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Hitlist
 




Novembermusik 2005


Deadsoul tribe: The dead word
 

Deadsoul Tribe: The dead word
(2005, CD, 46:57)

Wie immer mit hervorragendem Artwork ausgestattet, reiht sich diese CD nahtlos in die anderen Veröfentlichungen von Deadsoul Tribe ein.

Ich mag die Cover und die Booklets von deren CDs sehr. Stilvoll und ein bisschen wie für eine Geschichte von Edgar Alan Poe.
Dieser Vergleich passt auch zur Musik, die auf The dead word noch düsterer ist als sonst. Sie ist auch stellenweise etwas heavier als vorher, davon abgesehen gibt's aber nicht viele Unterschiede.
Wieder wird sehr atmosphärisch mit ein paar progressiven Elementen, etwas Hardrock und Metal sowie Tool-Remineszenzen gerockt. Letztere allerdings hier weniger als bei den Vorgängern.
Natürlich gibt's auch ruhige Passagen, schönes Klavier, Flöte und mal akustische Gitarren.

Das hohe Niveau wird durchgehend gehalten, keine Ausfälle dabei, allerdings auch kein Song, der besonders heraussticht.
Wer eine der anderen Platten von Deadsoul Tribe gut fand, wird vermutlich auch diese mögen. Die Unterschiede liegen nur in Details.

Das ist allerdings auch der größte Nachteil, weil inzwischen nicht mehr alle Songs von DST voneinander unterscheidbar sind. Klar, jeder für sich ist toll, aber wenn man den dann geringfügig geändert gleich drei- oder viermal einspielt, wird er nicht besser. Wenn also nicht die nächste Platte für Besitzer der älteren Scheiben zur totalen Langeweile werden soll, muss da mehr Abwechslung und Entwicklung rein.

Aber - wie gesagt - die CD ist gut und mir gefällt sie sogar etwas besser als der Vorgänger The january tree, wohl wegen der Düsternis.

Schade ist, dass die "Tour" im Januar lediglich drei Termine in Deutschland zu bieten hat, die auch geographisch relativ dicht beieinander liegen und für mich wohl nicht erreichbar sind.

In letzter Zeit überlege ich mir meine Wochenendgestaltung immer zweimal. Und das nicht nur, weil ich viel zu tun habe und wenig Zeit. Sondern auch, weil das übliche Programm: Saufen und in Discos rumhängen langweilig wird. Denn es sind immer die selben Läden, in denen auch meistens ähnliche Leute rumhängen und der Morgen danach ist jedesmal grauenvoll.
Es gab mal eine Zeit, da lautete mein Motto "ich kotze nie". Ich war 17, 18 und ich habe so viel getrunken wie ich Lust hatte, aber mir war nie schlecht. Ich war sogar richtig fit am nächsten Tag. Irgendwann hab ich's dann mal mit Jever Maibock (gibt's heute nicht mehr) übertrieben und doch gereihert. Trotzdem hatte ich zu dieser Zeit und noch ein paar Jahre lang nie Kopfschmerzen. Irgendwann kamen die dann und ich habe mich geweigert, sie mit Chemie zu bekämpfen und dann halt abgewartet. Mal 'ne Stunde, mal nen Nachmittag, mal auch bis zum späten Abend und dann ging's wieder.

Seit ein paar Jahren habe ich nun nicht nur oft üble Magenprobleme (damit meine ich nicht Kotzen, das kommt nur noch äußerst selten vor), sondern auch IMMER brutale Kopfschmerzen. Obwohl ich zum Beispiel gar nicht wirklich besoffen war, der Schädel ist garantiert da. Also greife ich schon länger dann doch zu Schmerztabletten. Das geht aber wegen der Magenprobleme nicht immer.
Heute nun habe ich mich mal wieder mittelbeschissen gefühlt (dabei sollten 3,2 Liter Bier in sieben Stunden nicht soo übel sein). Tollerweise hat die Tablette dann nicht gewirkt (mal was Neues) und ich war einfach körperlich total fertig den ganzen Tag. Super. Sonntag im Arsch und dabei wollte ich so viel machen.
Wenn ich jetzt überlege, was ich in den sieben (verdammt viel!) Stunden gemacht habe, dann war da nette Konversation dabei und gute Musik zuhause und lecker Pils. Aber später in dem Schuppen war's dann doch eher langweilig. Musik war nicht besonders gut, die Leute sahen nicht besonders interessant aus, billig war's auch nicht, dafür aber zugequarzt.
Die eine Schnitte, die mir dann doch auffiel, habe ich natürlich nicht kennen gelernt. Ich habe sie auch nicht angesprochen, obwohl sie alleine da war. Aber sie sah auch ein bisschen zu jung aus. Interessant an ihr war der Tanzstil, der mir gefiel, weil er so schön an alte Zeiten erinnert hat, als noch mehr Leute so tanzten. Aber das reicht nicht zum Ansprechen, was ich genau genommen sowieso nie mache, egal ob ich nun nüchtern oder hackedicht bin.

Jedenfalls kann man sich da im Nachhinein schonmal fragen, ob die drei Stunden am Ende denn sein mussten, bzw. was nicht alles in diesen und mit dem Rest des heutigen Tages zu machen gewesen wäre.
Vor ein paar Wochen bin ich Sonntags früh aufgestanden und mit Freunden zusammen in die Natur gefahren. Auch mal nett. Nur nicht Rock'n'roll.





Deadsoul Tribe

(USA/Österreich)
Gegründet 2000 vom ex-Psychotic Waltz-Sänger Buddy Lackey
Erste VÖ "Deadsoul tribe"-CD 2002

Musiker:
Devon Graves: voc, guit, b, flute, piano, keys, prg
Adel Moustafa: dr


Anspieltipp:


Anthony Phillips: Archive collection
 

Anthony Phillips: The archive collection volume one
(1998, CD+Maxi-CD, 93:43)

Eine Zusammenstellung mit Demos und Outtakes und Mixen, die ebenso gut als Best-of von Anthony Phillips herhalten könnte.

Ich habe ja mal geschrieben, dass ich in bezug auf Genesis alle Platten von allen ehemaligen Mitgliedern sammle.
Ganz stimmt das nicht, denn bei Anthony Phillips bin ich der Meinung, dass man sich viele seiner zahlreichen Platten sparen kann. Da gibt's unterschiedliche Gründe für: ein paar davon sind einfach schlecht, die reinen Keyboard-Platten mag ich auch nicht so und die ruhigen, romantischen Akustikgitarren-Alben bieten nicht so viel Abwechslung, dass ich da jedes von bräuchte.

Klar, wenn da mal irgendwo 'ne CD billig rumsteht, nehme ich die mit. Aber für 17 Euro, da werden nur ein paar bestimmte Sachen gekauft. Die habe ich auch inzwischen fast alle. Mein Kriterium dabei ist, ob irgendwelche interessanten Leute als Gastmusiker oder Co-Songwriter auftreten.

Dies ist bei The geese and the ghost, Wise after the event, Sides, Private parts and pieces und Private parts and pieces II der Fall.
Auf Private parts and pieces VI ist außerdem eine neue Version des Genesis-Uraltsongs Let us now make love. Leider ist der Rest der CD ziemlich scheisse.
Mag sein, dass ich noch ein bis zwei Sachen verpasst habe, man sieht diese CDs ja auch sehr selten irgendwo rumstehen.

Auf jeden Fall verpasst hatte ich bisher diese schöne Compilation, die bei mir als limited edition mit zusätzlicher Maxi-CD kommt. Die ist zunächst mal deswegen essentiell, weil hier Originalaufnahmen von Ant und Mike Rutherford aus dem Jahre 1969 dabei sind, also fast schon Genesis-Demos. Und tatsächlich, zwei kleine Passagen fallen auch auf, die später in Songs der Band wieder verwendet wurden.

Hinzu kommt, dass auch die restlichen Stücke mit ganz wenigen Ausnahmen gut bis sehr gut sind. Viele davon sind andere Versionen von Stücken der oben erwähnten Platten und diese Versionen sind manchmal "besser", aber in jedem Fall nicht schlechter als die Originale.
Daher ist die Sache auch einfach als Zusammenstellung sehr schön.

Die meisten Songs sind (wie immer) instrumental, die Stimmung ist fast immer ruhig und die Instrumente sind Klavier und/oder Akustikgitarre und nur in seltenen Fällen noch andere.
Passt von der Stimmung her an einigen Stellen ganz gut zu dunklen verregneten Nachmittagen, an anderen Stellen eher zu einer warmen Frühlingssonne.

Für die Statistik: von den 27 Songs wurden acht mit Mike Rutherford zusammen geschrieben.

Hmm, gibt's eigentlich Volume two? Ja! Mal besorgen.


Stay alive and rock on,
Harvey
(3.12.05)

 

Anthony Phillips

(England)
Seit seinem Ausstieg bei Genesis 1971 solo
Erste VÖ "The geese and the ghost"-LP 1977

Musiker:
Anthony Phillips: keys, guit, piano, voc, org, b
Mike Rutherford: b, guit
Michael Giles: dr
Richard Scott: keys
+Gastmusiker


Für Statistik-Freaks:
Statistik die; -, -en:
1. (ohne Plural) wissenschaftliche Methode zur zahlenmäßigen Erfassung, Untersuchung u. Darstellung von Massen- erscheinungen.
2. [schriftlich] dar-
gestelltes Ergebnis einer Untersuchung nach der statistischen Methode.
3. Auswertung einer großen Zahl physika-
lischer Größen zur Bestimmung von physikalischen Gesetzen.
Statistik: