Na,...
wen haben wir da denn heute an den Bildschirmen?
Wieder die übliche Meute von Psychos und
Perversen?
Das trifft sich, denn euer
Harvey ist heute schrecklich krank drauf.
Damit er dabei noch cooler
rüberkommt, hat er sich ein Buch gekauft. Es hat bunte
Punks auf dem Titelbild und es heisst Von Anmache bis Zoff
- Ein Wörterbuch der Szene-Sprache. Es ist von 1984.
Ich wusste, dass ich dieses
Buch brauche, als ich das Vorwort las: "Es ist dein Ticket
durch Beton, Plastik, Glas, Stahl und Packeis."
Hammer!
Ich will zwar nur durch meine zugesiffte Wohnung, aber da
kann das sicher trotzdem helfen.
Schon im ersten Kapitel,
A betitelt, erklärt der Autor Ulrich Hoppe die
Welt.
Harvey ist ja auch nur ein bisschen von fremden Sternen, deshalb
kennt er ein paar der tollen Redewendungen. "abgedreht",
"abhotten", "abziehen, "angesagt"
, "annerven" und "ausrasten" sind Begriffe,
die er auch öfter mal benutzt.
Weniger geläufig ist
ihm dagegen "sich abgeilen", "abjacken"
= Jacke ausziehen, "angetoucht sein", "etwas
anpowern" und "aufgefreakt sein".
Einige andere lustige Ausdrücke
wurden kürzlich mal mit unterschiedlichem Erfolg getestet:
"Zuhause dröhn
ich mich erstmal ab." Die Kollegen schauen mich fassungslos
an. Sie vermuten ich wolle mir die Kante geben. Kann aber
genauso bedeuten, sich Musik anzuhören.
Zur alten Freundin: "Dein
Fummel, Sugar, ist ja totalst zum Abspritzen!" Kurze
Pause. Antwort: "Dann geh mal schnell auf's Klo wichsen."
Ich zu ein paar jungen, alternativen
Mädels: "Na, gab's die Araberfeudel irgendwo billig?"
Die: glotzen mich an, wie'n Achtzigjährigen. Aber mein
Palituch ist ja auch schon mottenzerfressen.
Letztes Wochenende zum Kumpel:
"Heute Abends muss ich unbedingt mal 'ne Schnitte aufmachen."
Er meint, ich wollte unter die Kinderficker gehen. Dabei wollte
ich nur mit einer Frau reden.
Und was man 1984 unter "alternativ"
verstand, törnt auch voll an: "[...] mehr leben
und lieben, Blumen pflücken und Purzelbäume schlagen,
[...] den Arsch über den Handwaschbeckenrand powern und
mit Wasser und Seife waschen, [...] Minze, Rosenblätter,
mit Apfelschale und Honig vermengt - und ab in die selbstgeschnitzte
Pfeife!"
Verdammt, das Monster regt
sich schon wieder!
Uaah, uuh, ich kann nichts dagegen machen....ächz...
Internet nimm dich in Acht, das gibt 'ne Überschwemmung!
Oooh, oooooh, ooooooooooooh!
Und zum Abschluss noch das wichtige Textzitat:
Jesus was a terrorist
Enemy of the state
That's what the Romans labeled him
So he was put to death
[...]
Is freedom of speech such a terrorist
act
Is spiritual peace such a satanic threat
Believe what you want
But we'll fight to keep our heads from
being cemented in your sand.
Jello
Biafra with Nomeansno: "Jesus was
a terrorist"
Hitlist: [hit-list]
engl.-amerik.; ergibt sich aus hit und list
Hit:
Hit: [hit] engl.-amerik.;
Schlag m; (Seiten)Hieb m; Glücksfall
m; Treffer m; thea., (Musik-Bizz)
Schlager: ein Song, der nicht zwingend gut sein
muss, aber sehr populär ist.
List:
List:
[list] engl.-amerik.; Liste f, Ver-
zeichnis n; Auflistung: besonders Männer
neigen dazu Ranglisten zu erstellen. Zum einen gibt
es ihrem Fetisch einen gewissen wissenschaftlichen
Anstrich, zum zweiten läßt sich herrlich
darüber diskutieren.
Anspieltipp:
Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen
Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen-
erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der
statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen
Gesetzen.