harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Punk rock party: 1978


Buzzcocks: What do I get?
 

Buzzcocks: What do I get? (Single, 4:34)

Es gibt mal wieder Singles und Songs.

Dies sind die fünf Stücke aus dem Jahr 1978, die ich auf einer Punkrockparty in jedem Fall hören will.

Mal abgesehen vielleicht von dem was da unter den Plätzen 1-5 noch als vollständige LP vorgestellt werden mag.
Ich mogle heute etwas, denn ich zeige euch die ganzen Single-Covers, aber ich besitze diese Singles gar nicht alle.
Aber das muss man auch nicht, denn alle Songs gibt's auch auf CD und es kommt ja auf die Musik an!

Der Harvey ist also kein Sammler von alten Punk-Singles. Nein, ist mir auch viel zu teuer. Und oft knistern die ganz schön dolle, weil sie eben schon auf diversen Punk Parties eingesetzt wurden.
Was die Skids (weiter unten) angeht, so bin ich allerdings doch ein Sammler. Klar, ist ja ein Ableger (sozusagen) meiner heissgeliebten Big Country!
Big Country
sind noch immer Rekordhalter in meiner Tonträgeransammlung, was die Gesamtzahl der CDs+Vinyl-Teile angeht. Und ich habe den Song Wonderland "nur" in 12 (nicht notwendigerweise immer verschiedenen) Versionen.

Zwei Punkrock-Singles gibt es allerdings, bei denen ich sehr stolz bin, sie zu besitzen: zunächst den Love song von The Damned. Erst 1979 erschienen, also diesmal keinen Pokal. Grundsätzlich gilt aber: weltbestes Punkliebeslied wo gibt!
Und dann noch die Klark Kent (= Steward Copeland von Police) Single Don't care. Wobei ich bei dieser sogar vermute, dass sie 78 erschienen ist. Dann hätte sie ein Recht hier vorgestellt zu werden, aber ich bin mir halt nicht sicher. Es steht keine Jahreszahl drauf und die Fanpages geben auch keine an oder widersprechen sich. In jedem Fall für jeden Police-Fan zu empfehlen und dieser spezielle Song auch für Freunde des Punk. Es gab auch noch eine Mini-LP und später alle Songs zusammen auf CD, aber nur als US-Import. Sollte man aber zuschlagen, wenn diese CD mal irgendwo angeboten wird.

Nun aber mal zu den Buzzcocks.
Ich bin dem Gesamtwerk dieser Gruppe eher zwiespältig gegenüber eingestellt. Die ersten Sachen waren sehr geil, dann wurde es langweilig und was nach 1990 passierte habe ich nicht verfolgt.
Das ist dann doch öfter ein Problem des Genres Punkrock, dass mit den wenigen Akkorden nicht so wahnsinnig viele abwechslungsreiche Dinge gemacht werden können. Viele Bands haben sich dann irgendwann mal zum Hardrock hinorientiert (normalerweise: Grauen!), einige eher zum Hardcore und viele sind einfach bedeutungslos geworden.

Aber darauf kommt es nicht an. Wer ein paar so geniale Singles gemacht hat, wie die Buzzcocks in ihrer Anfangszeit, dem gebührt Ehre!

Hört man sich What do I get? an, so fällt unweigerlich die Ähnlichkeit des Gitarrengeschrammels und des Bassspiels zu den Ramones auf. Genau deren Stil. Dazu die etwas abgedrehte und unverkennbare Stimme von Pete Shelley und (gar nicht Ramones-mässig) ein kleines Solo in der Songmitte.
Also im Prinzip nicht weiter spektakulär dieses Lied, aber eben genauso wie ich es mag.
Hinzufügen sollte man aber auch noch, dass sie B-Seite auch sehr gut ist. Etwas schneller als What do I get? und mehr vom typischen britischen Punk, wie er sagen wir mal von den Sex Pistols eingeführt wurde, beeinflusst.

Insgesamt eine sehr schöne Single, die man als Freund von melodischem Punk einfach nur toll finden kann.





Buzzcocks

(GB)
Gegründet 1976
Erste VÖ "Spiral scratch"-EP 1977
1980 aufgelöst, seit 1990 wieder aktiv

Band 1978:
Pete Shelley: voc, guit
Steve Garvey: b
Steve Diggle: guit
John Maher: dr


Anspieltipp:


The Misfits: Bullet
 

Misfits: Bullet ep (Single, 7:09)

Die Misfits sind noch immer eine meiner Lieblings-Kult-Punk-Combos.
Wahrscheinlich finde ich die auch deshalb so gut, weil ich niemand persönlich kenne, der/die ebenfalls ein Fan ist.

Bullet war die zweite Veröffentlichung der Misfits und sozusagen die erste richtige (Cough/Cool war etwas seltsam). Der Unterschied zu American psycho von der neuen Besetzung ist gewaltig und dies liegt NICHT daran, dass bei jener Michale Graves singt.
Nein, die Misfits starteten als ein sehr Rock'n'Roll beeinflusste Punkkapelle und nahmen zudem unter sehr einfachen Bedingungen auf. Es klingt nach Keller und viel mehr war es auch nicht. Die ersten Singles erschienen in geringen Auflagen (maximal 3000) und wurden von den Misfits eigenhändig geklebt und eingetütet.
Do it yourself
brüllte sogar Peter Gabriel 1978 und das bei einem fast punkigen Song. Nebenbei: wenn man sieht, wie jener PG 1974/75 auf der Lamb-Tour aussah (nämlich kurze Anti-Frisur, Lederjacke und Kajal unter den Augen), so könnte man ihn glatt als einen der ersten Punks - zusammen mit Iggy und ein paar anderen - bezeichnen.

Die vier Songs dieser EP gibt's heute auf der Static age-CD. Es sind Bullet, Attitude, We are 138 und Hollywood babylon. Allesamt Extraklasse und sehr typisch für die Misfits bis etwa 1980. Ab da wurd's dann etwas schneller und die Horror Themen wurden intensiver. Hier dagegen geht's noch um den Tod von JFK und Mensch-Roboter.

Kennengelernt habe ich die Misfits etwa 1990. Meine Schwester hatte damals viele wilde Freunde und nachdem die in unserem Wohnzimmer eine Saufsession gemacht hatten, blieb eine LP liegen. Es war Walk among us von den Misfits. Aus Neugierde legte ich sie am nächsten Tag auf und... stellte erschrocken nach drei Minuten wieder ab! Da waren schon zwei Lieder durch und ich konnte gar nicht glauben, wie man so schnell und brutal spielen kann. Fand ich total scheisse.
Nicht wesentlich später wurde ich ein Verehrer der ersten Danzig-Platten und dadurch erfuhr ich dann, dass eben dieser Glenn Danzig bei den Misfits Sänger war.
Ich hörte mir Legacy of brutality an und fand's ganz gut. Insbesondere She und Helloween hatten's mir angetan. Dann kaufte ich einen Bootleg auf einer Plattenbörse. Dort waren ein Konzert und diverse Demos drauf. Den Kram hörte ich wieder und wieder. Da man die Misfits-CDs sehr schlecht in Deutschland bekam und zudem alles durcheinander war und nicht alle Songs zu bekommen waren, nutzte ich die Chance die Misfits-Box zu erwerben.
Das war mal wieder ein Belohnung für eine bestandene Prüfung und ich fand auch, dass sich so ein kleiner Sarg im Wohnzimmer sehr gut macht - im Gegensatz zu diversen anderen Leuten. In dieser Box sollten die kompletten Aufnahmen der Misfits sein, jedenfalls hörte sich das auf dem Aufkleber zur Box so an. Aber mal wieder alles Mumpitz: es fehlen Mommy... (live), All hell... (studio) und das ganz zufällig nur unwesentlich später aufgetauchte In the doorway. Zusätzlich hat die zwar um einige Songs ergänzte Liveaufnahme Evilive eine beschissene Qualität (ich habe die deutsche 12" von 1983 und die klingt wesentlich besser!). Wie man sich doch immer als Fan verarschen lassen muss!
Ich hatte sogar mal meine Beschwerde mit einem Antrag auf Mitgliedschaft an den Fiend Club geschickt. Als ich dann nach Monaten noch keine Antwort hatte, bemühte ich mal wieder das Internet und stellte fest, dass brandneu ein Mitgliedsbeitrag für den Fied Club fällig war. Den hatte ich natürlich nicht mitgeschickt und prompt bekam ich keine Antwort.

Ok, mal zur Musik. Die Gitarre hat bei diesen Aufnahmenn einen recht ungewöhnlichen Sound. Sie spielt die üblichen Akkorde, kommt dabei aber besonders trocken und hart rüber. Dazu ein Schlagzeugspiel, das gar nicht wirklich punkig ist und Jerry's wie immer geiles Wummern am Bass. Glenn singt anders als man es von seinen späteren Werken kennt: er schreit hier mehr, benutzt weniger lange, kehlige Töne, als eher Lautstärke um sich zu artikulieren. Dennoch wird jeder, der ihn kennt, die Stimme sofort wieder erkennen. Von den vier Songs ist Hollywood Babylon der langsamste, der auch am deutlichsten im 50s/60s-Sound verwurzelt ist. We are 138 ist dagegen das schnellste Stück und bietet ganz im Einklang mit dem Text einen monotonen Rhythmus und die sich laufend wiederholende Phrase "We are 138". Dieser Song wurde auf Evilive von Henry Rollins unterstützt und dort in einer härteren, moderneren Version gespielt. Ich finde aber das Original auch sehr gelungen.

Ich vermute mal, dass die alten Misfits heute eine Art Legende sind, hat tatsächlich auch viel mit der Schwierigkeit, ihre Musik überhaupt zu bekommen, zu tun. Und natürlich mit Danzigs späterem Erfolg. Es gibt so viele Bootlegs, auf denen Demos aber auch die regulären Veröffentlichungen raubkopiert werden, dass es schon viel früher sinnvoll gewesen wäre, diese Aufnahmen offiziell und geordnet auf CD rauszubringen. Aber entweder ist der Danzig zu stur oder mit anderen Dingen beschäftigt oder die Plattenfirmen raffen's einfach nicht. Die inzwischen auch nicht mehr ganz so neue Samhain-Box bietet ja zum Beispiel nur sehr wenig interessantes Material (zudem noch sehr teuer) und wird deshalb dem Kauf von Samhain-Bootlegs keinen Einhalt gebieten. Schlecht gemacht, würde ich sagen.
(Samhain war Danzigs zweite Band vor Danzig und nach den Misfits.)



Misfits

(USA)
Gegründet 1977
Erste VÖ 1977 "Cough/Cool"-Single
1984-1994 aufgelöst

Besetzung 1978:
Glenn Danzig: voc
Jerry Only: b
Franché Coma: guit
Mr. Jim: dr


Link
Last caress
3 hits from hell
Astro zombies
Skulls
Walk among us
Evilive
Demonomania
Die die my darling
Amercian psycho
Famous monsters


Skids: Wide open
 

Skids: Wide open ep (Single, 10:25)

Zu den Skids bin ich natürlich über den Bezug zu "Big Country" gekommen.
Dies war Stuart Adamsons erste Band und auch wenn er dort nicht wirklich singen durfte, hat er mit seinem Gitarrenspiel deutliche Akzente gesetzt.

Die Skids sind hierzulande unbekannt. Dies aber zu Unrecht, denn es handelt sich mal um eine besonders innovative Punkband. Andererseits hat dies den Vorteil, dass ich deren Singles schon mal für 'ne Mark im Wühltisch bekomme. Selbst in London gab's die billig. Wenn man aber an einen Händler gerät, der sich auskennt, so kann man 10 bis 15 Euro hinlegen.

Meine erste Erwerbung der Skids war die BBC Live-CD, die billig war und deshalb das Risiko wert. Ich fand die Songs nicht schlecht, aber auch nicht so ganz überzeugend. Später gab's dann die erste Platte Scared to dance mal billig und sogar mit Bonustracks. Drauf sind alle B-Seiten der ersten Singles, auch die beiden von dieser hier.
Es lässt sich eine klare Entwicklung erkennen: von rohem Punk am Anfang zu immer mehr Melodie und aufwändigeren Songstrukturen. Auf Scared to dance bleibt es trotzdem noch Punk, die nächsten beiden Platten (Days in Europa und The absolute game, inzwischen auch auf CD erhältlich) würde ich dann nicht mehr so bezeichnen. Die letzte LP Joy fand ohne Adamson statt.

A propos: Stuart Adamson ist nun fast ein Jahr tot. Es war einer der sehr wenigen Rockstar-Tode, die mich wirklich berührt haben. Ich habe Big Country mehrfach live gesehen und konnte jedesmal feststellen, was für ein freundlicher und ehrlicher Mensch Adamson war. Seine Texte haben mir etwas bedeutet (und tun dies noch immer) und seine Musik war großartig. Ich lege zwar keinen Wert auf Starkult, Autogramme oder sowas, dennoch ist es heute eine schöne Erinnerung für mich, dass er mir bei einem Konzert die Hand geschüttelt hat (was er immer mit den Leuten in der ersten Reihe tat). Ich nutze also diese Gelegenheit hier, um zu sagen, dass Stuart Adamson einen Platz in meinem Herzen hat.

Die vorliegende Single wurde übrigens von David Batchelor produziert, welcher interessanterweise auch der Stammproduzent (und Mit-Songwriter) der Sensational Alex Harvey Band war, die wiederum auch ein Favorit von mir ist, aber ihre Platten noch vor 1978 gemacht hat.

Es gibt insgesamt vier Songs zu hören: The saints are coming ist ein hymnischer, schneller Songs mit antreibendem Beat. Eines der besten frühen Stücke der Skids überhaupt. Habe ich schon vor zehn Jahren auf meinen aktuellen Punk-Mix aufgenommen und NIE, fucking nie, fragte mich jemand, wer denn diese Gruppe ist! Bei diesem Song schon deutlich zu erkennen: Stuart A. spielt besser Gitarre als viele andere Punkgitarristen.
Of one skin
geht auch ganz gut ab, hier finde ich allerdings den Gesang nicht so gelungen. Der Song versucht etwas zu sein, was einfach nicht funktioniert: nämlich so ein Mitgröhlstück. Trotzdem kann Adamson einige nette Gitarreneffekte unterbringen, die den Song aber nicht gerade runder und passender machen.
Night and day
ist flott und straight forward. Gut, wenn auch nicht überragend. Man könnte sogar ein wenig mitgröhlen.
Contusion
schliesslich ist etwas anstrengend, wiederum weil der Gesang nicht richtig zum Song passt (wie ich finde). Trotzdem auch noch anhörbar.

Das beste an dieser Single ist also der erste Song. Die anderen fallen dagegen etwas ab. Trotzdem: auch insgesamt noch ein gutes Teil. Wenn man natürlich die CD, auf der noch 15 weitere und zum größten Teil sehr gute Stücke sind bekommen kann, umso besser.



Skids

(Schottland)
Gegründet 1977
Erste VÖ 1978 "Charles"-EP

Besetzung 1978:
Richard Jobson: voc
Stuart Adamson: guit
Bill Simpson: b
Tom Kellichan: dr


Link
Test tube babies
Scared to dance
The absolute game
Live - masquerade

Anspieltipp:


Stiff Little Fingers: Alternative ulster
 

Stiff Little Fingers: Alternative Ulster (Song)

Einen sehr Reggae-beeinflussten Song bieten die SLF hier, der fast schon zu einer Band-Hymne wurde.

Politisch, melodisch, ungestüm: so war das 1978.

Die Stiff Little Fingers haben durchaus einiges mit den Clash gemeinsam. Wobei sie allerdings noch deutlicher im Reggae verwurzelt sind. Sie spielen auch mal ein Bob Marley-Cover. Eine sehr konzentrierte Rhythmusarbeit und eine oftmals etwas spartanische Gitarre sind typisch. Der energische Gesang und die politischen Texte ebenfalls.

Was unterscheidet Alternativ Ulster von anderen alten SLF-Songs?
Gar nicht mal viel. Vielleicht ist er etwas kompakter, aber grundsätzlich sind die alten Stücke fast alle sehr geil. Ich habe diesen hier gewählt, weil er sehr bekannt ist und weil die zugehörige LP auch erst 1979 erschienen ist.

Mit den SLF verbinde ich nicht so sehr viel. Einzige Story die mir dazu einfällt: ich hatte mal die 94er-CD Get a life aus dem Wühltisch gezogen, dann aber nach intensivem Hören als doch zu hardrockig und langweilig eingestuft. Also bot ich sie auf dem Flohmarkt für DM 9.- an (Einkaufspreis: DM 10.-). Sie wurde gekauft und zwar von einem Menschen, den ich vorher schon öfter im Publikum von Punkkonzerten gesehen hatte. Ich würde jetzt mal so vom Aussehen sagen: ein Redskin, aber vielleicht hätte der sich trotz der Glatze als Punk bezeichnet. Ein Outfit jedenfalls, das ich persönlich nicht so reizvoll finde. Ich schätze mal, da braucht man schon einen Freundeskreis, der ebenfalls so rumläuft, damit man das durchzieht. Erstens sowieso extrem und zweitens auch scheisse wenn man dauernd mit Nazi-Skins verwechselt wird. Aber bei jeder Art von auffälliger Kleidung ist es wahrscheinlich für das Selbstbewusstsein hilfreich, wenn man Kumpels hat, die das auch toll finden.
Egal, der kaufte die CD und erzählte mir, dass er normalerweise ausschließlich Vinyl kauft, diese CD jedoch nicht auf Vinyl erschienen sei. Abgefahren, dachte ich mir: nur Vinyl! Er fragte dann noch, wie die klingen würde und ich sagte: etwas langsamer. Nunja, ich denke er wollte sie schon aus sammeltechnischen Gründen haben und wird sie wahrscheinlich auch nicht so besonders oft angehört haben.
Die SLF sollen übrigens noch immer sehr gute Konzerte machen. Ich warte auch darauf, dass die mal in der Nähe sind und ich außerdem noch Zeit habe. Muss sich wohl lohnen.



Stiff Little Fingers

(Nordirland)
Gegründet 1977
1983-87 aufgelöst
Erste VÖ 1978 "Suspect device"-7''

Besetzung 1978:
Jake Burns: voc, guit
Henry Cluney: guit
Ali McMordie: b
Brian Faloon: dr


Link
Go for it


The Undertones: Teenage kicks
 

The Undertones: Teenage kicks (Song, 2:32)

Feargal Sharkey kannte ich zuerst.
Seinen Hit A good heart fand ich als Jugendlicher gut. Nette und ungewöhnliche Stimme hat er auch.
Dass der Mann mal Sänger dieser genialen Punkband war, mag man da gar nicht denken.

Aber die Undertones haben im Prinzip auch nur ein paar Singles und ein Album gemacht, die wirklich gut waren. Es gab dann noch einzelne ganz nette Songs, aber so richtig Punk war das nicht mehr.

Diese Single ist vor der Debut-LP erschienen. Jene kann ich jedem nur wärmstens empfehlen! Und wenn man Glück hat, so bekommt man die Version mit einigen Bonustracks wie auch Teenage kicks. Ansonsten ist der Song auch auf Best-ofs enthalten.

Die Undertones machten so eine Art Soft-Punk. Das kommt durch Feargals zuckersüsse Stimme, die schönen Chöre und den gelegentlichen Einsatz von Keyboards. Aber vor allem natürlich auch wegen der wunderbaren Melodien.
Teenage kicks ist ein echter Ohrwurm. Geradeaus, rund und wie geschaffen für den (nicht ganz so heftigen) Pogo. Textlich geht es um die Teenager-Träume: das scharfe Girl, das man so gerne kennen lernen möchte und die Konfrontation mit der harten Realität des Lebens. Gutes Thema und trotzdem nicht deprimierend oder so, sondern fröhlich. Ein gute Laune Song, der nur knapp vom Hit Here comes the summer geschlagen wird.

Da ich Melodie mag, waren die Undertones genau das Richtige. Leider habe ich sie relativ spät kennen gelernt. In Deutschland waren sie nie so richtig bekannt. Carsten war diesmal derjenige, der mir diese genialen Songs näherbrachte. Schnell konnten wir uns einigen, dass dies eine prima Musik für Partyabende ist. Da trinkt man doch gerne mal ein Hansa bei! Und hinterher gibt's dann noch gleich Noise Annoys, die deutsche Version. Mit einem Sänger, der verdammt ähnlich klingt wie Feargal und etwas weniger Chor und Melodie aber trotzdem super Songs.

Leider bin ich zu spät geboren. Wäre ich 1978 schon 15 oder auch 20 gewesen, so wären die Undertones, aber auch die anderen hier vorgestellten Bands, vielleicht der Soundtrack meiner Jugend. Muss ein cooles Feeling gewesen sein damals. Die Toten Hosen haben's noch erlebt und bei Learning English dokumentiert.
Aber auch so waren diese Songs zum Teil ein bisschen Jugend bei mir und wenn nicht, so tut es ihrem heutigen Wert keinen Abbruch. Immer noch genial und vor allem viel genialer als der größte Teil des sich Punk nennenden Mists, der im Musik-Fernsehen so läuft.
"You got my number... why don't you use it?" (dädip, dädip, dädip)


Stay alive and rock on,
Harvey
(28.11.02)

 

Undertones

(GB)
Gegründet 1975
Erste VÖ 1978 "Teenage kicks"-EP

Besetzung 1978:
Feargal Sharkey: voc
Damian O'Neill: guit, keys
John O'Neill: guit
Mike Bradley: b
Billy Doherty: dr


Link
Undertones
Here comes the summer

Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: