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Fish: Field of crows
(2003, 67:03)
Mal wieder 'ne Fish-Platte und diesmal spielt
noch die Hälfte von "Big Country"
mit.
Also ein Muss, deshalb aber noch nicht zwangsläufig
auch gut.
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Diese Woche habe ich "individual
compact disc" ausprobiert.
Das ist jene Sache, bei der man sich im Laden 'ne CD brennen
lässt und dabei keinerlei Copyrights verletzt.
Dafür muss man auch einen Euro pro Lied und zwei Euro
nochmal obendrauf löhnen.
Ich bekam also sei eine Art
MP3-Walkman, mit dem ich durch das relativ beschränkte
Sortiment für diese Aktion gehen konnte und in alle Stücke
reinhören konnte. 30 Sekunden ziemlich schlecht aufgenommen
kann man sich von jedem Song anhören. Dann muss man entscheiden:
auf die CD oder nicht? Und weiter geht's. Somit wird die CD
dann nach und nach voll.
Wer nun blöd ist, packt
sich die komplette Bad Religion-best-of
in den "Warenkorb", denn die wird bei so vielen
Liedern deutlich teurer, als würde man sie gleich so
kaufen.
Wer schlau ist, wählt
stattdessen Tales from topographic oceans von Yes,
da sind nur zwei Songs (à 20 Minuten) auf jeder CD,
wird also viel billiger als das Original.
Sieht man mal davon ab, dass
sie diese CD nicht hatten (wahrscheinlich genau wegen dieser
Problematik), dann hätte man trotzdem den Nachteil, dass
das Booklet und die normalen Cover fehlen. Da ich mir ja schon
häufiger gebrannte CDs doch noch gekauft habe, weil ich
auf diese Dinge Wert lege, wäre das also für mich
totaler Unsinn so.
Letztlich bringt die Aktion wirklich nur etwas, wenn man bestimmte
Einzelsongs unbedingt haben will und andere bestimmt nicht.
Und dann, ja dann ist es
natürlich praktischer, wenn diese Einzelsongs lang sind.
So hatte ich das Glück, dass die Special Edition von
Mark Knopflers The ragpicker's
dream da stand und dort sind auf der Bonus-CD zwei ziemlich
lange Live-Songs (7 und 9 Minuten), die ich gerne mitgenommen
habe.
Für B-Seiten lohnt sich sowas denn natürlich auch.
Eben die ein, zwei Lieder (mit anderen) brennen lassen, statt
6 Euro auszugeben.
Aber: von den Maxi-CDs die so da waren, waren die B-Seiten
meist gesperrt.
Diese tolle neue Erfindung
hat also so ihre Haken. Und damit meine ich nicht die Warteschlangen,
die nicht nur wegen Weihnachten dafür sorgten, dass ich
zweimal zehn und einmal fünf Minuten anstehen musste,
um alles abzuwickeln.
In der Werbung steht: "Das ist wohl der Traum aller Musikfans:
In den Plattenladen gehen und sich eine CD nur mit den besten
Stücken zusammenstellen."
Bullshit!!
Will da jemand das Albumformat beseitigen? So eine Scheisse,
als wenn man von den 30 Sekunden schlechter Qualität,
die man im Laden geniessen darf, entscheiden könnte,
welches die "besten" Stücke sind.
Im Gegenteil: man wird zu
Fehlentscheidungen verleitet.
Entweder stellt sich hinterher heraus, dass jenes eine Lied
so toll ist, dass man doch die ganze CD kauft. Oder eben es
ist voll daneben und man hatte sich nur verleiten lassen,
es auszuwählen, weil man das von 30 Sekunden noch gar
nicht beurteilen konnte.
Dazu kommt noch, dass nur
wenige sehr aktuelle Sachen dort verfügbar waren. Und
von den alten Platten auch immer nur ganz bestimmte. Nur von
Elvis, da gab es ca. 25 CDs zur Auswahl. Aber da ist
dann beim durchschnittlichen Neupreis der CDs ein Euro pro
Song auch wieder nicht mehr angemessen.
Also: alles Mumpitz!
Jedenfalls für Leute wie mich. Hab' ich jetzt einmal
ausprobiert und das war's.
Fish's neue CD ist
auch schon fast 'ne individuelle, denn die muss man per Internet
für richtig teuer Geld in Schottland bestellen. Gibt's
noch nicht im Handel, sondern da erst im Frühjahr.
Fish war mit Marillion
und seinen ersten beiden Soloplatten danach wirklich eine
wichtige Größe in meiner Jugend.
Verehrt habe ich den!
Doch dann ging es bergab und seine Platten wurde für
mich uninteressant.
Sunsets on empire (mit Steve Wilson von Porcupine
Tree) war denn mit Ausfällen wieder ganz gut. Trotzdem
wollte ich den Onkel nicht mehr live anschauen.
Raingods with zippos war auch ganz nett und mit Fellini
days hat er mich dann überzeugt, doch mal ein Konzert
anzugucken und dieses war doch ziemlich toll.
An Fellini days haben
mir vor allem die härtere Gitarre und der ebensolche
Gesang sowie ein paar nette Ideen und Effekte gefallen.
Field of crows klingt
NICHT wie ein Nachfolger davon. Eher schon wie einer für
Raingos with zippos.
Wenig Kanten, mehr Keyboards und relativ viele softere Songs
sind hier dabei.
Von den Instrumenten fällt
auf, dass eine Rückkehr zu altbekannteren Gitarren stattfindet:
mal sliden die, mal vibratieren die und dann rocken sie sehr
klassisch.
Das Schlagzeug ist (klar!) gut, bleibt aber etwas schüchtern
in den Hintergrund gemixt. Dazu gibt's vereinzelte Bläser,
die aber in Ordnung gehen. Die Keyboards sind auch ganz ok
und stören nur an wenigen Stellen. Im Gegenteil wird
öfter mal Hammond-mässig abgeorgelt, wofür
ich ja immer gerne zu haben bin.
Was das Songwriting angeht,
so gibt's hier keine Ausfälle aber irgendwie auch nichts
Spektakuläres. Relativ wenige nette Einfälle finden
sich in den Songs.
Vermutlich hängt das mit zwei großen Problemen
von Fish zusammen: 1. er spielt selber kein Instrument,
kann also auch nicht in aller Ruhe Songs komponieren, sondern
braucht immer einen Kollaborateur dafür und 2. er hatte
Geldknappheit und darf diese Leute und die Studiozeit deswegen
nicht zu ausgiebig nutzen.
Insgesamt für mich eine
Platte mit einigen schönen Momenten und einigen etwas
langweiligeren Momenten. Voll daneben liegt keiner der Songs,
aber es gibt auch keine richtigen Höhepunkte. Vom Sound
her ist dieses Werk einheitlich, vom Thema her gibt es diverse
Verknüpfungen und ein paar ganz interessante Texte.
Das ist eine solide Rockplatte, etwa so wie ich mir auch ein
Alterswerk der Sensational Alex Harvey Band vorstellen
könnte.
Nicht schlecht.
Aber auch nicht der Hammer, auf den ich gehofft hatte.
Bis jetzt habe ich sie aber
ganz gerne gehört und das wird sicher auch noch eine
Weile anhalten. Dann könnte ich mir auch durchaus vorstellen,
dass diese Scheibe eine Bedeutung für mich gewinnt, die
sie in der Rückschau irgendwann mehr als nur "ganz
gut" werden lässt.
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