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Fields Of The Nephilim: Blue
water (Maxi, 1987)
1987 starteten die Fields richtig durch: erst die
Debüt-LP "Dawnrazor", daneben einige
Singles wie auch "Blue water", welches nicht
auf "Dawnrazor" ist.
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Dawnrazor ist eine
gute Platte, die ich beim Kontakt mit den Fields ca.
1991 dauernd gehört
habe. Sie hat mich allerdings nie ganz so begeistert wie die
beiden anderen Studioalben und deswegen taucht sie auch nicht
in der Hitlist 1987 auf. Der Grund
ist die geringere atmosphärische Dichte. Man könnte
aber auch von geringerer Eigenständigkeit sprechen, denn
den Wave-Rock, den wir auf Dawnrazor hören, machten
auch noch diverse andere Combos.
Blue water nun ist
nach Dawnrazor erschienen und stellt für mich
den Übergang zu The Nephilim von 1988
dar. Der Song bietet einen noch tiefer singenden Carl McCoy,
einen interessanten aber eingängigen Aufbau und mehr
Keyboards sowie Gitarreneffekte. Professioneller aufgenommen
als Dawnrazor und mit einer stimmungsvollen Atmosphäre
lässt sich eine deutliche Entwicklung erkennen.
Blue water gibts auf
dieser Maxi in zwei Versionen, wobei der Unterschied bis auf
den ausufernden Schlussteil der einen Version minimal ist.
Als Beginn einer Fields-Tradition hat man den Versionen
tolle Namen gegeben: "electrostatic" und "hot
wire". Na super, übersetzen wir das mal kurz: "elektrostatisch"
und "heißes Kabel". Alles klar.
Ein Höhepunkt dieser
Maxi ist jedoch auch der dritte Song: In every dreamhome
a heartache. Im Original ein sehr alter Roxy Music
Song, welcher mit ziemlich gut gefällt, gelingt es den
Fields hier, dem Lied ihren eigenen Stempel aufzudrücken
ohne es dabei ganz weit vom Original zu entfernen.
Da kann man natürlich einwenden: sie haben sich extra
einen Song ausgesucht, der ihnen von der Grundstimmung her
liegt. Dennoch: selbst für Fields-Verhältnisse
ist die Instrumentierung hier sehr ruhig aber auch spannungsreich.
Im übrigen finde ich
es immer sehr gut, wenn Gruppen Songs covern, die ganz anderen
Musikrichtungen entstammen. Zum einen ist es spannend, zu
sehen was sie in ihrem Genre damit anfangen können und
zum anderen macht es deutlich, dass auch diese Musiker ganz
andersartige Musik hören. Ich bin ja ein Feind des Schubladendenkens
und freue mich daher, wenn auch die Leute, deren Songs ich
höre klarmachen, dass man sich nicht auf eine Richtung
beschränken muss. Nicht, dass ich diese moralische Unterstützung
bräuchte, aber vielleicht hilft es, auch andere Leute
davon zu überzeugen. Wie oft musste ich mir von irgendwelchen
Leuten anhören, ich sähe aber ganz stark nach dieser
oder jener Musikrichtung aus. Fuck! Es ist mein Recht sowohl
Phil Collins als auch Suicidal
Tendencies zu hören und ich begreife auch echt nicht,
wie man sich nur auf eine sehr enge Richtung (z.B. nur Grunge)
beschränken kann. Deshalb mache ich das auch heute noch
gerne, dass ich zu bestimmten Events völlig unpassende
Bandshirts anziehe. Ja, ja der kleine Rebell...
Brian Ferry, welcher
den oben genannten Roxy Music Song geschrieben hat,
habe ich noch vor knapp zwei Wochen in München beim Könixxtreffen
gesehen. Und er war sehr gut!
Eine kleine Überraschung, denn mit seinem Soloschaffen
kann ich nicht viel anfangen. Aber das Konzert hat richtig
Spass gemacht. Wobei wir allerdings natürlich wegen Peter
Gabriel da waren, der auch kein schlechtes, allerdings
auch kein völlig überzeugendes Konzert hingelegt
hat. Jedenfalls war die Sache weniger mitreißend als
Secret world live
und Peter musste viele Songtexte vom Blatt ablesen!
Wirkte auch ansonsten deutlich gealtert, hat sich die ganze
Zeit hinter seinen Keyboards verschanzt. Kein Vergleich zum
Beispiel zum gleich alten Sting,
der noch wie ein junger Rocker auf der Bühne rumspringt.
Andererseits waren die neuen Songs sehr gut und teilweise
auch ziemlich heftig. Zwei Gitarren, die brettmässig
abfräsen hat man bei Peter bisher nicht gehört.
Nun, lange müssen wir ja nun nicht mehr warten!
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