der großartigen Musik zu steigern. Denn ich verstehe Dee Dee's Humor nicht und er war mir auch einfach zu stumpf drauf. Ich selber bin dann doch ein ziemlich vernünftiger Mensch und Dee Dee hat sich wohl das klare Denken schon früher mit Drogen aus der Birne gebruzzelt.
Da hatte ich nichtmal mehr Lust, das Buch von Monte Melnick (dem Tourmanager) zu lesen. Werde ich aber wohl doch noch irgendwann machen.

Letztens habe ich mir dann die DVD Raw gekauft, die einen wilden Zusammenschnitt von Privatfilmchen, Fernsehauftritten und Livekonzerten enthält. Da wird überhaupt nichts vom internen Streit oder den unangenehmen Seiten der Bandmitglieder gezeigt. Johnny Ramone kommt auch ganz sympathisch rüber, wenn man mal davon absieht, dass er bei der Aufnahme in die Rock'n'roll Hall of Fame erstmal dem Mister Bush und dem Heimatland den Herrgott herbeiwünscht. Übel, übel.
Joey macht bei diesem Film den Eindruck eines lieben Hippies, der vielleicht nicht so ganz helle ist. Dee Dee ist schon ein bisschen der Kaputte, geht aber noch. Am normalsten wirken noch Marky und C.Jay, wobei letzterer nicht wirklich als Ramone zählt und ersterer nunmal bei sechs Platten nicht dabei ist.
Naja, aber ein interessanter Film.

Jetzt sind wir aber bei den beiden oben genannten CDs. Die sind absolute Pflicht, wenn man die essentiellen Alben der Ramones haben will (plus das allererste von 1976).
Hier sind jede Menge Klassiker drauf, wie etwa Gimme gimme shock treatment, Suzy is a headbanger, California sun, Rockaway beach, Teenage lobotomy usw.
Ein paar unerwartete Momente sind auch drauf, wenn's bei I remember you, Babysitter, Locket love oder Ramona etwas ruhiger wird. Punk Lovesongs: einfach nur unschlagbar großartig!

Für mich war natürlich früher auch ausschlaggebend, dass ich die beiden Liveplatten zuerst hatte und hier den größten Teil der Songs in der Studioversion wieder fand. Und was live extrem gut war, ist im Studio nicht schlechter.
Übrigens auch die ideale Musik gegen schlechte Laune oder schlechtes Wetter. Wirf die Ramones (laut) rein und die Welt sieht schon etwas besser aus!

Mehr kann ich eigentlich jetzt nicht zu den Platten sagen. Über die Ramones habe ich sowieso schon ziemlich viel geschrieben, so auch dass sie meine erste Punk Band waren. Ich glaube, jetzt die einzelnen Songs genauer zu beschreiben, bringt auch wenig. Wer nicht weiss, was für Musik die Ramones machen sollte sie sich anhören!
Kann man das mit aktuelleren Sachen beschreiben? Na, vielleicht ähnlich wie die Strokes aber mit mehr Rock'n'roll und etwas kompakter und schneller. Und natürlich auch mehr Charisma und Coolness.
Ich halte noch immer das Ramones-Outfit für DEN Kleidungsstil überhaupt.

Was ich ja überhaupt nicht ab kann, sind Punkbands, die Akustiksongs aufnehmen. Schon damals bei Nirvana war ich SEHR skeptisch.
Nun meinen viele Leute, Nirvana seien Grunge und nicht Punk, aber erst gab es das Wort Grunge ja noch gar nicht und Nevermind wurde (auch im Vergleich zu Bleach) deswegen als Punk bezeichnet.
Aber ich musste zugeben, dass diese MTV-unplugged CD ausgesprochen gut ist. Trotzdem ein Stilbruch.
Davon abgesehen habe ich aber noch nix gehört, das durchginge.
Wenn Joey Cape von Lagwagon 'ne Akustikplatte macht ist das Mist. Und letztens bekam ich 'ne Maxi-CD von den Posern Good Charlotte mit Akustikstücken in die Finger. Was 'ne Scheisse!

Jo, genug für heute. Eben wie 'ne feiner Ramones-Song: kurz und knackig!


Stay alive and rock on,
Harvey
(4.3.05)



Ramones
(USA)
Gegründet 1974, aufgelöst 1996
Erste VÖ 1976 "Ramones"-LP

Besetzung 1977:
Joey Ramone: voc
Johnny Ramone: guit
Dee Dee Ramone: b
Tommy Ramone: dr

Link
Ramones
Blitzkrieg bop
I wanna be your boyfriend
Gimme gimme shock treatment
Rockaway beach
Road to ruin
It's alive
7-11
Howling at the moon
Halfway to sanity
Brain drain
Loco live
Mondo bizarro
Acid eaters
I don't want to grow up
The family tree

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: