|
|
|
Victory: Culture killed the
native
(42:36, 1989)
Ich habe diese Victory-Platte für die Hitlist
1989 ausgesucht, bevor ich wusste, dass es demnächst
eine Reunion-Tour der Jungs gibt.
Aber jene interessiert mich auch nicht die Bohne.
|
Denn erstens ist diese Reunion
eine von der ersten Bandbesetzung mit dem alten Sänger
(der auf Culture killed the native nicht vertreten
ist) und zweitens würde ich mir Victory auch niemals
live antun.
Nicht, dass die nicht rocken würden. That's live
und die Bonusmaxi der Temples of gold-LP sprechen eine
andere Sprache. Aber dennoch: ich verspüre absolut keinen
Bock mir solchen deutschen Hardrock anzusehen - und sei er
noch so gut gemacht.
Victory - ein wirklich
sehr gut gewählter Name für eine deutsche Band.
Herzlichen Glückwunsch!
Das fällt mir jedenfalls immer wieder auf.
Wie kam ich zu denen?
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher: entweder war es wieder
die Heavy-Sendung im Radio oder die Compilation-LP eines Freundes,
auf der ein Song war.
Jedenfalls lief ich in dieses CD-Geschäft, in dem ich
noch nie zuvor gewesen war. Es war zugleich ein CD-Verleih
(einer der ersten) und ich ging da gar nicht so gerne rein,
denn in diesem Laden hingen immer ziemlich bescheuerte Typen
rum, so quasi als Freizeitbeschäftigung ohne wirklich
was zu kaufen. Drinnen hatte ich dann keinen Plan, wie ich
etwas finden sollte, weil ich Verleih und Verkauf nicht auseinander
halten konnte.
Ich fragte also den Mann an der Theke ob er etwas von Victory
hätte. Und der sagte "Nein", hatte aber sofort
einen Katalog zur Hand und sagte, er würde mir die gewünschte
CD sofort bestellen.
Da konnte ich schlecht wieder abhauen und schon gar nicht
konnte ich zugeben, dass ich überhaupt nicht wusste,
welche CD ich wollte. Denn ich kannte ja nur einen einzigen
Song. Also las der Typ mir die lieferbaren CDs vor und ich
sagte ganz selbstbewusst, ich wollte die That's live
haben.
Dass es eine Liveplatte sein würde, war mir überhaupt
nicht klar! Als dann der ziemlich scheisse aussehende andere
Typ, der die ganze Zeit ebenfalls an der Verkaufstheke lehnte
und anscheinend nichts zu tun hatte, meinte, diese Platte
sei super, war ich noch unsicherer, ob ich hier den richtigen
Griff getan hatte.
Letztlich fand ich That's
live ganz gut, aber als ich nicht viel später einen
Song von Culture... hörte, kaufte ich diese sofort
und fand sie von da an um Längen besser. Erstens gefällt
mir der Gesang besser (neuer Sänger) und zweitens ist
das ganze deutlich druckvoller produziert. Das geht dem Nachfolger
Temples of gold dann schon wieder etwas verloren. Danach
habe ich Victory nicht weiter verfolgt. (Na, eine Maxi
habe ich noch, aber die kann man vernachlässigen.)
Somit denke ich, dass diese Platte hier eine für den
80er Hardrock in Deutschland herausragende Scheibe ist, ohne
dass ich jetzt wirklich der Experte dieses Genres wäre.
Nachdem ich die CD hatte,
lieh ich sie dem Jörch aus. Jörch hörte fast
nur Hardrock. Und er hatte ziemlich viel davon, ich lieh mir
auch öfter mal was von ihm aus, kann mich aber leider
gar nicht mehr an alle Bands erinnern. Naja, jedenfalls hörte
der Jörch das Teil und meinte, die wäre ja richtig
geil.
Das empfand ich als Lob für mich und war stolz! Denn
der Harvey hatte ja kaum Ahnung von Hardrock, der Jörch
aber schon. Und nun hatte der Harvey dem Jörch eine geile
Band nahegebracht. Super.
Kleine Erfolge machen das Leben schön, oder so, ähem...
Victory hörte
ich mir eine zeitlang ständig an. Volle Lotte aufgedreht
natürlich! Und ich dachte auch, das sei schon ganz schön
hart. Böse Stimme des Sängers und grollender Bass,
dazu doppelte Gitarrenattacke, hey!
So kam es, dass ich diese Musik beim Rollenspiel einsetzte
als Hintergrund bei einer ganz bösen Räuberbande,
die gerade per TV ihre Forderungen stellte. Passende Songs
dazu: Power strikes the earth und The warning.
Wir spielten nämlich das Teenage Mutant Ninja Turtles
RPG und dabei rannte man selber aber meistens auch die Gegner
als mutierte Tiere (nicht nur Schildkröten) intelligenter
Bauart rum. Dazu natürlich bis an die Zähne bewaffnet
mit Maschinenpistolen, Sprengstoff und allem was der moderne
Guerilla noch so braucht.
War wohl ziemlicher Mumpitz, dieses Spiel.
Interessantes Detail am Rande,
welches ich natürlich erst Jahre später feststellte:
der Drummer Fritz Randow macht auch bei den Eloy-Platten
Zwei bis Vier mit.
Ja, das Outing nimmt heute gar kein Ende, ich finde auch (einiges,
nicht alles von) Eloy gut. Meine Lieblingsplatten sind
inzwischen die Inside und die Power and the passion
und bei beiden spielt Randow mit. Früher meinte ich mal,
Ocean wäre
die beste, aber jetzt mag ich den rockigeren Sound davor lieber.
Nun würde ich das eher als Abstieg für Randow sehen,
denn Eloy hat ja einen Kultfaktor und den kann ich
Victory dann doch nicht zusprechen.
Dennoch: exzellent gemachter
Hardrock internationaler Prägung. Klischeemässig
natürlich, bescheuerte Texte auch, aber eben auch Hammerpower
und vom Anfang bis zum Ende ohne Ausfälle durchhörbar!
Stay alive and rock on,
Harvey
(3.7.03)
|