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Peter Gabriel
: Secret world live
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(2-CD, 1994, 100:01)
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Yeah, das ist sie, die ultimative Livescheibe.
Was sie auszeichnet, sind vor allem die hervorragenden
Versionen der Songs.
Natürlich ist es für eine Live-CD nicht
notwendig, dass die Stücke anders als im
Studio klingen.
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Aber für mich ist es
immer ein Bonuspunkt, wenn live etwas Abwechslung reinkommt
und man statt sturem Nachspielen eine neue Interpretation
der Stücke zu hören bekommt. In diesem Fall ist
die Atmosphäre der Songs derart dicht, dass sie teilweise
sogar deutlich interessanter klingen, als noch in der Studioversion.
Hervorzuheben seien hier Secret world und Across
the river.
San Jacinto, welches
richtig unter die Haut geht, ist leider nur auf der zusätzlichen
Sw live ep, die der geneigte Fan dann noch extra erwerben
muss. Diese Maxi-CD war auch mein erster Kontakt mit den hier
so hochgelobten Liveaufnahmen; ich war nämlich zunächst
vorsichtig und investierte nur die DM 12.- für eine der
längsten Maxis in meiner Sammlung (30 Minuten!). Aber
nach diesem Appetithappen gibt's dann gar kein Zögern
mehr, man wird praktisch gezwungen, noch mal einige Scheinchen
auf den Tisch zu hauen für die Doppel-CD.
Hm, sollte man mal testen, ob vielleicht die Maxi mit freundlichen,
beruhigenden Stimmen unterlegt ist, die einen auffordern,
ins nächste CD-Geschäft zu gehen. Keine schlechte
Idee: man produziere eine gute und erfolgreiche Single, packe
da massig Suggestionen drauf und schon verkauft sich der beschissene
Longplayer wie von selbst.
Wahrscheinlich läuft das so.
Peter Gabriel veröffentlicht also eine Ansammlung
von schlechtem Müll nach der anderen (wobei das SEHR
euphemistisch ausgedrückt ist, bei seinem Arbeitstempo)
und ich meine immer es wäre alles toll, weil die alte
Pottsau mich von vorne bis hinten mental unter Kontrolle hat!
Mensch und ich wähle
den dann noch auf Platz 1 in meiner Hitlist, um hunderte,
nein tausende mir vertrauende Menschen dem gleichen Schicksal
auszuliefern! Es ist doch alles eine grosse Verschwörung.
Ich hab's schon immer gewusst: wir werden ausspioniert, ausgenutzt,
haben eigentlich keinen eigenen Willen mehr. Die Ausserirdischen
benutzen die gesamte Menschheit für ihre heimtückischen
Zwecke, bis dass eines Tages auch noch der letzte von uns
elendig zugrunde geht.
Ja hallo!
Nach einem netten, zweiwöchigen Heimaufenthalt haben
mich die Pfleger gerade wieder vor dem Rechner abgeliefert.
Ich setzte einfach mal den letzten Gedankengang nicht weiter
fort, sondern wende mich noch einmal der Musik zu.
Vertreten sind auf diesem
CD-Teil vor allem Songs der Platten Us und So.
Für die anderen gibt's ja auch noch eine weitere Live-Doppel-CD,
welche übrigens auch nicht schlecht ist. Von der Songauswahl
her dominieren hier die leiseren Momente, die Ausnahmen bilden
Sledgehammer und Kiss that frog. Die Musiker
protzen nicht mit ihrem Können, aber dieses ist ohne
jeden Zweifel reichlich vorhanden. Auch Paula
Cole als Background- und Duett-Sängerin macht einen
hervorragenden Eindruck, so dass ich weder Kate
Bush noch Sinead O'Connor vermisse. Kurz darauf
revanchierte Peter Gabriel sich auch mit einer kleinen
Gesangseinlage auf ihrem Hitalbum This
fire.
Das einzige was dieser Liveplatte fehlt ist Spontaneität.
Man merkt, dass die Songs vorher gut geprobt wurden, dass
hier keine ungeplanten Improvisationen stattfinden und auch
reichlich High-Tech verwendet wurde.
Nicht gerade eine Punk-Attitüde, die diese Aufnahme ausstrahlt,
aber ich glaube Peter Gabriels Stärke liegt auch
in der Inszenierung. Würde er seine Songs einfach so
runterspielen und dann vielleicht noch lockere Sprüche
zwischendurch klopfen, so würde das ihnen nicht gerecht
werden. Vor allem für die sehr komplexen Stücke
von Us gibt es keine andere Möglichkeit der Livepräsentation,
als eine gut durchgeplante. Aber diese etwas sterile, technische
Atmosphäre wird überlagert von der Spielfreude der
Musiker, der emotionalen Tiefe der Musik und der Begeisterung
des Publikums.
Beim Hören dieser Aufnahme stellt sich des öfteren
bei mir der Eindruck ein, ich wäre fast live dabei. Ich
stelle mir dann vor, wie es wohl war, in der Menge zu stehen
und diese hervorragenden Songs und auch die Lightshow zu erleben.
Das dürfte ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein.
Das wirklich Ärgerliche ist allerdings nicht, dass dieses
hier doch nur ein längst vergangenes Event auf CD ist,
sondern dass ich damals nicht ein einziges Mal wirklich dabei
war! Ich habe dieses einmalige Erlebnis verpasst, weil mir
die Eintrittspreise zu hoch waren! Und jetzt kann ich mir
immer wieder zu Gemüte führen, was ich verpasst
habe und bin ein ums andere Mal stinksauer auf mich selbst!
Stay alive and rock on,
Harvey
(11.10.01)
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