Die Hitlist 1980 besteht nur aus Musik, die ich
erst viel später kennen gelernt habe.
Wer wollte auch die "Goombay Dance Band"
und ähnliches in späteren Jahren noch
hören?
Nach dieser ersten Single
von mir (Sun of Jamaica) bekam ich noch ein oder zwei
weitere geschenkt, die ich allerdings nicht mehr besitze.
Das eine war eine schlechte Coverversion von irgend'nem Sixties-Hit
und das andere eine Benefizplatte (aber in kleinem Maßstab,
nichts internationales). Auch die Mecki Spaghetti-Single
des Yps-Heftes hatte ich und auch sie hat nicht bis
heute überlebt.
Das Problem mit dem Vinyl
damals bestand darin, dass der Plattenspieler, den ich für
mich allein benutzen durfte nicht nur schlecht war, sondern
auch keine Boxen hatte und keinen Verstärker. Das bedeutete,
man musste ihn mit einem speziellen Kabel an meinen tragbaren
Radiorekorder anschliessen und der Sound war dann wirklich
übel.
Vor allem aber wollte ich den Radiorekorder andauernd herumtragen
und hatte auch gar nicht richtig Platz für den Plattenspieler.
Deshalb fristete dieser dann im Keller sein tristes Dasein
und wurde nur selten mal benutzt.
Eher legte ich die Singles auf den Plattenspieler der Anlage
meiner Mutter, was ich aber nur unter Aufsicht durfte, weil
sie Angst um die Nadel hatte. Das war aber wohlgemerkt nicht
so ein Edel-Spieler wie bei Nach 5 im Urwald, sondern
eine Kompaktanlage!
Das Abspielen auf diesem super wertvollen Teil klappte also
auch nicht sehr oft und für Singles lohnte sich das sowieso
nicht so recht, denn die Aufsicht musste dann ja immer dabei
sein, weil die Dinger alle paar Minuten umgedreht werden wollten.
Deswegen waren meine ersten
"Longplayer" ein paar Jahre später dann auch
Kassetten. Die liefen ohne weiteren Aufwand in meinem Radiorekorder.
Und man konnte sie sogar mit anderer Musik überspielen,
falls man sie mal doof fand! Mit der Methode habe ich dann
meine gesamten kultmässigen Gruselkassetten (Larry
Brent und sowas) zerstört. Heute etwas ärgerlich.
(Wahrscheinlich ist das auch so eine typische Harvey-Aktion,
die kein Kid sonst gebracht hätte: gekaufte Tapes neu
zu überspielen!)
Bei den vergangenen Hitlists
habe ich öfter im Nachhinein eine Mix-CD für mich
aufgenommen, auf der jeder Hit mit einem Song vertreten ist.
Diesmal habe ich es anders
gemacht, ich habe schon vorher solch einen Mix aufgenommen.
Ich dachte mir zunächst, ich würde eine CD machen
mit guten Songs von Platten, die NICHT auf den Plätzen
1-8 erwähnt werden. Die so angedachte CD wäre 61
Minuten lang gewesen, war mir aber stilistisch zu inhomogen.
Zwar stört mich das meistens nicht, wenn da wild alles
durcheinander geht, aber mit Blick auf die für Platz
1-8 vorgesehenen Platten entschied ich mich dann für
zwei CDs mit verschiedenen musikalischen Ausrichtungen inklusive
eben auch der Hits.
Rausgekommen ist also eine CD mit Punk und New Wave-Songs
und eine CD mit mehr klassischen Rock- oder Popsongs. Die
sind dann 48 bzw. 65 Minuten lang geworden. Dass dabei nicht
die volle CD-Länge ausgenutzt wird, macht gar nichts
finde ich. Das sind eben die Songs, die mir wichtig sind und
damit ist der Mix dann auch komplett.
Wäre allerdings noch
die Zeit der Tapes, dann hätte ich ein bisschen gekürzt,
so dass die gesamte Sache auf eine 100er Kassette gegangen
wäre. Die waren ja immer drei bis vier Minuten länger
(insgesamt), ich hätte also einen Song der zweiten CD
auf die erste Seite gepackt (da war die Unterscheidung der
Genres sowieso nicht überall eindeutig) und dann zwei
andere rausgeworfen.
Ich stelle jetzt die Tracklists
der beiden CDs vor, lasse aber noch ein paar Lücken,
damit noch nicht verraten wird, welche Platten auf den Plätzen
der Hitlist 1980 vorgestellt werden. Diese Lücken fülle
ich dann nach und nach.
Das sind also Songs von 1980,
die mir besonders gut gefallen. Wiedermal nicht berücksichtigt
ist dabei historische Relevanz oder Unpeinlichkeit oder so.
Trotzdem denke ich, die 30 Stücke decken die Musik des
Jahres ganz gut ab.
Dass die jeweiligen Platten,
die jetzt schon verraten sind, nicht in die Hitlist gekommen
sind, hat ganz unterschiedliche Gründe.
Meistens finde ich sie zwar gut, aber ich verbinde nicht wirklich
etwas mit ihnen. Oder es sind neben einigen wirklich guten
Liedern auch ein paar weniger tolle dabei.
Die Ramones-Platte
halte ich für eine ihrer schlechteren, obwohl sie trotzdem
ganz nett ist. Sind ja auch die Ramones.
Mit Devo kann ich gar nicht so viel anfangen. Die werden
ja sehr oft von amerikanischen Gruppen als Einfluss genannt.
Aber dieses Stück (und auch ein paar andere) finde ich
richtig gut. Zenyatta mondatta ist eine sehr gute Platte, aber wie
bereits angedeutet ist das eine Scheibe, die mir nichts bedeutet.
Keine Erinnerungen dabei. Eloy's Colours ist noch ganz gut, bevor es bei den
folgenden Platten deutlich schwächer wurde. Child
migration ist der rockigste Song, der mehr an die alten
Sachen erinnert. Viele andere Stücke auf Colours
sind eher im atmosphärischen Stil wie bei Ocean
oder Silent cries
and mighty echoes gehalten. Insgesamt aber mit zuviel
Gesang. U2's Boy hätte ich glatt unter die ersten acht
genommen, musste dann aber feststellen, dass ich sie gar nicht
habe! Sowas, sowas, schon keinen Überblick mehr der Harvey!
Dachte echt, diese CD würde hier rumstehen. Naja, muss
ich mir nochmal zulegen.
Soviel zu diesen grandiosen
Mix-CDs.
Nächste Woche gibt's erstmal Aprilmusik und danach werden
dann zwei leere Einträge oben (nämlich Song 3 und
12 von der zweiten CD) gefüllt.
... zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:
I finally got away from home
I got apartment of my own
Eccentric posing is allowed
And I can play the music loud
I'm gonna abuse my brand new pad
My lousy manners are OK
Hitlist: [hit-list]
engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list
Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.;
Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall
m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz)
Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein
muss, aber sehr populär ist.
List:
List:
[list] engl.-amerik.; Liste f, Ver-
zeichnis n; Auflistung: besonders Männer
neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt
es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen
Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich
darüber diskutieren.
Anspieltipp:
Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen
Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen-
erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der
statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen
Gesetzen.