harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Platz 5 1994


Green Day: Dookie
 

Green Day: Dookie
(39:48, 1994)

Diese Green Day-Platte ist trotz ihres Megaerfolgs einfach Kult.
Es war schon die dritte der Band und vielleicht wäre deren Karriere auch bald zuende gewesen, wenn nicht hier mal ein bisschen Erfolg gekommen wäre.

Übrigens: wie angekündigt hat der Hank auf seiner Seite (Hanks Tagebuch) einen kleinen Bericht über meinen Besuch letztes Wochenende geschrieben. Dem kann ich kaum etwas hinzufügen, außer zu sagen: es rockte!

Aber da der Harvey ja multitaskingfähig ist, hat er an jenem Wochenende noch ganz andere tolle Sachen gemacht. Unter anderem ein kleines aber feines Umsonst & Draußen Open-Air besucht. Und das erwähne ich jetzt mal, weil ich's weiter empfehlen möchte. Es geht um das Stemwede Open Air bei Osnabrück. Und das war ausgesprochen toll!
Bands im Prinzip nicht so wichtig, allgemein nette Stimmung, nette Leute. Ich wundere und freue mich immer, wo denn die vielen Hippies und Freaks herkommen, die bei solchen Angelegenheiten auftauchen. Scheinen sich ja normalerweise eher zuhause aufzuhalten. Aber da ich sehr viel Spaß dabei habe fröhliche, abgefahrene Leute anzugucken, war dieses Festival der Hit. In diesem Jahr noch mit der besonderen Dreingabe von Dutzenden von Punks, die wohl vor allem wegen eines seltenen Auftritts von EA 80 da waren. Auch Punks sind lustig anzuschauen und obwohl ich noch kürzlich mal wieder auf Punkkonzerten war, habe ich schon sehr lange nicht mehr so viele bunte Haare und Iros gesehen. Coole Kiste!
Dass die dann bei den deprimierenden Songs von EA 80 den Pogo starten, kann ich wieder nicht verstehen, aber wahrscheinlich war ich nur nicht breit genug.

Green Day habe ich zum ersten Mal live als Vorgruppe der Toten Hosen gesehen, kurz bevor Dookie verkauft wurde als sei das Britney Spears oder so.
Ja, tatsächlich, ich war bei den Hosen. Nämlich, die Horrorschau fand ich damals sehr gut und auch die Nachfolger zunächst noch. Und da dachte ich einfach - vielleicht auch wegen sonst recht weniger "großer" Konzerte, die so stattfanden - kann man ja mal hingehen. Die Hosen waren auch ganz gut, allerdings nervte das Publikum zum Teil. Da waren so männliche Kegelclubs anwesend und man dachte fast, man sei am Ballermann.

Dämliche Idioten gibt es viele. Gerade vorhin noch wurde ich mal eben mit "Hurensohn" angebrüllt. Und warum? Im Prinzip, weil der Kerl ärgerlich war, dass er zu blöd war. Denn wenn man ohne zu blinken mitten auf der Straße anhält, muss man sich nicht wundern, wenn andere Autos direkt hinter einem stehen und somit vor der Parklücke am Rand.
Und was macht der Harvey dann in so einem Fall? Nein, ich bin nicht ausgestiegen und habe dem eine reingehauen, das wäre ja ganz genauso idiotisch. Nein, in solchen Fällen - und das ist dann auch eine echte Ausnahme - sieht man den Harvey beten!

Genau. Ich falte fein meine Hände zusammen, gehe einen Moment in mich und flehe dann den lieben Gott an:
"Hey Alter! Du hast es selbst gesehen gerade, jedenfalls wenn du nix anderes zu tun hattest. Also denke ich, solltest du mal tätig werden. Wäre jedenfalls nett. Ich schlag auch was vor, dann brauchst du dir nicht den Kopf (oder was auch immer) zerbrechen. Entweder du zauberst dem Rowdy von gerade einfach mal ein bisschen mehr Grütze in die Birne, dann würde der wahrscheinlich auch erstmal drei Wochen nicht mehr aus dem Haus gehen, weil's ihm so peinlich ist, wie scheisse er bis eben war. Oder, wenn das nicht geht oder nicht lohnt, dann sorg dafür, dass er sich in eine total üble Schabracke verliebt, diese heiratet und ein Leben lang brutalstens von ihr untergebuttert wird. Vielen Dank und liebe Grüße, dein Harvey."
Bin ich oberfies drauf, oder was? Yeah!

Was nun Green Day angeht, so fand ich die damals 30 Minuten lang vor den Hosen ziemlich scheisse. Hat mich nicht mitgerissen. Und wenn man's genau betrachtet, reißen sie mich immer noch nicht mit. Ich finde die Typen ziemlich ätzend und die Musik gibt mir garnix. Langweilig.

Ausnahme ist halt Dookie und zwar nur deswegen, weil sie 1994 (und danach auch noch) dauernd gehört wurde. Erstmal war natürlich Basketcase auf jeder Party zu hören und anfangs hab' ich da auch gut abgerockt zu. Irgendwann war die Luft raus, aber an den Spaß davor erinnert zu werden, ist schonmal gut.
Weiterhin hatte der Carsten die CD und wir haben die häufig bei ihm gehört. Wenn wir mal wieder 'ne Palette Hansa weggeknallt haben.

An diese Aktionen erinnere ich mich ja immer wieder gerne. Meistens nachdem das Semester mit den letzten Klausuren abgehakt war, haben wir uns direkt um 14 Uhr (oder wann die Klausur halt zuende war) getroffen und losgelegt. Gute Musik, Party- und Ferienstimmung, Erleichterung, Gemütlichkeit , Hansa-Pils. Super!!!
Im Laufe des Nachmittags und Abends kamen dann noch andere Leute vorbei, aber meistens haben wir erstmal zu zweit losgelegt. Tja, da waren wir wohl die Coolsten!

Dass Green Day ziemlich massenkompatibel sind, wundert mich nicht. Denn sowohl musikalisch als auch textlich ist das doch recht gemäßigt, was auf Dookie geboten wird. Klar ist es auch nicht so weit von den Ramones weg, aber weniger trocken, weniger cool, weniger genial. Die restlichen Green Day Platten sollen da zum Teil ein bisschen andere Akzente setzen, ich habe auch irgendwelche davon mal gehört, aber weder erinnere ich mich überhaupt daran, noch weiss ich welche das waren. Irgendwie symptomatisch.

Aber trotzdem: Dookie ist eine gute Scheibe. Nette Lieder, nicht zu lang, verbeitet gute Stimmung. Meine Lieblingssongs sind alles Singles, nämlich Longview, Welcome to paradise und allen voran When I come around. Letzteres weit mehr der Knaller als Basketcase. Geiler Rhythmus, ungewöhnliches Tempo und sogar mit Gitarrensolo!





Green Day

(USA)
Gegründet 1989
Erste VÖ 1989 "1000 hours"-EP

Band:
Billy Joe Armstrong: voc, guit
Mike Dirnt: b
Tre Cool: dr


Anspieltipp:


Offspring: Smash
 

Offspring: Smash
(40:18, 1994)

"Smash" erscheint hier ebenfalls wegen des Kultwertes.
Rein von der Musik finde ich andere Offspring-CDs besser.

Aber die Situation war trotzdem ganz anders als bei Green Day. Denn Offspring kannte ich schon vor dieser Platte, Ignition fand ich ausgesprochen toll.

Ich war denn auch gar nicht so angetan, als ich die ersten "Hits" von dieser Scheibe hörte. Come out and play und Self esteem waren beide eher ungewöhnlich und erstmal nicht so mein Ding.
Dass ich laut am Rufen war "hey, ich kenne Offspring schon, hey, ich meine nicht die Hits, ich finde die alten Songs gut", hat damals keine Sau interessiert.

Als ich mir dann aber mal die CD ausgeliehen habe, musste ich zugeben, dass Offspring ihren Stil nicht geändert hatten und es sich um eine geile, flotte Platte handelt. Im Gegensatz zu Green Day kann ich hier sehr wenig Massenkompatibilität erkennen: die Songs sind meistens äußerst schnell gespielt und so klingt die Sache für mich auch echt nach "Punk" und nicht nach - was auch immer - anderem Zeug.

Außer den beiden genannten Hits finde ich alle Songs sehr geil. Die Hits sind auch nur deswegen doof, weil die echt zu oft gespielt wurden damals. Ich erinnere mich noch gut, wie wir den Tim bewundert haben, als er öfter mal den perfekten Ska-Tanz hinlegte. Das war nicht nur bei Offspring (da insbesondere bei What happened to you?, was sogar auch mal gespielt wurde), sondern auch bei Madness und ähnlichem. Aber sah echt cool aus. Ein paarmal wurde in unserer Lieblingsdisco sogar Ska sucks von Propagandhi gespielt.

Nachdem ich Offspring ja direkt am Anfang live gesehen hatte, habe ich auch nie verstanden, wieso manche Leute meinten, das sei kein Punk, oder die Typen seien kein Punk oder so. Ich denke, heutzutage könnte man eher Offspring als Punkrocker bezeichnen als Die Toten Hosen. Wobei Offspring wahrscheinlich noch reicher sind und mir leuchtet ein, dass es durchaus erstmal unklar ist, ob man mit Millionen auf dem Konto noch Punk sein kann. Widerspricht sich ja irgendwie: reiche Punks? Hey, ich bin gegen die Kapitalistenschweine, aber ich hab' selber fünf Häuser! Kommt nicht so überzeugend. Andererseits ist dabei mal wieder klar die Funktionsweise des Systems zu erkennen: die Massen laufen irgendwelchen Trends, Hypes und Werbungen nach und wenn man es schafft, dass sie das tatsächlich tun, dann gibt's gut was abzusahnen.
Und wenn man wie Offspring eher zufällig da rein rutscht, Glück gehabt! Zumindest haben sie sich musikalisch nie korrumpieren lassen, soweit ich das beurteilen kann.

Ach, ich weiss gar nicht so genau, was ich noch zu dieser Platte sagen soll. Sie ist wirklich gut, sie ist ein Klassiker und trotzdem immer noch spielbar.
"Ich brauche mehr Details" sagst du?
Nee, gibt's heute nicht.

Sorry für die Verspätung,
Harvey
(19.8.04)

 

Offspring

(USA)
Gegründet 1984
Erste VÖ 1987 "I'll be waiting"-Single

Besetzung 1994:
Dexter Holland: voc
Noodles: guit
Greg K: b
Ron Welty: dr


Link
The offspring
Ignition
The kids aren't alright

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: