harveys hitlist: ein Leben auf dem Plattenteller hitlist - ein leben auf dem plattenteller
Hitlist
 




Specials: 1987


Mark Knopfler: OST The princess bride
 


Mark Knopfler: OST The princess bride (39:01)

Filmmusik ist schon ein eigenes Genre. Oftmals eher langweilig anzuhören oder einfach eine Ansammlung der angesagter Hit-Songs.

Hier sind keine Hits drauf, und trotzdem schafft es die Musik, auch ohne den Film interessant zu bleiben.
Allerdings ist es durchaus von Vorteil, wenn man den Film (welchen ich vor ein paar Wochen schonmal erwähnt hatte) gut kennt.
Denn: diese Filmmusik kommt im Film auch vor. Und wie das so sein sollte bei guter Filmmusik, spiegelt sie sehr gut die Stimmung der Szenen, in denen sie vorkommt, wider. Wenn man also den Film gut kennt, so kann man sich oft mit dieser Musik an die jeweiligen Situationen im Film erinnern (die Titel der Songs helfen dabei). Das ist eine nette Sache, denn der Film ist sehr gut und außerdem lustig, so dass ich zum Beispiel beim Anhören der Mucke immer wieder mal innerlich grinsen muss.

Aber ich möchte gleich eine Warnung vorwegschicken: dies ist ziemliche Schnulli-Mucke!
Das bedeutet zum einen, dass wir an vielen Stellen eine typische - also etwas pathetische - Mark Knopfler-Gitarre hören und zusätzlich alles mit dicken Keyboards unterlegt ist. Kein Vergleich übrigens zu Last exit Brooklyn, der Soundtrack welcher auch von Mark und Guy verbrochen wurde und in meinen Ohren unhörbar ist.

The princess bride ist trotzdem sehr abwechslungsreich. Wenn auch eine ruhige Gesamtstimmung durch die besonders langen Stücke zu den Liebesszenen vorherrscht, so gibt es auch schnellere Songs und mehrere Stücke die sehr orchestral daherkommen, wie man es von typischen Soundtracks kennt. Einige Stücke haben auch ein leicht mittelalterliches Feeling. Insgesamt eine schöne Mischung, die aber sicher nicht gefällt, wenn man die Knopfler-Gitarre nicht mag. Denn logischerweise wird hier manchmal nett abgitarrt. Dabei kommen keine echten Popsongs oder Singles heraus, aber das wäre für einen Soundtrack, bei dem die Musik ja nur nebenbei wichtig ist, auch unpassend. Beim "theme tune" Storybook love singt Willy DeVille... naja, ein Song mit Vocals musste wohl sein und Mark Knopflers passten da keinesfalls. Trotzdem hätte man von mir aus auf den Gesang verzichten können.
Es ist die Musik zu einem Märchen und dafür sehr gut gelungen. Softe Musik, bei der man sich vorstellen kann, man sei auch der smarte Farmboy, der seine "wahre Liebe" erretten muss (und auch sich selber).

Ach, ich mag auch einfach diese Fechtduelle. Irgendwann habe ich mich sogar mal daran gemacht, alle Mantel-und-Degen-Filme, die so laufen auf Video aufzunehmen. Allerdings gucke ich kaum Video, so dass sich da nach kurzer Zeit diverse Kassetten angesammelt hatten und die Aufnehmerei wieder gestoppt wurde. Sehr gut in diesem Film Mandy Patinkin als rachlustiger Spanier: "Ma name iis Enigo Montoya, yu kiilled ma fatherr, prrreparrre to diejjj". Oder so.

Das schlechteste an der ganzen Angelegenheit ist echt noch das Foto von Mark Knopfler auf dem Backcover. Uhh, muss das sein? Der Kerl sieht so scheisse aus!





Mark Knopfler

(Schottland)
Kopf der Dire Straits, seit 1983 auch solo aktiv

Musiker:
Mark Knopfler: guit
Guy Fletcher: keys
+
Willy DeVille: voc


Link
Sultans of swing
Communique
Making movies
Alchemy
Money for nothing
What it is
All the roadrunning

Anspieltipp:


Fields Of The Nephilim: Blue water
 

Fields Of The Nephilim: Blue water (Maxi, 1987)

1987 starteten die Fields richtig durch: erst die Debüt-LP "Dawnrazor", daneben einige Singles wie auch "Blue water", welches nicht auf "Dawnrazor" ist.

Dawnrazor ist eine gute Platte, die ich beim Kontakt mit den Fields ca. 1991 dauernd gehört habe. Sie hat mich allerdings nie ganz so begeistert wie die beiden anderen Studioalben und deswegen taucht sie auch nicht in der Hitlist 1987 auf. Der Grund ist die geringere atmosphärische Dichte. Man könnte aber auch von geringerer Eigenständigkeit sprechen, denn den Wave-Rock, den wir auf Dawnrazor hören, machten auch noch diverse andere Combos.

Blue water nun ist nach Dawnrazor erschienen und stellt für mich den Übergang zu The Nephilim von 1988 dar. Der Song bietet einen noch tiefer singenden Carl McCoy, einen interessanten aber eingängigen Aufbau und mehr Keyboards sowie Gitarreneffekte. Professioneller aufgenommen als Dawnrazor und mit einer stimmungsvollen Atmosphäre lässt sich eine deutliche Entwicklung erkennen.

Blue water gibts auf dieser Maxi in zwei Versionen, wobei der Unterschied bis auf den ausufernden Schlussteil der einen Version minimal ist. Als Beginn einer Fields-Tradition hat man den Versionen tolle Namen gegeben: "electrostatic" und "hot wire". Na super, übersetzen wir das mal kurz: "elektrostatisch" und "heißes Kabel". Alles klar.

Ein Höhepunkt dieser Maxi ist jedoch auch der dritte Song: In every dreamhome a heartache. Im Original ein sehr alter Roxy Music Song, welcher mit ziemlich gut gefällt, gelingt es den Fields hier, dem Lied ihren eigenen Stempel aufzudrücken ohne es dabei ganz weit vom Original zu entfernen.
Da kann man natürlich einwenden: sie haben sich extra einen Song ausgesucht, der ihnen von der Grundstimmung her liegt. Dennoch: selbst für Fields-Verhältnisse ist die Instrumentierung hier sehr ruhig aber auch spannungsreich.

Im übrigen finde ich es immer sehr gut, wenn Gruppen Songs covern, die ganz anderen Musikrichtungen entstammen. Zum einen ist es spannend, zu sehen was sie in ihrem Genre damit anfangen können und zum anderen macht es deutlich, dass auch diese Musiker ganz andersartige Musik hören. Ich bin ja ein Feind des Schubladendenkens und freue mich daher, wenn auch die Leute, deren Songs ich höre klarmachen, dass man sich nicht auf eine Richtung beschränken muss. Nicht, dass ich diese moralische Unterstützung bräuchte, aber vielleicht hilft es, auch andere Leute davon zu überzeugen. Wie oft musste ich mir von irgendwelchen Leuten anhören, ich sähe aber ganz stark nach dieser oder jener Musikrichtung aus. Fuck! Es ist mein Recht sowohl Phil Collins als auch Suicidal Tendencies zu hören und ich begreife auch echt nicht, wie man sich nur auf eine sehr enge Richtung (z.B. nur Grunge) beschränken kann. Deshalb mache ich das auch heute noch gerne, dass ich zu bestimmten Events völlig unpassende Bandshirts anziehe. Ja, ja der kleine Rebell...

Brian Ferry, welcher den oben genannten Roxy Music Song geschrieben hat, habe ich noch vor knapp zwei Wochen in München beim Könixxtreffen gesehen. Und er war sehr gut!
Eine kleine Überraschung, denn mit seinem Soloschaffen kann ich nicht viel anfangen. Aber das Konzert hat richtig Spass gemacht. Wobei wir allerdings natürlich wegen Peter Gabriel da waren, der auch kein schlechtes, allerdings auch kein völlig überzeugendes Konzert hingelegt hat. Jedenfalls war die Sache weniger mitreißend als Secret world live und Peter musste viele Songtexte vom Blatt ablesen!
Wirkte auch ansonsten deutlich gealtert, hat sich die ganze Zeit hinter seinen Keyboards verschanzt. Kein Vergleich zum Beispiel zum gleich alten Sting, der noch wie ein junger Rocker auf der Bühne rumspringt. Andererseits waren die neuen Songs sehr gut und teilweise auch ziemlich heftig. Zwei Gitarren, die brettmässig abfräsen hat man bei Peter bisher nicht gehört. Nun, lange müssen wir ja nun nicht mehr warten!



Fields Of The Nephilim

(England)
Gegründet 1983
Erste VÖ 1985 "Burning the fields"-EP

Besetzung 1987:
Carl McCoy: voc
Paul Wright: guit
Nod Wright: dr
Tony Pettitt: b
Peter Yates: guit


Link
The nephilim
Elizium
Sumerland
What starts, ends

Robbie Robertson
 

Robbie Robertson: s.t. (1987, 44:25)

Auf diese CD bin ich erst vor einigen Monaten gestossen: zu Unrecht unbeachtet geblieben ist dies die erste richtige Soloplatte des bedeutenden Robbie Robertson von "The Band".

Ein wenig schüchtern wirkt das Werk denn auch insgesamt. Viele gute Songs, die jedoch manchmal etwas mehr Power und vielleicht auch einen mehr im Vordergrund stehenden Gesang brauchen könnten.

Aber dennoch steht die Platte hier nicht zufällig, ich halte sie für sehr gelungen und so eine Art Geheimtipp. Von ausgezeichneten Musikern eingespielt (siehe Kasten rechts), wobei U2 zwei Songs als Backingband spielen, einmal mit Bono als Sänger. Dazu gesellen sich noch Peter Gabriel (einmal vox, einmal keys) und Ivan Neville (back vox) als erwähnenswerte Sänger.

Was man dieser Platte sehr deutlich anmerkt, ist die Produktion von Daniel Lanois und der Kontext von 1987. So von Peter Gabriel war gerade gelaufen und Joshua Tree von U2 gab's auch 1987. Denkt man an die ruhigeren und dichten Momente beider Platten, so hat man einen Eindruck davon, in welche Richtung es hier geht. Der Gesang von Robbie Robertson ist von der Stimmlage her manchmal sogar dem von Peter oder Bono ähnlich. Singt er jedoch alleine, so merkt man die Unterschiede: er klingt etwas souliger allerdings auch weniger variabel. Aber nicht schlecht.

Grob gesagt wird hier erdiger Rock geboten, der Folk-, Soul- und gelegentlich auch Popeinflüsse zeigt. Mir gefallen dabei die ruhigeren Stücke (Fallen angel, Broken arrow) besser. Hier kommt auch RR's Stimme besser zur Geltung. Am wenigstens mag ich Testimony, das sehr an einige Sachen von Rattle and hum erinnert, weil hier Trompeten mit dabei sind.
Trompeten kann ich mit wenigen Ausnahmen nicht ab!
Ein etwas flotterer Song, den ich zum Reinhören empfehlen kann, ist z.B. Hell's half acre. Nicht weltbewegend aber nett, insbesondere der gut groovende Bass von Tony Levin.
Einen richtigen Hit, der heraussticht, gibt es auf dieser CD nicht. Allerdings auch keinen echten Ausfall. Gegenüber Joshua Tree fehlt sicher hin und wieder das I-Tüpfelchen und ein eindringlicherer Gesang. Dennoch halte ich die Platte für ein hervorragendes Werk, das jedem U2-Fan und an solidem, gut gemachtem Rock Interessiertem gefallen sollte.



Stay alive and rock on,
Harvey
(12.9.02)

 

Robbie Robertson

(Kanada)
ehemals The Band, seit 1978 solo

Musiker:
Robbie Robertson: voc, guit
Manu Katche: dr
Tinker Barfield: b
Tony Levin: b
Bill Dillon: guit
Garth Hudson: keys
Daniel Lanois: perc, guit, b
Terry Bozzio: dr
U2: wie üblich
+
diverse



Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: