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U2: Under
a blood red sky
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(1983,
35:31)
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U2 waren nicht gerade die Band meiner Jugend.
Tino fand sie gut und hatte einige CDs von ihnen,
aber meine sonstigen Kumpels interessierten sich
nicht weiter für die vier Typen mit den teilweise
seltsamen Namen.
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Ich habe mich immer gefragt,
was wohl hinter "Bono" und "The Edge"
steht, ob diese Namen einen Sinn haben.
Keine Ahnung.
Jedenfalls hatte ich eine
zeitlang mal Joshua Tree gehört, als das gerade
aktuell war, ansonsten waren U2 völlig an mir
vorbei gelaufen.
Tino's U2-T-Shirt war ausserdem weiss, das konnte ja
nix sein. Ich stand nämlich damals auf schwarze Tourshirts.
Ich kaufte mir nur schwarze Tourshirts.
Das hing wohl auch damit zusammen, dass ich fürchtete,
bei weissen T-Shirts wären meine körperlichen Unzulänglichkeiten
(Schmächtigkeit und so) deutlicher erkennbar. Nur einer
von vielen Komplexen, die mich vor, während und nach
der Pubertät begleiteten.
Dagegen waren meine Freunde der Ansicht, schwarze T-Shirts
sähen Heavy-mässig aus und zogen mich damit auf,
dass man mich trotz meines Marillion-
oder was auch immer-T-Shirts (was ja anspruchsvolle(!) Musik
war) für eine dumpfe Hohlbirne halten müsste. Da
ich aber Ende der 80er sowieso den Heavy Metal als mein erstes
Ausdrucksmittel des Rebellentums (oder wenigstens eines von
mir dafür gehaltenen) entdeckte, machte mir das nichts.
Im Gegenteil: diese weissen Shirts, so wie auch das U2-Teil
von Tino, sahen in meinen Augen unbedeutend und langweilig
aus.
Wo ich gerade bei den Tour-Shirts bin: ich konnte nie verstehen,
dass viele Leute nicht ein einziges besitzen, oder sogar eins
bis mehrere haben, aber sie niemals anziehen! Spätestens
seit ich auf Konzerte gehe ist Musik ein wichtiger Teil meines
Lebens.
Ich war früher immer stolz, die Musik zu hören,
die ich hörte. Das ist von heutiger Warte aus sicher
etwas albern, denn es ist ja nicht mein "Verdienst",
dass die Gruppen gute Musik machen und meistens noch nichteinmal,
dass ich sie auch kenne.
Natürlich kann man der Meinung sein, man sei etwas besseres
als die anderen, weil man die Genialität einer bestimmten
Band erkannt hat, aber diese Einstellung berücksichtigt
nicht, dass Geschmäcker nun mal verschieden sind. Dies
merkte ich spätestens, als ich dann mal Gruppen, die
ich zwei Jahre zuvor noch für das absolute Ultimum auf
diesem Planeten gehalten hatte, nur noch scheisse fand. So
geschehen zum Beispiel bei vielen von den Heavy-Kapellen,
die mir Ende der 80er gefielen. Nun muss ich zugeben, dass
ich einige dieser Scheiben von damals noch hin und wieder
höre, allerdings nur des Nostalgiewertes wegen. (Is'
klar.)
...Gut, manchmal finde ich auch, dass es was hat, bei so richtig
schlechtem Dr. Stein von Helloween (zum Beispiel)
mit Luftgitarre durchs Zimmer zu springen. Es ist geil ein
ASI zu sein!
Was nun also U2 angeht, so waren sie mir egal. Bis
mir dann meine Schwester mal eine sehr frühe Maxi-CD
ausgeliehen hatte (welche heute sicher einiges wert wäre),
nämlich von New years day. Dieser Song machte
es dann, er packte mich und begeisterte mich.
OK, ist so eine Art Schnulze und ein kleinerer Hit ausserdem,
nichts Ausgefallenes, aber muss das sein? Nein! Ich mag Popmusik!
Und gegen softe Mucke hab' ich auch nichts, wenn's nicht zu
pathetisch ist. Das war dann also der Anlass für mich,
von Tino alle U2-CDs auszuleihen. Und welche hatte
er nicht? Ja, bei so einer rhetorischen Frage ist die Antwort
schon klar: die War natürlich!
Aber wenigstens hatte er die hier angepriesene Live-CD, die
ich mir dann auch irgendwann selber zulegte. Auf dieser passt
wieder mal alles zusammen: gute Songs und gute Stimmung und
Atmosphäre. Ich bin heute kein U2-Fan, besonders
die letzten Studioalben konnten nicht im geringsten mein Interesse
wecken, obwohl viele Leute mir sagten, sie wären erstklassig.
Aber auf soliden Gitarrenrock mit Emotion und Melodie fahre
ich ab.
Da sind die ganz alten U2 Platten genau die richtige
Wahl und so auch diese Live-CD. Lediglich die geringe Spielzeit
kann man deutlich negativ hervorheben! Was soll das? Da habe
ich kein Verständnis für. Da hätte man doch
wenigstens auf die CD noch die Wide awake EP packen
können, oder?
So verlangen die für das Teil mit 20 und etwas Minuten
Spielzeit noch mal mindestens 15 Mark. Davon abgesehen gibt's
aber nichts zu meckern: Sunday bloody sunday hängt
mir zwar schon aus beiden Ohren raus, ist aber eigentlich
ein guter Song. I will follow, Party girl, New years day,
40 sind genial. Und der Rest auch.
Stay alive and rock on,
Harvey
(16.8.01)
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