harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Pixies: Doolittle
(1989, 38:48)


Pixies: Doolittle
 

Eine der großartigsten Bands an der Wende der 80er zu den 90ern.

Dies hier ist meine Lieblinsplatte von ihnen und viele Hits sind auch noch drauf!

1989 kannte ich diese Platte noch nicht.
Es muss 1990 gewesen sein, als meine Schwester sie ausgeliehen hatte und ich sie wiederum von ihr auslieh und ein, zwei Mal hörte.

Kurzer Einschub: meine Schwester taucht öfter mal als Musiklieferant auf, obwohl sie eine kleinere Schwester und keine große jenige welche ist. Aber: sie war früher als ich auf dem Alternative-Mucke-Trip und kannte viele Leute, von denen sie solche Musik bekommen konnte.
Der Harvey dagegen kannte damals nur Leute, die Progressive Rock und Grenzbereiche davon gut fanden. Die paar Schulkollegen, die (trotz hämischer Kommentare) Indie und ähnliches hörten, lernte er erst 1991 kennen.

Nach dem Anhören von Doolittle fand ich die Platte nicht übel aber auch nicht direkt toll. Ich nahm sie also NICHT auf und vergaß sie erstmal.

In den nächsten zwei Jahren war ich sehr häufig in einem Rockschuppen anwesend, in dem dauernd Songs der Pixies gespielt wurden. Und ich stellte nach und nach fest, dass sich diese ganz gut zum Abrocken eigneten. So frästen sie sich in meine Erinnerungen ein.

Von dieser CD hier wurden besonder gerne gespielt: Debaser, Wave of mutilation, Here comes your man und Monkey gone to heaven.
Von den anderen Pixies-Platten, insbesondere den beiden bekannteren, wurden allerdings auch häufig Lieder gespielt.

Und dennoch entwickelte sich bei mir so ab 1993 ein Drang, gerade diese CD unbedingt zu kaufen. Vielleicht, weil ich sie als einzige bisher ganz gehört hatte, vielleicht auch weil ich den Titel Doolittle interessant fand, da ich als Kind die Dr. Doolittle Bücher unheimlich gerne gelesen hatte. Hat das überhaupt etwas damit zu tun? Keine Ahnung, immerhin ist auf dem Titelbild ja ein Äffchen abgebildet.

Aber die CD war schwer zu bekommen, wenn man nicht den vollen Neupreis löhnen wollte. Irgendwann konnte ich sie endlich second hand erstehen und bereute nichts.

Ein wahres Innovations-Feuerwerk wird hier entzündet: zwischen Punk, Pop und vertracktem Scheiss ist alles dabei und zwar zumeist in jedem einzelnen Song!
Zunächst mal ist ein hervorragendes Gespür vertreten für Melodien und Eingängigkeit, allerdings wird jene dann manchmal von verrückten Songstrukuren oder kleinen Einschüben durchbrochen.
Dazu gibt's eine geile Gitarre und vor allem auch ein prägnantes, cooles Bassspiel. Wiedermal 'ne Frau.
Der Gesang schwankt zwischen zuckersüß, schreiend, total am abdrehen und mehr oder weniger normal.

Diese Menge Ideen, die in den 15 kurzen Songs dieser CD stecken, streuen viele Bands auf vier Platten.
Und wenn Kenner immer Sonic Youth als die Indie-Götter nennen, kann ich nur sagen: nee, die Pixies sind's!
Für mich muss es eben melodisch und hörbar bleiben. Hier gibt's keine Lieder drauf, die jemand total nervig finden könnte. Klar, nicht jeder mag diese Platte, aber so dass sie einem richtig auf die Kronjuwelen gehen kann, ist sie nicht.
Und wer auf Kunst und Design steht, findet im Booklet noch diverse Fotos, die möglicherweise etwas mit den Songs zu tun haben, oder einfach nur eigene Kunstwerke sind. (Es sind nicht die Bandmitglieder drauf, nein.)

Wenn ich jetzt die Songs einzeln vorstellen würde, so brächte das wenig. Jeder ist anders und dennoch wird man erkennen, was eigentlich die Pixies sind, wenn man zwei, drei gehört hat. Ich mag sehr das Wechselspiel zwischen ruhigeren, gemäßigteren Songs und solchen, bei denen es schneller oder abgedrehter zur Sache geht. Einziger kleiner Schwachpunkt für mich La la love you, das sagt mir nix.

Ich glaube, dies war die erste Indie-Platte, die ich kannte, wenn man da mal Punk, Wave und Grunge nicht mitzählt. Nu Metal gab's noch gar nicht. Ich frage mich, wie lange das noch so heißt? Irgendwann (vor ein, zwei Jahren) ist's dann ja nicht mehr so "new".

Nachdem ja gerade jetzt das Gerücht gestreut wurde, die Pixies könnten sich eventuell reunionieren, überlege ich, was ich davon halte. Ich glaube, ich würde einer CD eine Chance geben, allerdings auch nicht zu viel erwarten. Und ich würde mir die sehr gerne live ansehen, obwohl ich mal Frank Black im TV live gesehen habe und jener nicht so der Renner war.
Aber ich muss eh mal wieder mehr auf Konzerte gehen. Is jedoch auch immer hacketeuer, die Show!
Wenn man's so vergleicht, sind CDs nicht so sehr teurer geworden: von 30.- DM ganz zu Beginn auf vielleicht 18.- EUR jetzt (etwas weniger als 36.- DM). Konzerte dagegen, die vor zehn Jahren 30.- DM kosteten, sind heute locker bei 30.- EUR.
Und viele Dinge des täglichen Bedarfs ebenso. Das ist echt kacke!

Andererseits denke ich auch wieder: die meisten Menschen müssen nicht hungern bei uns. Sie kaufen sich 'ne Menge High Tech Spielzeug. Also soll'n die jedenfalls nicht meckern, denn sich einschränken und in Not sein ist was anderes.
Ich denke da zum Beispiel an die Nachkriegszeit. Damals war man froh um eine kleine Abwechslung im Essen und heute latschen viele Menschen jede Woche einmal ins Restaurant und geben gut was aus für die netten Speisen, die sie dort genießen.

Ursprünglich war meine spontane Idee, dass Doolittle auf jeden Fall die Number One wird im Jahre 1989. Doch bei genauerer Durchsicht der Teilnehmer fand sich noch eine Scheibe, die insgesamt für mich noch wichtiger war. Sie entstammt den Punkrock-Genre und ich nehme gerne Tipps entgegen, was das wohl sein könnte. (Hey, das ist jetzt aber nicht mehr schwer!)
Auflösung nächste Woche.

Stay alive and rock on,
Harvey
(7.8.03)



Pixies

(USA)
Gegründet 1986
Erste VÖ 1987 "Come on pilgrim" -EP
1992 aufgelöst, Black Francis seitdem als Frank Black solo

Besetzung 1989:
Black Francis: voc, guit
Joey Santiago: guit
Kim Deal: b
David Lovering: dr


Link
Surfer rosa
Oh my golly!

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik:
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