Wenn man sich diese Zusammenstellung
genau anschaut, so sieht man die Überlegung, die dahinter
steht. Das ist nicht einfach spontan aufgenommen, da gibt
es ein Konzept. Und Hank hat meinen Geschmack auch sehr gut
getroffen, mal abgesehen von
Oasis, die kann ich echt
nicht leiden.
Inzwischen besitze ich zu vielen dieser Songs eine CD, wobei
man auch positiv vermerken muss, dass es sich bei einigen
um Songs handelt, die nicht regulär auf einer Studioplatte
zu finden sind. Wirklich schönes Tape.
Einziger Formfehler: zweimal
Pearl Jam!! Hank, so was
macht man doch nicht!! Ey!
Zurück zum Thema: hier waren
MT drauf und der
Song gefiel mir sofort. Es brauchte dann noch etwas Überzeugungsarbeit
(Hank kippt lallend vom Sofa mit den Worten "Hasse dir
den Moscha Tonk Zonk schonnn anjehört?") und ich
borgte mir die komplette CD.
Den Rest der Geschichte kennt ihr: mit Hank nahm es dann noch
ein böses Ende, er liess sich mit Hunden fotographieren,
schluckte wie ein Wilder, verkaufte deutlich zu selten mal
eine CD, liess sich von Frauen verwöhnen und verarschen
und starb schliesslich an ´ner Überdosis Hasch.
(
Hier kann man lesen,
was Hank im Jenseits so treibt.)
Mit
MT lief es auch nicht viel besser, aber immerhin
legte der Harvey dauernd ihre CD ein.
Damit wünsche ich Euch noch viel gute Mucke, stets ein
leckeres Pils im Kühlschrank und eine spannende Zeit,
bis die Frage, was denn wohl der Harvey als nächstes
macht, beantwortet wird. Rock on...
...naja..., vielleicht sollte ich doch kurz noch ein bis zwei
Worte über die Musik auf dieser CD verlieren? Mache ich
mal einfach.
MT räubern ausgiebig im grossen Archiv der Musik
und dennoch bedienen sie sich nur ganz grundsätzlich
und nicht zu speziell, so dass sie aus den Puzzleteilen eine
eigene und extrem aufregende Mischung kreieren. Diese CD hat
ruhige Momente, heftig rockende Momente, ist manchmal nachdenklich
und bedrückend und an anderen Stellen wieder wütend
und befreiend.
MT beherrschen es, Stimmungen in Songs zu verwandeln
und sie legen sich nie auf eine Musikrichtung fest. Man hört
schrammelnde E-Gitarren und leise Akustikgitarren, traurige
Geigen und irrsinniges Geschrei, funkige Elemente, einen sympathischen
und wandlungsfähigen Gesang, interessante Breaks, abwechslungsreiches
Schlagzeugspiel und deutlich bluesige Elemente. An einigen
Stellen wird zügig abgefetzt, doch oftmals lässt
man sich Zeit, legt keine Hektik an den Tag, geniesst in aller
Ruhe den Song, gibt ihm Raum sich langsam zu entwickeln. Dabei
kommt dann aber nicht so ein eher langweiliger improvisativer
Bluesrock heraus, sondern eine sehr abwechslungsreiche Mischung,
die jeden der 12 Songs zu einer Perle macht.
Diese ganze Sache würde ich mal ganz grob als Indie-Rock
beschreiben, aber genau trifft dies nicht. Gewisse Passagen
erinnern an
Sonic Youth,
Blues Traveler,
Nirvana,
Walkabouts, alte
Deep Purple...
was alles vielleicht Zutaten sind, aber das endgültige
Gericht, das hier präsentiert wird, nur erahnen lässt.
Mir gefällt vor allem auch der Gegensatz von geradezu
eruptiven, heftigen Momenten und sanften, fast zuckersüssen
Passagen. Die Variabilität der Songs zeigt sich auch
in der Spieldauer, welche zwischen zwei und fast acht Minuten
liegt. Und dabei handelt es sich nicht um einen schnellen
Abrocker und einen lahme Schnulze, kein Lied liesse sich auf
diese Bezeichnungen reduzieren.
Ich hoffe also weiterhin, dass die neue Platte bald erscheint.
Wer wenigstens etwas Neues (oder auch den einen oder anderen
Song von dieser CD) hören möchte, kann sich
Caspar
von der Homepage runterladen. Ist in jedem Fall kein Fehler!