harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 



Hitlist 1978
1
Ramones: Road to ruin
2
Genesis: ...And then there were three
3
Kate Bush: The kick inside
4
U.K.: UK
5
Rainbow: Long live rock'n'roll
Keep on rockin'
Punk rock party
I'm the unknown old hero
Please play these songs on the radio
Hitlist 1978

Endlich kommen die 70ies auch mal zu ihrem Recht!

Als ich mich für 1978 entschied, hatte ich noch nicht abgecheckt, welche meiner Tonträger da so in Frage kommen.

Ich dachte mir: klar, echter Siebzigerrock und natürlich Punk ohne Ende!

Doch dann kam es ganz anders. Zunächst mal war ich beim Durchsehen meiner Listen sehr überrascht, was da für Zeug 1978 erschienen ist.

Wir befinden uns ja schon am Ende der 70er und wenn man an klassische 70ies Bands denkt, dann sind dies meistens welche vom Anfang jener Dekade.
Und was den Punk angeht, so war 78 davon sozusagen schon die zweite Welle im Gange. Außerdem weiss ich jetzt, wie viel mir auf diesem Gebiet an Klassikern noch fehlt.

Dennoch: es gab Punk 1978 und es gab auch diesen Rock, der ganz eindeutig in die 70er gehört. Aber es gab auch Progressive-Rock oder jedenfalls sowas ähnliches. Leider auch sehr viel Mittelmaß.

So fallen zum Beispiel auf:
Camel mit ihrer Breathless-Platte. Meiner Ansicht nach ihre Schlechteste, weil die Melange von Pop und Jazz nicht ganz gelingt, wobei ich auch Jazz nicht gerade mag.
Dann gab es da die Nr. 2 von Peter Gabriel, welche ganz nett aber so wirklich überzeugend dann doch nicht ist. Zu düster und farblos.
David Gilmour tat auch mal ein Solowerk auf den Markt werfen: aber diese Scheibe (nach ihm selbst benannt) ist Langeweile pur.
Yes legten Tormato vor und erreichten damit auch einen vorläufigen Tiefpunkt. Wie bei allen erwähnten Beispielen sind auch hier gute Songs vorhanden, aber einfach auch zu viel konzeptloses oder selbstkopierendes Füllmaterial.
Als weitere alte Legende reihten sich auch The Who mit ihrer Who are you Platte in diese Schlange von mehr oder weniger Kreativitätslosen ein.

Dazu kommen dann auch noch eine ganze Menge Leute, die zwar irgendwie ganz nette Platten gemacht haben, die aber letztlich dann doch nicht so toll waren, dass sie in meine abschliessende Jahreshitlist gehören. Einer von ihnen ist auch der letztens schon erwähnte Lee Clayton, der es aber wenigstens noch immer geschafft hat, ein paar echte Perlen auf seinen Alben unterzubringen. Als Dankeschön diesmal dafür ein Textzitat (s.u.).

Was bleibt also? Nun, das wird natürlich erst nach und nach verraten. Aber ich muss sagen, dass ich selber verwundert war, wer denn nun die für mich persönlich "besten" Platten 1978 gemacht hat. Es ist eine nette Mischung geworden.
Was allerdings 1978 anders ist, ist die Tatsache, dass ich wirklich keine einzige der erwähnten Scheiben bereits 1978 erstanden habe. Denn 1978 war ich ja noch ein ganz kleiner Pöks und Musik hatte keine Bedeutung in meinem Leben. Jedenfalls erinnere ich mich nicht. Auch sonst weiss ich nicht mehr viel von diesem Jahr. Aber das heißt natürlich nicht, dass ich mit den Platten nicht doch etwas verbinden würde.

Dass ich wirklich mit großer Freude und auch etwas aufmerksamer Musik gehört habe, wird wohl erst ab 1982 gewesen sein. Da hatte ich den tollen Radiorekorder von Quelle aus irgendeinem Anlass, welcher mir entfallen ist, geschenkt bekommen. Es war ein Mono-Radio, weil meine Mutter der Meinung, war "Stereo bringt eh' nix, wenn die Boxen so dicht zusammen sind". Ab da hörte ich also sehr intensiv Radio und nahm sehr viel davon auf. Da gab es dann so Sendungen wie die "Top 100", die man keinesfalls verpassen sollte.
Meine Liebe zur Musik begann also vor ungefähr 20 Jahren.
Auf dieser Website vereine ich sie ja gewissermaßen mit einer weiteren Liebe, nämlich der zum Schreiben.
Erstaunlicherweise begann diese bereits vor mehr als 20 Jahren.
Nun bin ich nicht der Meinung, dass ich ein Schriftsteller bin (auch wenn ich gerne einer wäre), aber ich hatte schon immer so eine Art Mitteilungsbedürfnis. Allerdings vor allem eben schriftlich. In Gesprächen bin ich eher zurückhaltend, es sei denn ich kenne die Leute sehr gut oder ich habe mächtig einen getrunken.
Dies war auch schon als Kind so: was war ich immer hacke!
Ach nee, das war falsch. Was war ich menschenscheu! muss das heißen. Ja und da kam es dann, dass ich nicht nur sehr gerne und ausgesprochen ausführlich Schulaufsätze schrieb, sondern auch erste andere Texte verfasste. Die beiden Highlights aus der Grundschulzeit möchte ich kurz vorstellen:

1. Das (Puppen-)Theaterstück "Wie die Kodakt Bande im Gefängnis landete" frei nach Räuber Hotzenplotz oder so. Kleiner Textauszug:

"[...] Messerpiet: Wann brechen wir den nun entlich ein Goldjeo?
Goldjeo: Häute Nacht, um 12.00 Uhr!

12 Uhr
Goldjeo: wir schleichen uns an das Haus von Liesa. So wir sind da. Leute ihr umstellt das Haus und ich gehe rein fesselle die Beiden, und wen ich Feife kommt Big Ben und holt die Beute.
Goldjeo: Hände hoch Liesa und Tante Tina sons...
Liesa: Hilfe Tante Tina, hilf mir! [...]"

Ja, ich weiss: ist ganz schon fies von mir hier abzubrechen, wo's doch gerade so spannend ist. Naja, ich kann ja mal kurz erzählen, was so weiter passiert: Die Kodakt-Bande raubt also diese beiden aus und... nach einigen Komplikationen landet sie im Gefängnis!

2. Das Hörspiel "Peter, Markus, Oliver und der Geheimnisfolle Driegelsee" (ebenfalls ein Highlight wie... ja da gibt es schon keine Vergleiche mehr)

"[...] Ey, sieh mal Peter dort geht ja noch ein Stück See weiter, das haben wir ja noch garnicht gesehen, schrie Markus aufgeregt.
Ja stimmt wollen wir mal hin rudern?
Ja gut.
Als sie ein stückchen weiter gerudert waren sahen sie plötzlich vor sich eine große Felshöhle.
Boh, toll das könnte der Schlupfwinkel der Diebe sein, meinte Oliver.
Wollen wir mal hinein fahren?
Ja gut.
Nein es geht nicht wir müssen nach Hause es ist schon viertel vor Sechs. [...]"

Och männo, warum muss man auch immer gerade dann nach Hause? Aber gut wenn man wenigstens weiss, wo es lang geht: auf dem dreiseitigen Manuskript dieses Hörspiels ist auf der Rückseite eine (handgezeichnete, oops) Karte: "Mein Schulweg".
Und dann gibt es sogar noch eine Version V2.0 die dieses Hörspiel als Kurzgeschichte ausarbeitet! Hölle! 12 handgeschriebene DIN A5-Seiten, die aber leider ohne zum Ende gekommen zu sein einfach abbrechen.

Mit 12, 13 versuchte ich mich dann an Krimis und Internatsgeschichten (die weniger amüsant sondern eher super schlecht waren), mit 15, 16 machte ich das Rollenspielfanzine und auch noch einige Jahre lang verschiedene andere Textarbeiten dafür. Der Studienbeginn war dann ein Schlag gegen die Kreativität und auch wenn ich irgendwann doch mal wieder ein paar Kurzgeschichten schrieb und jetzt diese Sachen hier verfasse, so ist es doch nicht mehr wie zu Schulzeiten.
Damals konnte ich mich mit einem Stift hinsetzen und die Ideen flossen nur so auf's Papier. Ich weiss noch genau, dass ich Dutzende von Rohgerüsten für lustige Storys im Kopf hatte und sie fast alle nie verwirklichte. Natürlich wären die für Erwachsene wohl auch wieder echt übel gewesen, aber immerhin hatte ich Ideen ohne Ende.
Das ist jetzt leider nicht mehr so und somit wird wohl auch das Projekt "ich schreibe einen ganzen Roman" noch etwas auf sich warten lassen. Aber ich träume davon...

Tja, jetzt kriege ich leider die Kurve nicht mehr zur Musik. Man könnte an dieser Stelle natürlich gut etwas über's selber Musik machen erzählen, aber das beherrsche ich (leider) nicht und da mache ich mir auch keine Hoffnungen mehr: es wird wohl immer beim Hören von Musik bleiben. Ein paar Empfehlungen dazu gibt's dann wieder ab nächster Woche!


Und zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:

Now that I'm a grown man
I find I'm still a child
Sometimes I'm full of wisdom
Sometimes I'm half-wild
And though my life is still a day to day mystery
I know that I belong here
Back home in Tennessee

Lee Clayton : "Back home in Tennessee"  


Stay alive and rock on,
Harvey
(7.11.02)

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Hitlist:
Hitlist: [hit-list] engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list

Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.; Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz) Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein muss, aber sehr populär ist.

List:
List: [list] engl.-amerik.; Liste f, Ver- zeichnis n; Auflistung: besonders Männer neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich darüber diskutieren.

Anspieltipp:

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: