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Ramones: Family tree
(2-CD, 2008, 383:32)
Oh Freude, auch Jahre nach ihrem Ende gibt
es von den Ramones bzw. den (ex)-Mitgliedern
immer noch tolle Sachen zu entdecken!
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Oh scheiße ey, ich
sitze hier bei offenem Fenster, höre Musik und tippe
(nach langer Pause mal wieder) Hitlist. Das ist schön,
das ist toll und der Einbecker Maibock macht's noch besser.
Aber durch das Fenster kommt die sommerliche Nachtluft rein.
Gut, denn die kühlt, aber zugleich hat sie DIESEN Geruch.
Oh mann, warme Sommerluft macht mich schwach. Ich erinnere
mich dabei immer an erste Parties mit 16/17, an jugendliche
Unbeschwertheit und Lebensfreude und das hat direkt zur Folge,
dass ich mich alt fühle und den vergangenen Zeiten nachtrauere.
Bescheuert, denn bis auf diese einmaligen Erinnerungen und
eben die Verantwortungslosigkeit des Daseins war es überhaupt
nicht besser damals. Im Gegenteil, ich mag den Harvey von
heute lieber und weiß auch noch, wie oft ich mich zu
Jugendzeiten scheiße gefühlt habe. Die erhebenden
Erlebnisse bei geiler Sommerluft bildeten eher die Ausnahme.
Aber wahrscheinlich ist das die übliche Romatisierung
der Vergangenheit und zudem ist natürlich der Punkt mit
der Verantwortung und Unbeschwertheit (Unschuld) nicht zu
verachten.
Ich fühle sie ständig auf meinen Schultern lasten,
die Verantwortung. Sie beschwert mich deutlich. Und nicht
nur die für mich selber, für die verfickte Zukunft,
sondern auch diejenigen durch den Job, für andere, für
bestimmte Tätigkeiten und für die "Gesellschaft".
Ach scheiße ey, das sollte ich besser nicht vertiefen.
Als ich die Ramones
kennen lernte, war ich mitten in der Sommerluft-Party-Feelgood-Zeit.
Trotzdem verbinde ich sie gar nicht so sehr mit diesem Freiheitsgefühl,
sondern vielmehr mit guter Laune und Anderssein. Das war für
mich extrem abgefahren damals, solche Musik zu hören.
Jetzt, bald 20 Jahre später, sind die Ramones
immer noch eine meiner Lieblingsbands. Ich kann sie differenzierter
hören und mit viel Erfahrung beurteilen, aber fuck that
shit, sie mach(t)en einfach den genialsten Punkrock überhaupt!
Eine Family Album war da
eine überaus geniale Idee. Bisher irgendwelchen Dinosaurierbands
vorbehalten, geht es beim Family tree (wie es hier
heißt) darum, die Solo- und Nebenprojekte der Mitglieder
zu verfolgen. Die können ja in der Regel den Fan ebenfalls
begeistern und somit kriegt er mal einen Überblick. Und
bei der hier vorgestellten CD kommt noch hinzu, dass einige
der Songs echte Raritäten sind, die man sonst nur schwerlich
oder teuer bekommt.
Ein kleines Manko gleich
vorweg: zumindest bei mir sind die CDs wohl minderwertig gepresst,
denn CD1 läuft immer erst nach 30 Sekunden Player-Suchen
an und das bedeutet auch, dass Shuffle grundsätzlich
nicht geht. Naja.
Ansonsten gibt's hier nur zwei Songs bei denen die Ramones
auch Interpreten sind: ganz alte Demos, welche aber meines
Hörens nach auch auf der Remastered-Version des Erstlings
Ramones sind.
Bereits kennen tue ich die Coverversion der Toten Hosen
von Blitzkrieg bop (ganz ok), Osaka Popstar
mit The KKK took my baby away (eher weniger gut), die
Solosongs von Dee Dee (gut) und die zwei Stücke
von Joey Ramones Sibling Rivalry EP (gut).
Dazu erfreue ich mich an zwei raren Stücken mit Johnny
Ramone an der Gitarre (einmal davon auch Lemmy mit
dabei), drei Gastauftritten von Joey an den Vocals,
guten Songs von C.J.s neuer Band, einem coolen "Bowery
Electric" Song und weniger an einem leider schwachen
Demo von Joey (angeblich soll noch eine zweite, posthume
Soloplatte erscheinen).
Insgesamt eine lohnenswerte
Angelegenheit für den Fan und zusätzlich einfach
gute Musik, 28 Stück rocken wie die Ramones, ein
Fest!!
Ein großer Dank an die südamerikanischen Initiatoren
dieser CD, die sich den Arsch abgearbeitet haben, damit das
auch mal irgendwann tatsächlich erscheint. Und ein tolles
Booklet mit vielen Infos zu den Songs ist auch noch dabei!
Kaufen!
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