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The 80s striken back 1984
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Ramones: Howling at the
moon (4:07, von "Too tough to die")
Wir kommen zu derjenigen Seite von 1984, die
dann eher "radio-friendly" war.
Lieder, die damals den Nerv der Zeit trafen
und heute meistens irgendwie seltsam klingen.
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Oder sollte man sagen veraltet?
Ach nee, was ist im Bereich der Rockmusik schon veraltet?
Gibt es eigentlich gar nicht, sowas gilt nur für Disco-Krempel
und so.
Die Ramones nahmen
1984 die oben abgebildete LP auf,
aus der ich nur Howling at the moon vorstelle. Das
liegt nicht unbedingt daran, dass der Rest schlecht wäre
(vertretene Hits: Mama's boy, Durango 95, Wart hog),
es handelt sich durchaus um eine gute Ramones-Platte,
die man empfehlen kann.
Allerdings ist es eine der (wenigen) Scheiben der vier New
Yorker, zu der ich keine weitere besondere Beziehung habe.
Dies liegt auch daran, dass ich sie mir erst spät zulegte.
Was wiederum in ihrer Günstigkeit begründet ist.
Ja, tatsächlich: jahrelang war dies die einzige Platte
der Ramones, die es zum Midprice gab. Ich nahm daher
an, sie müsse wohl nicht so besonders sein.
Bestätigt wurde ich
darin noch von Harzi. Der wollte nämlich irgendwann mal
"auch was von den Ramones" haben und kaufte
sich dann - logisch - die billigste CD wo vorhanden gewesen
sein tat.
Ich - ganz der Fanatiker - fragte sofort nach, wie die denn
sei. Und er meinte: nicht so toll. Dann hörten wir sie
einmal gemeinsam und mit dem bereits gebildeten Vorurteil
(Preis und Harzis Meinung) hörte sie sich für mich
dann auch nicht so besonders gut an. Obwohl sie doch eindeutig
nach Ramones klingt!! Und nach einmaligen Hlören
kann man sowieso nicht viel sagen.
Ob ich etwas total scheisse
finde, das kann ich vielleicht beim ersten Hören erkennen,
aber alles weitere? So gebe ich den meisten CDs mindestens
zwei Chancen, oft entscheide ich mich auch erst beim vierten
Hören ob die vielleicht in die "Verkauf"-Kiste
wandert.
Wo ich gerade bei Harzi war:
der hat übrigens mein Leben entscheidend beeinflusst.
Er führte mich nämlich zu einer Entscheidung für
einen Studienort. Indem er meinte, da sei es toll und wir
könnten dann ja zu zweit eine WG aufmachen. Das war eine
super Idee und schwupp, war ich eingeschrieben. Wir suchten
dann monatelang eine mit kleinem Budget bezahlbare Bude, aber
die Situation war echt beschissen und wir fanden nix (beide
natürlich auch im Bombenleger-Outfit, nicht gerade hilfreich).
Daraufhin machte er dann einfach mal den Abgang und studierte
woanders (er war nämlich noch nicht eingeschrieben) und
ich (weniger der Mann der Tat) blieb dann dort. Obwohl man
ja noch sich hätte wieder abmelden können, aber
ich war auch nicht mehr überzeugt von anderen Orten.
Und so landete ich da eher
zufällig und überlegte kurz darauf stark, ob ich
nicht in die ASTA-Notunterkunft (Wohncontainer mit defekter
Heizung) ziehen sollte, weil es kein Zimmerchen für mich
gab. Naja, das Knast-mäßige Wohnheim hat mich dann
aus zeitweiliger Untermiete bei absoluten Psychos erlöst.
Was für eine Scheisse,
und das nur, um in langweiligen Vorlesungen die Zeit abzusitzen
oder sonstigen hochgestochenen Krempel zu pauken, den man
ganz bestimmt niemals wirklich braucht.
Ja, ja die Methode, die wissenschaftliche. Ganz wichtig und:
ok, die habe ich gelernt. Aber dafür dann fünf Jahre
(im Minimum!) sich zulabern lassen und stinkenöde Bücher
lesen?
Wenigstens ist die Freizeitgestaltung als Student sehr gut.
Das ist der große Vorteil: man kann sich die Zeit selber
einteilen und partymässig so richtig auf die Kacke hauen.
Und wenn dann mal die Klausuren daneben gehen, interessiert
das wirklich niemanden, außer eventuell einen selbst.
Kommen wir zu den Ramones
zurück.
Howling at the moon ist auf jeden Fall das merkwürdigste
und poppigste Ramones Lied wo gibt. Mit echten 80s
Keyboards, was wohl zum großen Teil auch an der Produktion
von Dave Stewart (Eurythmics?) liegt.
Trotzdem finde ich dieses Stück sehr toll und zwar aus
zwei Gründen:
Erstens zeigt es, wie in
einen 80er Popkontext auch ein wenig Punkrock funktionieren
kann. Und dass die Ramones wandlungsfähiger sind,
als so mancher gedacht hätte.
Zweitens ist dieses Lied
auch auf der Mania Zusammenstellung und jene hatte
ich direkt nach dem Kauf von Brain drain auf Tape gebannt.
Sie lief fortan dauernd und daher sind alle Songs davon für
mich Klassiker. Das sind die Ramones wie ich sie kennen
lernte. Gefiel mir auch besser als Brain drain, dieser
Mix von 76-87.
Im übrigen hörte ich dieses Tape auch sehr oft auf
der donnerstäglichen Fahrt in eine Indie-Disco, was immer
total kultmässig für mich war. Wenn man dort hinfuhr,
war man cool, oder szenemässig, wie wir das im Scherz
immer nannten.
Und nebenbei waren diese Fahrten auch noch mit einigem Liebesleid
und -freud verbunden. So gesehen müsste ich mir die Mania
noch mal auf CD holen.
Howling at the moon
ist also eine echte Pop-Schnulze mit fiepender Elektronik,
in den Hintergrund gemixten Gitarren und Keyboard-Piano. Fällt
auch bei diesem Album schon etwas aus dem Rahmen. Trotzdem
nett, kurios und doch wieder eindeutig Ramones.
Auf den Keyboards haut übrigens Benmont Tench (Tom
Petty u.a.) rum.
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