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Big Country: The buffalo skinners
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(1993, 59:14)
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Schon wieder Big Country!
Das ist aber tatsächlich Zufall, dass
ich mit 1993 genau ein Jahr getroffen habe,
in dem BC eine ähnlich tolle Platte wie
1984 gemacht haben.
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Zunächst mal: falls
es tatsächlich irgendjemandem aufgefallen sein sollte:
ich bin diese Woche einen Tag zu spät.
Das ist bisher noch nie vorgekommen, und liegt daran, dass
ich in dieser Woche sehr viele Termine hatte, die auch nicht
vorhersehbar waren.
Big Country machten
zu Beginn der 90er Jahre deutliche Veränderungen durch.
Zunächst verließ Drummer Mark Brzezicki die Band.
Auf der Suche nach einem Sound, der nicht so kommerziell wie
Peace in our time klingt, entstand dann die Platte
No place like home. Dort waren Folk- und Countryelemente
so deutlich wie nie zuvor zu hören. Gleichzeitig zeigte
sich eine leichte Experimentierfreudigkeit, so dass letztlich
einige Fans verstört waren. Andere wiederum freuten sich,
dass BC vom glatten Poprock abgekommen waren und viel ursprünglicher
und spontaner klangen.
Ursprünglicher und spontaner
klingt auch The buffalo skinners, jedoch in einer ganz
anderen Richtung. Zunächst einmal sucht man hier Folk-
und Countryelemente weitgehend vergebens. Auch lustige Instrumente
der Vorgängerplatte wie das Honky Tonk Piano oder die
slide guitar gibt es diesmal nicht.
Stattdessen höre ich die rockigste Platte, die die Gruppe
überhaupt gemacht hat. Der Studioschlagzeuger (Mr. Simon
Phillips) haut richtig rein und mit wenigen Ausnahmen hat
man es mit Songs der Richtung "Uptempo" zu tun.
Dazu gibt es eine Neuerung im Gitarrenbereich: während
bisher Lead- und Rhythmusgitarre zumeist klar hörbar
neben- oder nacheinander gespielt wurden, so erklingen bei
den Buffalo skinners meistens zwei Gitarrentypen und
dies auch noch gleichzeitig und in fettem Sound.
Das hat möglicherweise
auch etwas mit Chris Sheldon zu tun (für z.B. einige
gute Therapy?-Platten verantwortlich),
der zwar nicht als Producer erwähnt ist, aber immerhin
als "Recorder". Außerdem zeugt dieser Sound
von neuem Selbstbewusstsein. So gesehen eine regelrechte Comebackplatte.
Lustigerweise stieg Mark Brzezicki nach der Tour zu dieser
CD wieder bei BC ein. Er hatte bei No place like
home als Studioschlagzeuger ausgeholfen, war aber nicht
live dabei gewesen und hier war es dann genau umgekehrt.
Das Livedokument zur Platte
hatte ich schon an anderer Stelle empfohlen: Without the
aid of a safety net zeigt auch sehr deutlich, was Spielfreude
bedeutet und rockt richtig gut. Dazu wird ruhigeren Momenten
in Form von Akustikstücken auch etwas Platz eingeräumt.
Ich selber habe BC auf jener Tour gleich zweimal live
gesehen und es waren mit die besten Konzerte, bei denen ich
überhaupt jemals dabei war.
Die Songs der CD sind durchweg
sehr gelungen, dennoch kann ich einige persönliche Favoriten
ausmachen.
So hat Pink marshmellow moon einen romantischen Touch
und sehr ansprechende Gitarren. Ganz groß!
Besonders rockig und dennoch nicht in schnöden Hardrock
abdriftend sind What are you working for und The
selling of America. Hier eine sehr gute Rhythmusarbeit
und trotz einer gewissen Andersartigkeit gegenüber früher
die typischen BC-Gitarren (wie sie aber auch bei den
meisten anderen Songs zu hören sind).
Kurz erwähnen möchte
ich noch die Maxi-CD zur ersten Single-Auskopplung Alone.
Diese ist sehr lohnenswert, denn neben einer schönen
Liveversion von Chance kann man hier auch noch eine
Studioaufnahme von Rockin in the free world (Neil
Young) hören.
Schon von diversen Bands gecovert (u.a. Pearl
Jam), habe ich trotzdem noch nie eine solch druckvolle
und mit wildem Gitarrensolo mitreissende Interpretation gehört.
Am Ende des Songs hört man Stuart Adamson sagen "Hey,
that was a right one, eh?". YES!
BC sind Schotten und
ich hatte ja bereits vom Schottlandurlaub 1993
erzählt. Dazu noch drei typische Eigenschaften des Schotten
an sich:
1) Der Schotte an sich ist
ja ein rauher Bursche. Damit er in der Wildnis überleben
kann, auch wenn mal tagelang kein Herd in der Nähe ist,
hat er McVities Rich Tea Cakes erfunden. Das sind also Kekse,
die von außen fast wie runde Butterkekse aussehen. Verlockend,
dachte sich der Chimpy und kaufte gleich eine Doppelpackung,
die zudem noch 30% Bonuskekse enthielt. Für den zusätzlichen
Tag in der Wildnis - oder auch im Bus vielleicht.
Als wir wieder in Deutschland ankamen, hatte Chimpy etwa drei
der Kekse verzehrt. Und das ist der große Vorteil von
McVities: die halten endlos lange!
Es sollte also kein Problem sein, mit so einer Doppelpackung
sechs Wochen in der Wildnis zu überleben.
Dabei allerdings irreführend die Bezeichnung Rich Tea
Cakes. Denn in der Wildnis hat man natürlich keinen Tee.
Mit Tee entfalten diese Kekse auch nicht wirklich ihre ganze
Kraft. Man ist geneigt, sie dort hinein zu tunken, dann werden
sie labberig und das ist sowieso eklig.
Nein, McVities sind gemacht, um von kraftvollen Kiefern unter
den wettergegerbten Gesichtern des wilden Schottenmannes zermalt
zu werden. Das ist ihre Bestimmung.
2) Schotten fahren total
auf Eis ab. So doll, dass sie selbst im Oktober dreimal täglich
mit dem Eiswagen über den völlig verlassenen Campingplatz
gurken. Wahrscheinlich, um die riesigen Restmengen dann selbst
verschlecken zu dürfen. Außerdem spielt der Lautsprecher
des Eiswagens auch eine tolle Melodie und wenn man die einmal
gehört hat und dabei zufällig hinter dem Steuer
dieses Wagens saß, dann wird man wie in alten Horrorfilmen
direkt per Denkstrahl vom Eismann-Gott kontrolliert und muss
für immer täglich zwölfmal durch den Ort ötteln
und die phänomenale Melodie dabei dudeln lassen.
3) Schotten sprechen angeblich
Englisch mit schottischem Akzent. Das stimmt aber nicht. In
Wirklichkeit sprechen sie eine Mischung aus Schottisch und
seltsamen kehligen Lauten aus der Urzeit und das alles mit
englischem Akzent.
Manche Leute, wie etwa der Harvey, denken, nur weil sie viele
schottische Band hören, die ziemlich klares Englisch
singen und auch bei etwas kauderwelschigeren Ansagen noch
gut zu verstehen sind, müssten sie auch den Otto-Normal-Schotten
(ONS) verstehen.
Tatsächlich ist aber zum Verstehen dieses ONS ein spezielles
Gen nötig, das nicht jeder besitzt. Idealer Test, um
festzustellen, ob man dieses Gen besitzt: nach dem Weg fragen.
Harvey fragt also einen ONS sowas wie: "how do we get
to the city if we leave the bus at the next stop?". Chimpy
steht dabei.
Der ONS antwortet.
Wir steigen aus.
Harvey sagt: "Scheisse ey, ich hab' nix gerafft! Müssen
wir mal so rumsuchen, wo's langgeht."
Chimpy sagt: "Hier geradeaus durch, erste rechts und
dann bei der Kirche können wir die Fußgängerzone
schon sehen. Konnte man doch gut verstehen."
Besucher H, Sie haben den
Gentest nicht bestanden. Nächste Evolutionsstufe ist
noch nicht erreicht. Bitte nutzen Sie sich bietende Gelegenheiten
zu spontanen Mutationen. Und besuchen Sie uns bald wieder
zu einem neuen Test.
Ihr schottisches Fremdenverkehrsamt.
Stay alive and rock on,
Harvey
(16.5.03)
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