harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Platz 6 1994


Stone Temple Pilots: Purple
 

Stone Temple Pilots: Purple
(CD, 47:02, 1994)

Das Meisterstück der Stone Temple Pilots und ein gutes Beispiel, wie moderner, härterer Rock klingen kann.

Die Platte ist glatter als ihr Vorgänger und trotzdem tonnenschwer. Vasoline zum Beispiel ist sehr eingängig, schön melodisch mit ein paar etwas langsameren Zwischenparts aber grundsätzlich donnern einem die ganze Zeit Gewitter von Gitarre-Bass-Attacken um die Ohren. Und obwohl die weitgehend immer dasselbe spielen, hat der Song etwas.
Mit Lounge fly schließt sich gleich ein weiterer Höhepunkt an. Hier sind die Gitarren (oft auch derer zwei) differenzierter, das Schlagzeug leicht perkussiv und trotzdem: richtig laut wuchtet hier (vor allem) der Bass die Zentner gegen die Wände. Und dann gegen Ende ein unerwarteter Akustikpart, bevor es nochmal mit einem irren Gitarrensolo losgeht, grandios!

Ich bin kein so wirklich großer Fan der STP. Core konnte mich nicht ganz überzeugen, Tiny music erst recht nicht. Die vierte kenne ich nicht und Shangri-la dee da gefällt mir zwar, aber es bleibt recht wenig hängen und ich verspüre selten Lust, mir die anzuhören.

Bleibt also Purple. Purple habe ich sehr oft gehört. Es sind auch immerhin zwei große Hits drauf, die öfter in Discos gespielt wurden: Interstate love song und Big empty. Da gibt es aber noch keinen Vorteil, denn zwei Hits hat Core auch (sogar drei). Nur bei Purple sind alle anderen Songs genauso gut wie die Hits. Jeder könnte ein Hit sein (auch wenn man natürlich nicht bei jedem gut tanzen könnte). Und sie ist dazu sehr abwechslungsreich, mit akustischen Stücken zwischendurch und ein bisschen Unsinn am Ende.
Ich habe mir Purple damals aus dem CD-Verleih ausgeliehen und aufgenommen. "Damals" heißt aber, es war mindestens schon 1995, eher noch 'n Jahr drauf. Vorher hatte ich die Platte schon öfter gehört, ich bin mir aber echt nicht mehr sicher, wo das war. Entweder hatte ein Kumpel die oder meine Schwester.

Dennoch blieben die STP für mich immer ziemlich gesichtslos. Sie hatten zwar einen exzentrischen Frontman, aber man sah den selten irgendwo auftreten. Hatte ja auch dauernd Drogenprobleme.
Sie haben mich aber auch nicht soo doll interessiert, denn dies war keine Platte, die ich von Anfang an sensationell fand. Nee, ganz gut war sie. Aber wie das eben ist, hat sie durch häufiges Hören an Wert gewonnen.
Ich merke das immer wieder: man kann - gerade über aktuelle Veröffentlichungen - labern was man will, eine CD beweist erst nach drei, vier Jahren, ob sie wirklich ein Renner ist oder nur ok. Oder vielleicht auf Dauer sogar scheisse.

Ich habe hier so'n Promozettel, der der Vasoline-Maxi-CD beilag und dort wird die Musik der STP als "Aggression und Melancholie" bezeichnet. Hmm, das klingt für mich nicht sehr treffend. Aggression ist schon dabei, aber nicht so stark, dass man das so in den Vordergrund stellen sollte. Mit der Melancholie ebenso.
Ich höre hier eher 70ies-Wurzeln: nicht nur im Heavy Rock, sondern auch im Funk und Folk!
Auch finde ich nicht, dass Atmosphäre bei dieser Musik besonders wichtig ist. Die Songs sind es, die begeistern. Das Album als ganzes hat keine besondere Gesamtstimmung.

Gegen Ende gibt's erst mit Ungived einen kurzen, fetten Rocker: sehr straight und ohne Kanten. Und dann mit Army ants einen ziemlich kantigen und breaklastigen Song, der mir nur wegen der eingängigen Strophen und des längeren Instrumentalteils gefällt. Oder ist das eingängige der Refrain? Hier schwer auseinanderzuhalten. Eine ganze Platte mit solchen Songs wäre nicht mein Ding, das ginge dann doch stärker in Richtung Core.
Und dann (einen Song später) ganz am Ende, sagen die STP noch mal ganz lieb "Auf wiederseh'n".





Stone Temple Pilots

(USA)
Gegründet 1987
Erste VÖ 1992 "Core"-CD

Band:
Scott Weiland: voc, guit
Dean DeLeo: guit
Robert DeLeo: b, guit
Eric Kretz: dr
+
Paul Leary: guit


Link
Sex type thing

Anspieltipp:


Bush: Sixteen stone
 

Bush: Sixteen stone
(57:13, 1994)

Ob sie mit diesem Bandnamen noch glücklich sind?
Angeblich ist der Sänger ja auch an Solowerken am rumbasteln, also vielleicht gibt es die Band gar nicht mehr?

Also ich weiss es mal wieder nicht: ist die CD wirklich 1994 erschienen? Auf den Silberteil selber steht's so drauf, der M.C. Strong behauptet aber Mai 1995. Jedoch wäre Mai etwas spät, dafür dass noch 94 draufstehen sollte.
Die Leute von Bush sind übrigens nicht so jung wie man immer denken tut. Der Sänger vor allem wird ja auch von jungen Mädels angehimmelt, aber er ist wie die ganze Mannschaft im Jahre 94 schon 27, also heute sogar fast 37.

Bush kamen damals als echte Kopie der Seattle-Idole um die Ecke und ich fand sie erstmal doof.
Dann sah ich sie auf einem Festival live und ich fand sie immer noch doof. Denn sie hatten jetzt außer nichtssagenden Songs auch noch zuviel Krach bzw. einen schlechten Livesound. Und die Singles von Sixteen stone gingen zwar irgendwie ins Ohr, aber ich wollte sie nicht mögen.
Ich fand auch, dass die Leute scheisse aussahen. Der Sänger kam so Schleimi-mäßig rüber und die andern grinsten dabei dümmlich. Bäh!

An dieser Einstellung änderte sich auch erstmal nix.
Dann änderte sich aber doch was. Sonst wäre ja jetzt auch nicht dieser CD hier auf Platz 6.
Erstmal bekam ich die ersten beiden Bush-CDs häufiger zu hören und fand vor allem diese hier nach und nach doch besser. Und dann kam Golden state und auf einmal merkte ich, dass Bush rocken!

Natürlich ist immer noch klar, dass recht viele Bands solche Musik machen: nennen wir es mal melodisch-punkigen Grunge. Und Innovationspreise gibt's da nicht zu gewinnen, höchstens Melodiepreise und vielleicht noch welche für emotionale Dichte und Stimmung, jene liefern Bush nämlich. Auch wenn Gavin Rossdale manchmal dazu neigt, etwas leidend zu klingen, so vermag er auf jeden Fall mit seinem Gesang etwas auszudrücken. Hier sehe ich schon eher die Melancholie und auch manchmal Aggressivität. Die nervt auch ein bisschen wenn wie blöde "kill you, kill you,..." gebrüllt wird. Naja, übersehen wir das mal.

Die Hits hier sind Everything zen, Little things und Glycerine.

Nachdem es jetzt schon fast ein Jahr her ist, dass der Hank wieder auftauchte, wird der Harvey endlich an diesem Wochenende vorbei fahren und den alten Pilsbiervernichter mal wieder von Nahem in Augenschein nehmen. Wurde ja auch mal Zeit!
Ob wir dabei irgendwelche tollen Sachen erleben, könnt ihr dann kurz darauf in bester Sensationsberichterstattung in Hanks Tagebuch nachlesen. Klar ist schonmal, dass Harvey ein bisschen im Nachteil ist, denn auch wenn er insbesondere in letzter Zeit gut trainiert hat, kann er mit dem Nachbestelltempo von Hank wahrscheinlich nicht mithalten. Aber man lernt ja nie aus. Vielleicht erfahre ich denn auch mal, wieso wildfremde Mädels in romatischster Stimmung am Fluss den alten Zecher zu sich bitten. Da muss es irgendwelche geheimen Verführungsgesten geben, die mir noch nicht gefäufig sind.
Ich jedenfalls bin gespannt.

Let's rock,
Harvey
(12.8.04)

 

Bush

(England)
Gegründet 1992
Erste VÖ 1994 "Sixteen stone"-CD

Besetzung:
Gavin Rossdale: voc, guit
Dave Parsons: b
Nigel Pulsford: guit
Robin Goodridge: dr
+ Gäste


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1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
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