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Hitlist
 




Jethro Tull: Stormwatch
(1979, 45:34)


Jethro Tull: Stormwatch
 

Dieser verspätete Prog-Höhepunkt war auf meinem ersten Tull-Tape.

Tausendmal gehört hielt ich die Platte lange Zeit für eher mittelalterlich angehaucht und nur gut statt genial.

Aber genial, das ist sie. Niemand hätte 1979 gerade sowas von Tull erwartet und kommerziell war die auch nur mäßig erfolgreich.

Man beachte die Eckpunkte: 1978 gab's Heavy horses, ein tatsächlich folklastiges aber schlecht aufgenommenes und nicht vollständig gutes Album. 1980 hingegen kam A und das entpuppte sich als Versuch modern und(!) progressiv zu klingen. Da war das Tull-typische dann nahezu weg, ein paar nette Songs sind aber trotzdem dabei.
Also: Stormwatch passt echt nicht rein!

Entgegen aller sonstigen Gepflogenheiten ist es im Moment Mittwoch und Harvey sitzt trotzdem und tippt Hitlist.

Der Grund ist folgender: ich bin total begeistert, dass ich eben Camel live sehen konnte!

Und da ja die Stormwatch von Jethro Tull auch altmodische Mucke vom Feinsten ist, kann ich an dieser Stelle ruhig ein wenig über das Konzert erzählen.

Die Story fängt an im Jahre 1996, als ich Camel endlich mal genauer anhörte, nachdem ich jahrelang nur Pressure points hatte (und auch sehr gut fand).
Damals erwarb ich die neuste Platte und die Dust and dreams und besuchte ein Konzert.
Bei diesem Konzert wurde in einem kleinen Laden (ca. 300 Zuschauer) die komplette (aktuelle) Platte (Harbour of tears) gespielt und danach noch über eine Stunde lang ein Querschnitt durch das gesamte Schaffen geboten.
Jenes Konzert war eine extrem tolle Erfahrung, denn wann erlebt man denn mal Rockurgesteine zum Anfassen nahe? Und wann darf man die Lieblingssongs der Jugend (eben jene von Pressure points) Jahre später live sehen und sich zurück gebeamt fühlen?
Zu dieser Zeit kannte ich die alten Platten alle nicht. Nur die beiden erwähnten neueren und eben Pressure points. Daher war mir vom zweiten Teil des Konzertes auch das meiste unbekannt.
Trotzdem blieb dieses Erlebnis als ein besonders großartiges Konzert in meiner Erinnerung haften.

Camel machten eine weitere Platte namens Rajaz, die der Harvey nach langem Zögern auch kaufte und dann sogar immens gut fand. So gerne hätte er Camel erneut live gesehen, aber die Tour hatte nur wenige Termine. Bin gar nicht sicher, ob überhaupt einer in Deutschland dabei war, wenn ja, dann jedenfalls viel zu weit weg.

Im letzten Jahr kam dann A nod and a wink raus und auch hier zögerte ich bzw. das Teil war auch einfach schwer zu kriegen. Im Laden stand es jedenfalls nicht! Ich habe es schließlich auch für gut befunden, wenn es auch nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Meine Hitlist For today ist nach einem Song aus dieser CD benannt und in der Übersicht dieser Hitlist kann man auch den Text (zum Teil) lesen. (Auf den Inhalt dieses Textes hat der Latimer übrigens während des Konzertes nochmal extra hingewiesen.)

Es stellte sich also die Frage, ob Andrew Latimer und Co. wieder Konzerte geben würden. Ich wollte sie auf keinen Fall verpassen.
Deshalb wurde mindestens alle vier Wochen die Website angeguckt und im Frühjahr stand tatsächlich etwas von einer Tour. Allerdings ohne Daten in Deutschland!
Dann eben beim nächsten Mal.
Nein! Denn zugleich war zu lesen, dass es eine Abschiedstour sein sollte, weil Camel in Zukunft zu einer Studioband werden sollte. Touren zu anstrengend und teuer.

Ja scheisse! Letzte Tour und ich verpasse sie schon wieder? Kann nicht sein. Also suchte ich den nächsten Ort im Ausland raus und kalkulierte, dass drei Stunden Fahrt dann eben mal drin sein müssten.
Allerdings konnte man zu diesem Zeitpunkt im Internet noch keine Karten dafür finden. Außerdem war es auch noch zu früh, um über die Mailingliste Mitfahrer zu suchen.
Eines war nämlich schon klar: die paar auch an Camel interessierten Leute, die ich so kenne, würden so weit nicht mitkommen. Zumal die ganz woanders wohnen und das daher noch weiter wäre.

Und dann auf einmal: alle Termine abgesagt, Tour verschoben!
Gut oder schlecht? Naja, man konnte ja hoffen, dass vielleicht doch noch ein Deutschland-Termin was wird. Oder aber fürchten, dass das einzige erreichbare Konzert nun genau am Hochzeitstag des Bruders liegt. Oder so.
Wochenlang schaute ich die Homepage an und die neuen Termine gab es nicht.

Und dann kam alles mögliche dazwischen und Harvey hatte schon eine Weile nicht mehr geschaut. Und dann kamen die Hardware-Probleme und im Grunde waren sowieso alle Links futsch.
Doch dann tauchten die Links wieder auf und am Mittwoch um ca. 16 Uhr dachte ich mir: Schau doch mal wieder bei Camel!
Und da lese ich, dass sie in nur vier Stunden ein Konzert in Deutschland und in erreichbarer Nähe geben!

Da packte mich ja sofort erregte Vorfreude! Sowas hatte ich noch nie erlebt, normalerweise war es immer so gewesen, dass ein tolles Konzert z.B. gerade gestern stattgefunden hatte und die Chance damit vertan war.
Telefoniererei - es gab noch Karten!

Ich konnte den restlichen Nachmittag nichts Vernünftiges mehr machen, obwohl ich ziemlich viel vorgehabt hatte. Ich wollte am liebsten sofort ins Auto springen und losfahren! Heute abend, Camel live, ich dabei!! Unglaublich!

Und dann: on the road!
Was ein tolles Gefühl. Ja, das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich dieses mal so schreibe.
Denn ich war mal ein richtiger Auto-Hasser.
Nun finde ich zwar Autos immer noch uninteressant, aber das Fahren damit ist wichtig. Meine früheren Ideen, ein Leben lang mit der Bahn zu fahren, habe ich inzwischen ohne große Traurigkeit begraben.
Eine zeitlang musste ich jeden Tag mit dem Auto fahren und da bekommt man das Gefühl, die Fahrerei stiehlt einem die Zeit. Nicht so toll.
Aber nun fahre ich nur noch selten und dabei stellt sich dann dieses "Cruising"-Feeling ein. Das ist schon ein bisschen ein Freiheitsgefühl. Ich kann überall hinfahren wo ich will.
Und so können mittellange Fahrten richtig Spaß machen. Heißt also: sogar MIR Spaß machen, der ich immer noch ungerne Auto fahre.

Ich cruise also, neben mir der Ausdruck vom Routenplaner.
Ich vertraue dem.
Obwohl er beim vorletzten Mal eine echt beschissene Beschreibung ausgegeben hat. Obwohl er beim letzten Mal ca. eine Stunde zu wenig eingeplant hatte.
Aber ich bin zuversichtlich, habe gute Laune, alles fein.

Und siehe da: ich finde auf Anhieb alles!! Die Straßenschilder sind so gut zu erkennen, dass ich die Namen des Routenplaners lesen kann und obwohl ich erst irritiert bin von weiträumig abgesperrten Gebieten (Volksfest), finde ich schnell einen Parkplatz.
Ebenfalls irritiert bin ich von den Massen junger Leute, die da unterwegs sind. Wo wollen die denn alle hin? Ja wohl nicht zu Camel. Und auch nicht zum Volksfest, das hat noch zu.

Nähere ich mich dem Veranstaltungsort: Menschenmassen vorm Eingang! Ach du scheisse, ich brauche doch noch eine Karte!

Bei genauem Hinsehen sind es aber nicht die jungen Völker von eben und sooo viele Leute sind es auch nicht. Karte klappt also.
Das Publikum ist im Schnitt so 45. Im Schnitt, wohlgemerkt. Der Harvey ist echt einer der jüngsten, dabei bin ich doch schon nicht mehr so jung wie noch bei der Harbour of tears Tour. Nur zwei Jungspunde mit Flower Kings T-Shirt fallen auf.
Viele Leute sind auch schon über 50 und die meisten Menschen sind männlich. Hippies sind da kaum dabei, eher leicht intellektuell aussehende Normalos.
Ein paar Frauen sind aber auch da und ein ganz paar jüngere auch. Ich beneide die Helden, die eine Freundin haben, die zu sowas mitkommt (ohne die ganze Zeit genervt zu sein oder so). Ein kleiner Prozentsatz der anwesenden wenigen Frauen sieht sogar ganz gut aus.

Eigentlich wollte ich gerne ein T-Shirt haben, aber 25 Euros sind zu viel. Schon länger gerne haben wollte ich auch die Soloplatte von Colin Bass. Aber auch die wird's irgendwann irgendwo irgendwie nochmal billiger geben.

Der Laden ist nicht ausverkauft (900 Kapazität), aber auch nicht leer. Man hat gut Platz, aber grundsätzlich stehen überall Leute. Harvey kann sich problemlos direkt in der Mitte der dritten Reihe hinstellen. Super Blick auf die Bühne, keine Riesen anwesend.
Camel betreten selbige und werden zunächst gar nicht als das was sie sind erkannt, denn sie sind zu früh.

Andi Latimer und Colin Bass sind die ältesten und auch am längsten dabei.
Latimer hat rot-braune hohe Docs und eine leicht zerissene, ausgeblichene Jeans an, dazu sein Tour-T-Shirt. Cooles Outfit für das Alter! Ach ja, Alter - das sieht man. Eingefallene Wangen, graue Haare, fast noch dünner und klappriger als früher. Harvey hat Visionen, dass er in 20 Jahren vielleicht ganz ähnlich aussieht.
Bass trägt modernes Schuhwerk, eine sehr weite, dünne Hose, die deutlich nicht gebügelt ist, schwarzes Hemd und eine Sonnenbrille. Er ist das sonnige Gemüt der Band, man merkt es sofort. Er macht mal 'nen Scherz und er ist cool, wie sich das für einen Bassisten gehört.

Die beiden anderen sind mehr oder weniger aushilfsweise dabei. Ton Scherpenzeel an den Tasten hat früher schon mal kurz bei Camel mitgemacht, ist aber eigentlich bei Kayak engagiert. Ein Teil seiner Aufbauen ist mit Kayak-Logo versehen. Der Drummer Denis Clement ist der jüngste von allen (aber auch schon Mitte bis Ende 30) und hat keine besondere Vergangenheit.

Scherpenzeel könnte direkt aus einer 60er Fernsehsendung rübergespacet sein, denn Frisur und Hemd sind echt schon abgefahren für heutige Verhältnisse. Ansonsten lacht er nie und sieht ziemlich müde aus.
Clement dagegen hat Energie bis zum Umfallen und könnte rein vom Aussehen her auch bei Dream Theater spielen: kurze Hose, T-Shirt und mega-langer Zopf.

So legen sie denn für die nächsten zwei Stunden los und erfüllen die Erwartungen, die ihr Aussehen aufwirft, ganz gut.
Latimer ist der Mittelpunkt eines jeden Songs. Was er mit seiner Gitarre macht ist genial anzusehen und zu hören. Leute, die diese Musik nicht mögen, sprechen hier ganz gerne von Gitarren-Masturbation oder sowas. Und ich sage, ganz richtig: es ist als wenn er Sex mit der Gitarre hätte. Schaut man seine Gesichtszüge an, Augen fast geschlossen, zuckende Wangen, verzerrte Mundwinkel, dann erlebt der Mann hier sehr geile Sachen.
Sein Gesang dagegen - und das gilt auch für Colin Bass - ist etwas schwachbrüstig heute abend. Oft singen sie zu zweit und trotzdem kann man die Worte nicht so recht vernehmen. Egal.
Der Bass klingt extrem fett und ist im Endmix sogar ein wenig zu laut für meinen Geschmack. Was mir bisher nie so aufgefallen war: Colin Bass mag den Jazz-Rock. Er legt des öfteren sehr groovig und breaklastig los, was ungewöhnlich für die jeweiligen Songs ist bzw. diese Nuance viel deutlicher betont, als es sonst der Fall war. Dass Camel manchmal der Canterbury-Szene mit zugerechnet wurden, kann man heute einige Male verstehen. Zum Glück bleiben die Songs trotzdem spannend.
Scherpenzeels Keyboardspiel steht im Hintergrund. Er darf auch mehrfach solieren, macht es aber immer anders, als ich erwartet hätte. Wenn dichte Orgelspielereien denkbar sind, webt er feine Netze aus dünnen programmierten Sounds. Wenn ich an 80er Gefiepe denke, macht er dann die Orgel. Er bleibt farblos und dabei spielt er gar nicht schlecht, aber wenn ich die Originale im Hinterkopf habe, so ist dort alles einen Tick interessanter.
Clement dagegen haut sich in die Vordergrund. Die für mein Gefühl zu metallisch und steril klingenden Drums sind sehr abwechslungsreich gespielt und treiben einige Lieder nach vorne, wo man dachte, die könnten gar nicht nach vorne gehen. Zudem unterstützt er Bass' Jazz-rockige Ideen. Ich glaube, diesem Mann sind Camel tatsächlich etwas zu soft. Er würde gerne mehr rocken.

Heute abend werden insgesamt 15 Songs dargeboten und zwar aus allen Perioden der Band. Mit jeweils zwei Songs werden die aktuelle Platte, The snow goose, I can see your house from here (hier: Hymn to her und Ice), Moonmadness und Camel bedacht. Nicht berücksichtigt werden Harbour of tears (schade), Rajaz (noch mehr schade), Stationary traveller und The single factor.

Einige Anmerkungen zu speziellen Songs:
Lady Fantasy eröffnet den Abend. Einer meiner Lieblingssongs, sehr geil!
Drafted weckt Erinnerungen an die heiß geliebten Pressure points und auch bei den beiden Rhayaders fühle ich mich, als wäre alte Bekannte zu Besuch.
Ice hört sich auch live etwas blaß an.
Mother road wird irgendwie zersägt und kommt so nicht recht rüber.
Spirit of the water ist ergreifend, wundervoll!
Echoes ist nicht schlecht und das einzige Lied des Abends, das ich weniger gut kenne. Das liegt daran, dass ich Breathless nicht auf CD habe und dementsprechend weit weniger oft gehört habe als die CDs. Außerdem ist gerade dieser Song auch nicht auf der Best-of, die ich öfter reinlege, wenn ich Lust auf einen Mix 73-84 habe.
Übrigens werden eigentlich gar keine Single-mässigen runden Popsongs gespielt. Sehr gute Songauswahl!
Another night wird in einer interessanten Hardrock-Variante mit Bratgitarren dargeboten. Hätte ich von Camel so nicht erwartet.
Never let go ist die Zugabe und wohl nur deshalb letzter Song, weil der Laden ein Zeitlimit gesetzt hat (oder gesetzt bekommen hat). Das passt (von der Länge her) allerdings eher zu Punkkonzerten. Da sollte man früher loslegen! Ich wette, unter anderen Bedingungen hätten Camel noch 20 Minuten weiter gemacht.
In Never let go hat jeder noch einmal die Möglichkeit, ein längeres Solo hinzulegen und Clement drummt wie der Berserker! Könnte man zu einem Genesis-Drumsolo (mit etwas mehr Härte) ausbauen!

Fazit: das war schon ziemlich anders als beim Harbour of tears-Konzert.

Erstmal wurden die neuen Sachen viel weniger in den Mittelpunkt gerückt. Ist ja für eine Farewell-Tour auch angemessen.
Außerdem kannte ich diesmal alle Lieder, was das Erlebnis erstens toller macht und zweitens natürlich auch zu mehr kritischen Bemerkungen verführt, weil ich ja den Vergleich habe.
Dann habe ich mich gefragt, ob damals wohl einer mehr auf der Bühne stand, denn ich erinnere mich an einen dichteren Keyboardsound. Jedenfalls hatte Latimer auch ein Tasteninstrument, das weiss ich noch. Damals war es Foster Patterson am Keyboard, den ich bei Fish noch richtig scheisse gefunden hatte, mir bei Camel dann aber doch sehr gut gefiel.
Aber genug gemeckert, alles in allem war es ein äußerst gutes und mitreissendes Konzert!
Ich hatte jedenfalls mächtig Spaß und war glücklich, Camel nochmal erleben zu können. Die genannten Einschränkungen waren nur Kleinigkeiten und der Rest des Publikums hat so wie ich auch lang und laut applaudiert!
Dankeschön an Camel für ein unvergessliches Erlebnis!

So, nach diesem "kleinen" Einschub ist es inzwischen doch Donnerstag oder - hm - gleich schon Freitag früh und ich fange dann mal an auch etwas zur Tull-Platte hier auf Platz 3 zu sagen.

Stormwatch ist wirklich das, was heute so gerne als "Classic rock" bezeichnet wird. Kraftvolle aber dennoch erdige und für das Jahr 2003 altmodisch klingende Songs, die Querflöte und Gitarre in den Vordergrund stellen. Aber auch die anderen Instrumente kommen in einigen Instrumentalpassagen zur Geltung und gerade der Bass wummert hier öfter mal deutlicher, als man es sonst von Tull kennt.

Die Songs sind zu Anfang deutlich härter als diejenigen der vorherigen Platten, dennoch hat das mit Hardrock wenig gemein. Denn es gibt auch immer ruhige Parts, Klaviere und recht viele Keyboards oder manchmal Streicher.

Diese fallen bei Home sehr auf und machen den Unterschied zu den vorherigen Platten aus. Ansonsten hätte die nette Akustikgitarre auch gut zu Songs from the wood gepasst. Das Instrumental Warm sporran könnte sogar ohne weiteres dorthin gehören.

Höhepunkt der Platte ist das epische und abwechslungsreiche Dark ages, das glatt von 71 sein könnte statt von 79. Der Schlagzeuger hat hier seine besten Momente und darf auch mal loslegen, ohne in den anderen Instrumenten unterzugehen. Dieses Stück hätte ich ja wirklich gerne mal live gesehen! JT waren auch erst kürzlich unterwegs und sie haben ihre Setlist gut ausgewählt. Dark ages war aber nicht dabei.
Nicht viel schlechter: der Flying dutchman, bei dem das Klavier auch mehr Raum bekommt und die Mandoline für Fröhlichkeit zwischen den bedrohlichen Parts sorgt.

In die selbe Sparte fällt Old ghosts, bei dem die Streicher und deren Arrangement deutlicher zum Song beitragen. Das hier ist keine Schnulze, sondern das Orchester unterstützt die leicht abgefahrenen Zwischenstücke und sorgt zudem für eine mystische Stimmung (mit der Flöte zusammen), was zum Song passt.

Hervorzuheben auch die Atmosphäre von Dun Ringill: hier kein Orchester, nur akustische Instrumente und ein mehrstimmiger Ian Anderson. Langsam versinkt der Hörer in den düsteren Seefahrergeschichten und das Cover der Platte erwacht zum Leben.

Der Ausklang ist unspektakulär und erneut instrumental und heisst Elegy. Trotzdem nett und ein schroffer Gegensatz zum rockigen North sea oil am Anfang der CD.

Insgesamt gibt's hier also von allem etwas: kurze Songs und lange Songs; einfache Songs und komplexe Songs; härtere Songs und sanfte Songs.
Das sagt noch nichts aus, aber die Mischung machts. Und in vielen Liedern kann man mit genauem Hinhören noch so einiges entdecken.

Seit 15 Jahren höre ich diese Platte und zwar immer wieder, ohne jahrelange Pausen. Ein Dauerbrenner sozusagen.

Stay alive and rock on,
Harvey
(16.10.03)

 

Jethro Tull

(GB)
Gegründet 1967
Erste VÖ 1968 "Sunshine day" -Single

Besetzung 1979:
Ian Anderson: voc, guit, flute, b
Martin Barre: guit, mand
Barriemore Barlow: dr
John Evan: piano, organ
David Palmer: keys, organ
+
John Glascock: b


Link
Wondring aloud
One white duck
The whistler
Broadsword and the beast
Crest of a knave
Budapest
Rock island
Catfish rising
A little light music

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: