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Kate Bush: The kick inside
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(1978, 43:12)
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Als diese LP im Februar 1978 erschien, war
Kate Bush 19 Jahre alt.
Zwei der Songs hatte sie sogar schon 1975, mit
16 Jahren, aufgenommen.
Die erste Single-Auskopplung "Wuthering
heights" war direkt eine Nummer 1 in England.
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Das finde ich schon ziemlich
phänomenal. Wie schafft man so etwas?
Nun, neben einem großen Talent braucht man bestimmt
Glück und die richtigen Connections. Kate Bush
lernte früh David Gilmour
kennen und dieser unterstützte sie maßgeblich.
Schaut man sich weiterhin
die beteiligten Musiker bei dieser Platte an, so fällt
auf, dass hier fast die komplette Mannschaft des Alan
Parsons Project vertreten ist. Powell, der dort
das Orchester arrangiert, hat auch Kate Bush bei den
Arrangements der Songs geholfen.
Da muss man sich fragen: konnte mit diesen Musikern überhaupt
noch etwas daneben gehen? Wahrscheinlich nicht wirklich.
Vergleicht man dann die Musik
auf dieser Platte mit der des Alan Parsons Project,
so lassen sich durchaus Parallelen entdecken. Die meisten
Songs sind hymnisch, symphonisch oder - böse ausgedrückt
- tragen dick auf. Dies hat sicher auch mit der technisch
hervorragenden Produktion von Powell zu tun.
Unterschiede gibt es aber auch, und nicht wenige. Vor allem
singt eine Frau und sie singt sehr hoch, manchmal elfengleich,
manchmal auch stakkatoartig und auf ihre Art hart. Dieser
Gesang ist hervorragend aber dennoch nicht jedermanns Sache.
Ein Freund von mir hört sich diese CD z.B. nicht mehr
an, weil er die hohen Töne nicht aushalten kann.
Hinzu kommt, dass die Songs viel mehr Rhythmus haben als beim
APP und daher auch meistens mehr Schwung. Es sind auch
Balladen dabei (wundervoll: The man with the child in his
eyes), aber grundsätzlich ist dies kein Kuschelalbum
oder so.
Der letzte ganz entscheidene Unterschied ist das deutlich
im Vordergrund stehende Klavier. Kate (und einige der
anderen) betätigt bei jedem Song die Tasten und diese
hört man weitaus mehr als z.B. die Gitarre.
Wuthering heights
wird ja heute noch gelegentlich im Radio gespielt und ich
meine, dass ich es auch schon 1978
als kleiner Junge gehört und gemocht habe. Dieser Song
ist durchaus repräsentativ für die ganze Platte
und für seine Zeit sicher ungewöhnlich. Man bedenke,
es gab Punk und Hardrock und alternde Art-Rocker, doch diese
Musik, die sowohl eingängig als auch künstlerisch
sehr hochwertig ist, war in dieser Form neu.
Wenn man nun den Vergleich zum APP gezogen hat und
einige aber nicht so ganz viele Ähnlichkeiten entdeckt
hat, kann man natürlich auch noch einen Schritt weiter
gehen und Pilot als Vergleich heranziehen. Pilot
plus Klavier und mit einem opulenteren Sound, da kommen wir
der Sache näher als sonst irgendwie. Auch ein wenig erstaunlich,
denn Paton und Bairnson werden hier nicht als Songwriter
und auch nicht als Arrangeure aufgeführt.
Kate Bush legte mit
Lionheart ziemlich schnell nach, wobei der Zweitling
entscheidend schwächer ausgefallen ist als ihr Debüt.
Da scheinen die Musiker ja sehr unterschiedlich zu arbeiten:
mancher klingt besser, spontaner, wenn er die Platten schnell
macht, andere lassen sich ewig Zeit und machen so auch ihre
besten Platten. Kate Bush ist eher der langsame Typ,
der alles sehr aufwendig plant und probt. Denn gerade der
Abwechslungsreichtum, die Nuancen und die kleinen Aha-Erlebnisse
sind es, die bei Lionheart fehlen.
Meine erste Kate Bush-CD
war allerdings The sensual world, die ich mir etwa
1990 zulegte. Lustigerweise
wollte ich die gar nicht haben. Ich wollte nämlich eigentlich
eine von Sinead O'Connor haben, doch ich verwechselte
die Namen!
Kaum zu glauben, aber das ging mir früher häufig
so, dass ich Gruppen oder Solokünstler, die ich noch
nicht so gut kannte, verwechselte. Vor allem dann, wenn ich
noch keine CD/LP von denen selber in den Händen gehalten
hatte. Ich fand jedenfalls alte Aufnahmen von Sinead O'Connor
gut und wollte mir mal was von der kaufen. Obwohl - ich muss
zugeben, dass das wiederum auch nicht so 100% sicher ist,
denn zusätzlich habe ich damals auch noch Sinead O'Connor
mit Enya verwechselt! Möglicherweise waren es
auch alte Sachen von Enya. Ich glaube allerdings eher
Sinead, weil ich von Enya inzwischen einiges
kenne und mir das gar nicht bekannt vorkommt.
Jedenfalls rannte ich den
Laden und kaufte Kate Bush, der Meinung seiend, dass
dies genau die Frau war, die ich hören wollte. Die Musik
gefiel mir auch sehr gut, wenngleich sie nicht so klang, wie
ich es im Kopf hatte. Na, war halt 'ne andere Platte...
Kurz darauf erzählt ich einem Freund von der Neuerwerbung
und der meinte "Kate Bush? Du hast letztens noch
gesagt, dass du die scheisse findest." Oh.
Genau, so ist das gewesen. Wir hatten mal Kate Bush
gehört und ich (mit Urteilen schnell zur Hand) fand die
scheisse. Wenigstens wurde ich so eines Besseren belehrt,
musste aber einige komische Ausreden von mir geben, warum
ich nun so plötzlich meine Meinung geändert hatte.
Seitdem höre ich Kate Bush ganz gerne. Aber man
muss die richtige Stimmung haben, immer kann ich mir das nicht
geben. Aber das trifft natürlich auf sehr viele Sachen
zu.
Am Jahresende soll man Bilanz
ziehen. Habe ich so gehört und deswegen wollte ich das
auch tun. Dazu muss man aber erstmal wissen, wovon man denn
Bilanz ziehen möchte. Grundsätzlich bietet sich
da eine ganze Menge an, ich will natürlich (!) musikmässig
Bilanz ziehen und dazu wollte ich herausfinden, welche Tonträger
ich in diesem Jahr denn so neu erworben habe. Leider weiss
ich das nicht so, sondern ich bin auf meine Listen angewiesen.
Ich nehme also die Tonträgerliste von Ende November 2001
und diejenige von Mitte Dezember 2002 und lasse Word den Inhalt
der Dokumente vergleichen. Word unterstreicht mir dann alles,
was geändert wurde. Toll! Oder auch nicht.
Hat nämlich überhaupt nicht geklappt.
Also musste ich doch alles ausdrucken und von Hand vergleichen.
Eine langweilige, doofe Arbeit. Schliesslich erhielt ich also
eine Liste mit allem, was bei mir dieses Jahr neu ins Regal
gewandert ist. Und dann stellte ich fest: "oh, jene CD
habe ich schon Monate nicht mehr gehört" oder "diese
hier war besonders toll, unbedingt nochmal anmachen".
Da entstehen also mehrere Stapel, die jetzt die Warteschlange
an meinem CD-Player bilden, weil ich sie unbedingt wieder
hören muss.
Solche Wartschlangen bilden
sich dauernd, weil ich immer gleich fünf bis zehn Platten
raushole, wenn ich überlege, was ich wohl gerade hören
könnte. Dabei fällt auf, dass es vor allem diese
neuen Sachen sind, die ich oft raussuche. Klar, die kennt
man noch nicht so gut, die begeistern noch mehr. Aber irgendwie
kommen die alten CDs dabei oft zu kurz. Und wenn dann eine
ältere gehört wird, bemerke ich immer wie toll die
doch ist und denke "Mensch, musst du mal wieder öfter
reinlegen".
Ich überlege, was ich
tun kann, um alte Sachen öfter zu hören. Die reizen
meistens einfach nicht so. Wenn ich allerdings Platten oder
CDs durchgucke und dabei die Cover betrachte, so greife ich
viel eher mal zu den Schätzchen, die schon zehn Jahre
bei mir rumstehen.
Ansonsten ist es natürlich eine gute Idee solche Hitlists
zu machen, denn die erfordern auch die Auseinandersetzung
mit allem, was da so in der Sammlung ist.
Ein sehr freakmässiges
Verfahren, das ich vor einigen Jahren mit Chimpy zusammen
praktiziert habe, garantiert auch das Hören älterer
Errungenschaften: man erlegt sich auf, jeden Tonträger
mindestens einmal pro Jahr zu hören. Fragt sich natürlich,
wie man das überprüfen will. Dafür hatten wir
damals jeder eine Liste gemacht und die CDs bekamen für
jeden Hördurchgang einen Strich. Dann kann man immer
sagen, wer aktuell die Renner sind und ausserdem sieht man,
welche CDs nie zum Zuge kommen. Aber: sehr viel bürokratischer
Aufwand und somit ziemlicher Mumpitz! Mache ich nun auch schon
länger nicht mehr so.
The kick inside ist
nun ganz sicher zu seinem Recht gekommen. Vielleicht sollte
ich dann auch mal wieder The sensual world reinlegen.
Die ist zwar kaum vergleichbar mit dieser hier aber dennoch
sehr gut. Auch eine Musik, die zwar Pop ist, aber in den heutigen
Singlecharts keine Chance hätte (Longplayer-Charts ist
da eine andere Sache). 1978 sah das noch anders aus, eine
heilere Welt was die Singles angeht. Oder täuscht das?
Bestimmt war auch da sehr viel Schrott anwesend, den kenne
ich nur nicht. Jedenfalls waren zwischen dem Schrott auch
die Singles von The kick inside vertreten und das mit
Recht.
Stay alive and rock on,
Harvey
(26.12.02)
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