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New Model Army: Thunder and consolation
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(1989, 64:44)
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Uiiuh, jetzt ziehe ich aber doch einen Klassiker
aus der Schublade!
Oder vielleicht eher abgenudelten Scheiss?
Wie man es sehen mag.
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Ich kannte NMA jahrelang
nur von den Fetenhits und da sind auf dieser CD einige dabei:
I love the world, Green and grey, Vagabonds
(so hittig, dass es schon nervt) und White coats.
Aber diese Songs sind nicht der Auslöser, warum ich mir
irgendwann in den 90ern diese CD auch mal zugelegt habe. Ich
finde sie alle gut bis sehr genial - jawoll, aber dennoch
haben sie nie den Reiz in mir geweckt, die Gruppe, die dahinter
steht mal näher kennen zu lernen. Tanzsongs bedeuten
mir zunächst mal wenig.
Gerade gestern war ich auf
einem Flohmarkt und es gab an wirklich vielen Ständen
eine ganze Menge Maxi-CDs zu erstehen. Aber es waren alles
nur schrottige Dance-Hits von vor ein bis zwei Jahren! Diese
ganzen Leute haben sich die Maxis wegen des aktuellen Hit-Seins
gekauft und haben nach ein, zwei Jahren keinen Bock mehr drauf.
Was für eine Geldverschwendung!
Ich mache es ganz anders, ich kaufe mir vor allem Sachen,
die schon älter sind und ich bereue auch selten den Kauf.
Ein paar Beispiele des Bereuens habe ich ja schon erwähnt
und diese stammen alle aus einer Zeit, als ich noch unbedarfter
einkaufte.
Wirklich reizen tun mich im Moment als schwer einschätzbare
Platten z.B. die letzte von Lee
Clayton oder irgendwas von den Masters
Of Reality. Letzte Woche habe ich mir nach kurzem Reinhören
eine CD der Immaculate Fools
gekauft, die zwar von meinen Vorstellungen abweicht, aber
trotzdem sehr interessant ist.
Warum habe ich mir denn nun das NMA-Teil zugelegt?
Nun, da fliessen mehrere Dinge ein: zunächst mal die
Tatsache, dass ich von meiner Schwester eine Kassette mir
einigen NMA-Songs ausgeliehen hatte, welche mich sehr
faszinierte. Ich kann heute nicht mehr sagen, welche Platte
da überhaupt auf Tape gebannt war und meine Schwester
weiss es auch nicht, denn sie war nie sonderlich an NMA
interessiert. Dieses Tape war keines ihrer beliebtesten.
Weiterhin war da meine Brieffreundin Sonja, die NMA
auch gut fand und mich daher - ohne ihr Wissen - bestärkte,
mich dieser Gruppe mal zuzuwenden. Sonja wohnte zeitweilig
sogar in der Nähe meines Wohnortes und dennoch gelang
es uns nie, uns mal zu treffen. Wobei es meine grundsätzliche
Absicht war, sie mal kennen zu lernen, doch wir beide waren
wohl etwas zu ängstlich bzw. die "Situation"
hat es auch mehrmals vermieden. Wir waren nämlich ein
paar Mal in derselben Diskothek anwesend und hielten Ausschau,
aber fanden uns nicht. Wie es das Schicksal so will. Sonja
jedenfalls fand NMA auch gut.
Diese Musik zog mich in ihren Bann, fesselte mich auf ganz
besondere Art und Weise. Die Platte bietet nämlich neben
netter Rockmusik mit Folk und Punk Faktor auch ein besonderes
Lebensgefühl. Dieses Feeling kommt beim Hören rüber
und die Titel sagen schon ganz gut, worum es sich dabei handelt:
I love the world, Green and grey (Ich weiss
nicht wirklich, worum es hier geht: für mich ist es die
Jugendzeit mit all den Eindrücken und Widersprüchen.),
Family (Zuhause, Familie - eine schwierige Angelegenheit).
Irgendwie alles Dinge die mich mit 22 (ca.) genau ansprachen.
Und obwohl ich lange Zeit Vorbehalte gegen diese Gruppe hegte
(was u.a. daran lag, dass zwei Leute aus meinem Jahrgang an
der Schule sie besonders gut fanden, wodurch ich annahm, das
müsse seltsamer Mumpitz sein; ausserdem störte mich
der Name: ich vermutete etwas Militantes dahinter!), war ich
seit dem Kauf dieser CD Fan.
Und auch wenn die neuen Platten inzwischen nicht mehr den
Kultstatus inne haben, oft weniger neue Ideen aufweisen und
ich ja auch älter geworden bin: NMA sind live
immer noch ein wirklicher Hit und obwohl Justin Sullivan
es immer abstreitet: er artikuliert die Wahrnehmungen eines
Teils der Jugend sehr präzise und bringt dabei viel Ehrlichkeit
und Gefühl rüber: insgesamt eine sehr grosse Glaubwürdigkeit.
Sicher ist dies keine Indie-CD im engeren Sinne (bei EMI erschienen,
was ihnen auch oft vorgeworfen wurde) aber für jeden
mit Interesse an Folk-Rock/Punk dürfte sie interessant
sein. In der Generation der End-Achtziger auf jeden Fall ein
Meilenstein.
Stay alive and rock on,
Harvey
(24.1.02)
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