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Sugar: If I can't change
your mind (Maxi-CD, 1993, 12:38)
Im Gegensatz zu allen anderen Sachen weiter
unten ist dies hier nicht wirklich eine EP.
Denn dabei erwartet man gleich mehrere neue
Songs und live sollten sie auch nicht sein.
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Hier dagegen gibt's den
Titelsong, der auch schon auf Copper blue (1992)
war, ein Bonusstück und noch zwei Livesongs. Aber das
ist ja auch schonmal ganz nett.
Sugar war die Band
von Bob Mould und dieser hat für immer in riesigen
Lettern in seiner persönlichen Diskographie Hüsker
Dü stehen.
Während jene jedoch deutlich in die 80er gehören,
so bietet diese Maxi-CD und ebenso die dazugehörige Longplay-CD
Musik für die Neunziger.
Es handelt sich um Gitarren-dominierten
Indierock, den ich spontan in England einordnen würde.
Damit meine ich nicht, dass die Mucke wie Oasis klingt,
sondern eher dass hier eine gewisse rumpelige Melodiösität
und eine leichte Anti-Produktion zu hören sind, die bei
manchen britischen Indie-Bands auch in dieser Art auffallen.
Da gibt es sicher eine Ähnlichkeit zu Marion oder
Mega City Four.
Wobei Sugar (zumindest
hier) besser sind. If I can't change your mind geht
sogar so in Ohr, dass es 1993 an verschiedenen
Örtlichkeiten, die ich auch besuchte, hin und wieder
zu hören war. Damals wusste ich allerdings nicht, um
was es sich handelt.
Erst Jahre später erkannt ich dieses Lied auf Copper
Blue wieder und merkte, dass ich es schon liebgewonnen
hatte, ohne überhaupt den Interpreten zu wissen. Aus
diesem Grund für mich einer der Songs des Jahres 1993
und da die ganze Maxi gut ist, gibt's die hier komplett.
If I can't change your
mind besticht durch eine ungewöhnlich laute und hastige
Akustikgitarre und natürlich den prägnanten Gesang
von Bob Mould. Dazu eine nette Melodie, ein bisschen
Chöre und fertig ist ein kurzer Popsong, der dennoch
nicht ganz gewöhnlich ist.
Clownmaster dagegen verzichtet auf die laute Akustikgitarre,
hier ist die schrammelige E-Gitarre das laute Element. Dazu
ein ziemlich heftiges Drumming, so dass der Song ganz gut
nach vorne geht. Gesang gibt's aber keinen.
Bei den beiden Livesongs fließen dann Elemente der vorgenannten
Stücke zusammen. Für mich ist das der Inbegriff
des Indie-Gitarrenrock auch wenn andere Leute da vielleicht
Sonic Youth nennen würden. Der Unterschied besteht
einfach darin, dass überall dort, wo Sonic Youth
experimentelle Elemente und wilde Rückkopplungen haben,
bei Sugar jeweils Pop und/oder Tempo vorzufinden sind.
Dass ich von dieser Art Musik
Tonnen von CDs brauche, bezweifle ich dann aber wieder. Das
ist mal ganz nett aber nicht mein hauptsächliches Musikinteresse.
So habe ich auch von den angesprochenen Mega City Four
und Marion meine Maxi-CDs (Alben hatte ich keine) irgendwann
in die Verkaufskiste getan.
Diese Entscheidung fiel nicht leicht, denn schlecht sind die
auch nicht, aber ich höre sie halt nahezu nie.
Welche Kriterien können
zum Aussortieren von CDs aus der Sammlung gelten?
Wie eben erwähnt: nie Hören, eindeutiges Ausschlusskriterium.
Oder: Entdecken, dass die Musik doch scheisse ist. Das ist
mir ja durchaus schon öfter passiert bei komischen Heavy-Bands
aber auch bei anderen Leuten (die vielleicht auch noch gute
Platten gemacht haben, die ich behalte).
Oder: die Platte bringt nix Neues, ich habe schon mehrere
andere, die ich ebensogut hören kann, wenn mir nach dieser
Art Musik ist.
Und nun kommt natürlich
noch das Veto-Recht. Ich habe nämlich einige CDs, auf
die einer der genannten Punkte zutrifft und ich behalte sie
trotzdem.
Weil: wenigstens drei richtige gute Lieder sich in dem schlechten
Rest verbergen (zwei Lieder würde ich nicht als ausreichend
ansehen).
Weil: das Teil irgendwelche Erinnerungen weckt oder nostalgisch
für mich persönlich wertvoll ist. Dann kann sogar
80er Hairmetal Spaß machen.
Weil: ich von der Gruppe sonst alles oder fast alles habe.
Dann darf natürlich die schlechte Platte auch nicht fehlen,
auch wenn ich sie nicht oft höre. Das ist der alte Sammler
in mir. Aber wenigstens würde ich nicht viel Geld dafür
ausgeben.
Weil: eine meiner großen Ikonen spielt bei mindestens
einem Lied mit. So ein paar Leute oder Bands gibt es ja, von
denen ich jeden Schnipsel suche. Und wenn dann Peter
Gabriel auf einer echt brutalen Platte von Nona Hendryx
mitmacht, so behalte ich sie aus diesem Grund trotzdem.
Ja, eine ganze Menge Vetos.
Aber immerhin, ich stehe nicht auf dem Standpunkt, dass alles,
was einmal gekauft wurde auch behalten wird. Es gibt Leute,
die das so machen. Ich hätte dann eine Menge mehr CDs,
die ja aber bloß Platz wegnehmen würden. Hmm, naja,
die Verkaufkisten nehmen natürlich auch Platz weg...
aber wenigstens nicht in meinem CD-Regal!
A propos: gerade heute habe
ich eine Fall von beklopptem CD-Sammlung-Protzen erlebt, wie
ich ihn echt zum Reihern finde.
Harvey stand im Saturn und guckte die Angebote durch, als
da ein Typ (schätze mal Mitte 20) mit einer Tussi ebenfalls
rumguckte. Und dann musste dieser Kerl jede verdammte CD,
die dort im Angebot war, die er aber selbst schon besitzt,
laut erwähnen. Er also dauernd am Reden "die hab
ich auch, die hab ich auch...." und das Mädel stieß
dann noch ins gleiche Horn und zählte auch alle ihre
CDs auf.
Mit dem Unterschied, dass es wesentlich weniger waren.
Und irgendwann sagt sie dann zu ihm "Mensch, du musst
ja viele CDs haben!" (Kannst du mir mal deine Briefmarkensammlung
zeigen - schmacht.)
Und er, ganz bescheiden, "ach eigentlich nicht so, nur
so 600".
Yes!
Ich meine, hängt natürlich immer vom Standpunkt
ab, aber von den Leute die ich so kennen, hat ein geringer
Bruchteil 600 CDs und mehr. Aber "nur 600", klar.
Ich fahr auch nur Jaguar. Nö und ich hab auch nur 'ne
2+ in der Arbeit. Verdammte Kacke.
Aber man kann das natürlich auch anders verstehen: meine
Briefmarkensammlung ist 18 Alben stark, die willst du bestimmt
nicht sehen!
Ja, wenn du's so sagst:
lass ma stecken!!!
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