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Rage Against The Machine: s.t.
(1993, 52:55)
Diese Platte kann man problemlos
als Klassiker bezeichnen.
Eigentlich verwunderlich, da sich die Nachfolger wesentlich
höher in den Hitparaden platziert haben.
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Aber was macht einen Klassiker
aus? Wohl kaum die Verkaufzahlen!
Obwohl die natürlich
auch eine Rolle spielen: eine Platte kann ja nur Klassiker
werden, wenn sie auch von einer nennenswerten Anzahl von Personen
gehört wird.
Rage Against The Machine
wurden damals dauernd in Rockdiskos gespielt. Kein Abend ohne
Killing in the name!
Und auch heute laufen die Songs dieser CD manchmal. Das sagt
ja schon alles.
Die Nachfolger dagegen werden
nie gespielt. Ich kenne zwar nur Evil empire, welches
prinzipiell eine gute Platte ist, doch ich denke nicht, dass
es um die anderen beiden CDs anders bestellt ist: das Pulver
war mit dem Debut bereits verschossen.
Im Jahr 1993 war dieses Crossover-Sound neu und aufregend
und auch sehr gut gemacht. Bis 1996
(als Evil empire erschien) verging zu viel Zeit und
ausserdem war diese Platte nicht mehr derart innovativ. Ja,
man hört da noch lustige Gitarrensounds und viel Message
und lauter gute Songs, aber wenn ich was von RATM brauche,
so ist es nur eine einzige CD. Und da wähle ich doch
lieber diese hier.
Ich fürchte fast, dass
es Audioslave genauso gehen
wird. Zumal ich diesem in der Presse gezeichneten Bild "oh,
wir haben uns wieder vertragen und machen noch ganz viel Musik
zusammen" nicht glaube. Wahrscheinlich treffen die Jungs
sich nochmal, um ein paar Songs aufzunehmen und die mit Resten
von der ersten Platte als Nachfolger des Debuts rauszubringen
und dann ist Finito. Chris Cornell sieht mir einfach
zu unzufrieden aus auf Fotos.
Das oben abgebildete Cover
zeigt übrigens einen Mönch, der sich aus Protest
gegen den Vietnam-Krieg verbrennt.
Zu politischem Aktivismus wollen auch die Texte aufrufen.
Ich muss zugeben, dass ich mich mit ihnen bisher nicht sonderlich
beschäftigt habe.
Mit der Musik dagegen schon: hier geht es auch ziemlich heftig
zur Sache. Irgendwie Metal-artig, dann aber auch wieder nicht,
weil die Instrumente ganz anders bedient werden. Vom Gesang
her ansatzweise Rap-mäßig, aber auch nicht so richtig.
Dazu wie gesagt wirklich abgefahrene Bass- und Gitarrensounds
und ohne Ende Power.
Bekannte Tracks neben Killing in the name: Bombtrack,
Bullet in the head, Fistful of steel
Schon recht aggressiv die
Sache, nicht gerade pazifistisch. Dennoch war ich überrascht,
als ich die Band mal auf einem Festival live sah. Nicht so
sehr wegen des schlechten Sounds, das hat man auf Festivals
öfter. Auch nicht, dass das Publikum ausrastete - ebenso.
Dass es allerdings derart ausrastete, dass die ganze Sache
nah an einer Massenschlägerei war, das hatte ich nicht
erwartet. Und sah zu, dass ich schnell 100 Meter von der Bühne
weg kam.
Pogo und Moshen is' ja toll.
Wenn dabei allerdings niemand mehr auch nur im geringsten
an die anderen denkt, sondern eher sogar aktiv versucht, diese
zu verletzen, dann macht mir das keinen Spaß mehr.
Aber wenn ich natürlich schon immer Lust hatte, mal so
richtig jemanden eine rein zu hauen, dann kann ich das bei
so einer Gelegenheit quasi ungestraft tun. Super!
Nur dass ich selber nunmal
nicht das Verlangen verspüre, andere zu verprügeln.
Selbst wenn ich richtig Stress und Wut habe, genügt die
körperliche Betätigung durch Rocken zum Beispiel
voll und ganz.
Naja, ich verbinde aber auch
positive Erinnerungen an diese CD.
Nämlich zum einen, das Abgerocke in der Disse wo's wirklich
hoch her ging damals. Und obwohl der Boden aus kaputten Betonplatten
und gelegentlichen Eisenbahnschienen bestand und auch mal
Scherben drauf lagen, wurde dabei niemand verletzt. Höchstens,
dass die Masse mal bedenklich heftig ans DJ-Kabuff prallte.
So ein Gespringe habe ich nie wieder erlebt! Bei RATM
war irgendwie immer ein "wer hopst am höchsten"-Contest
und es nahmen ALLE Tänzer dran teil! Mann, ging das ab!
Das war auch die Zeit, als
man zu diesem Rockschuppen noch seine eigenen Getränke
im Rucksack mitnehmen konnte, weil sowas nicht kontrolliert
wurde. Keine Ahnung, ob der Laden Gewinn gemacht hat, aber
vielleicht wurde er ja auch aus Idealismus betrieben.
Wir hatten natürlich schon vorher einige Biere gekillt
und zum Beispiel dabei auch diese CD gehört. Der Carsten
hatte die nämlich, denn er war prinzipiell aufgeschlossener
dem Übergekreuzten Genre gegenüber als ich. So beginne
ich zum Beispiel auch erst heute festzustellen, dass möglicherweise
ein paar Sachen von Faith No More ganz geil sind.
Also, Biere wurden weggehauen.
Und welche? Nun, nicht immer aber doch des öfteren das
feine Hansa-Pils. Und jetzt greife ich mal ganz tief in die
Literaten-Schublade und ziehe heraus... meinen Hansa-Song
von 1993!
Jo, nachdem wir ja Hansa viel besser fanden als Karlsquell,
es zu letzterem aber ein Lied von Slime gab, dachte
ich in irgend so'nem Anfall von Gedichte-Schreiberei, ich
müsste mal ein Lied für's Hansa dichten. Und jenes
wird hier nun erstmalig veröffentlicht.
Als ich's letztens zum ersten Mal seit Jahren gelesen habe,
musste ich mich ziemlich wegschmeissen.
Der Hansa-Song
Der Morgen ist noch früh
und sieht schon wieder scheisse aus.
Durst ist aber da, na klar
zum Frühstück gibt's 'ne Dose Hansa.
Hansa Pils du bist immer
mit dabei
Hansa Pils du dröhnst so schön in Kopp
Hansa Pils gib' mir nochmal drei
Hansa Pils ein Tag mit dir is' nie 'n Flop.
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